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Stralsund Stralsund TV kassiert nach Fake-Interview eine Ermahnung
Vorpommern Stralsund Stralsund TV kassiert nach Fake-Interview eine Ermahnung
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00:00 23.07.2016
Auf Wunsch ins rechte Licht gesetzt: Das inszenierte Interview war im Januar dieses Jahres ausgestrahlt worden. Quelle: www.fas-tv.de

Nach einem von vorne bis hinten inszenierten Interview des lokalen Fernsehsenders Stralsund TV mit Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) hat die Landesmedienanstalt das Verhalten des Senders gerügt – allerdings nur sehr milde. Die Medienwächter haben dem Sender eine Beanstandung zugestellt. Dies ist die schwächste aller Varianten, einen Sender für sein Fehlverhalten zu ermahnen. Darüber berichtet das medienkritische Onlineportal „Übermedien“, das den Fall aufgedeckt hatte (die OZ berichtete).

Stralsund TV ist – anders als bei einer richtigen Rüge – nicht verpflichtet, über die Beanstandung in seinem Programm zu berichten. Die Zuschauer würden dann von dem Sender selbst nichts über den Ausgang des Interviewskandals erfahren, der im Mai bundesweit Bekanntheit erlangt hatte.

Trotz der milden Strafe sei die Form, in der das Interview zuvor abgesprochen worden ist, ein klarer Verstoß gegen Artikel 23 des Landesrundfunkgesetzes, betonte der Direktor der Landesmedienanstalt, Bert Lingau. In dem betreffenden Artikel des Landesrundfunkgesetzes sind allgemeine journalistische Grundsätze beschrieben. Demnach habe der Sender bei dem Interview, das bereits im Januar ausgestrahlt worden war, seine Unabhängigkeit nicht ausreichend vor den Interessen des Oberbürgermeisters geschützt.

Wie „Übermedien“ im Mai berichtete, sei das Interview vor der Aufnahme bis ins Detail vorbesprochen worden. So soll die Pressestelle des Rathauses auch auf Fragen der Moderatorin und verschiedene Kameraeinstellungen Einfluss genommen haben.

Nachdem die Sache öffentlich geworden war, hatte Badrow gegenüber dem NDR-Medienmagazin „Zapp“ Fehler eingeräumt. „Wir werden natürlich noch mal darüber reflektieren, ob das eine gute Idee ist. So wie man aus allen Dingen lernt. Und wir werden uns das auch für nächstes Jahr anschauen und darüber nachdenken“, sagte er.

Auch der Geschäftsführer des Senders, Frank Plückhahn, hatte später betont, dass die Absprachen etwas zu ausführlich gewesen seien. Direkt nach der Ausstrahlung hatte Badrow zunächst versucht, das Interview nachträglich umzudeuten: Es habe sich um seine jährliche Neujahrsansprache gehandelt, für die man eine andere Form gewählt habe.

Merkwürdig ist, dass die Entscheidung der Landesmedienanstalt, den Fall zu beanstanden, verschiedenen Medien bekanntgegeben wurde, noch ehe Plückhahn der Beschluss zugestellt worden ist. Erst dann kann der Sender vier Wochen lang Widerspruch gegen die Entscheidung einlegen. Dem Beschluss soll die Landesmedienanstalt noch eine gepfefferte Rechnung über 800 Euro beigelegt haben. Dies seien die Verwaltungsgebühren, die bei der Bearbeitung des Vorgangs angefallen sind.

Die Landesmedienanstalt überwacht die privaten Radio- und Fernsehprogramme in MecklenburgVorpommern und erteilt ihnen die Sendelizenzen. Lokale Fernsehsender haben in den meisten Fällen ein aus journalistischer Sicht problematisches Geschäftsmodell. Die Redaktionen produzieren sowohl bezahlte Werbefilmchen und Gefälligkeitsberichte für Anzeigenkunden, mit denen die Sender ihr Geld verdienen, als auch normale Nachrichten. Im Fall des 21 Minuten langen Badrow-Interviews sei aber nach Angaben der Landesmedienanstalt kein Geld geflossen, weshalb der Verstoß auch nicht schärfer zu ahnden sei als mit der nun ausgesprochenen Beanstandung.

Benjamin Fischer

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