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Stralsund sagt Ja: Standesamt verkündet Hochzeitsrekord

Stralsund Stralsund sagt Ja: Standesamt verkündet Hochzeitsrekord

Im vergangenen Jahr wurden 459 Ehen geschlossen, das ist im Vergleich zu 2015 ein Anstieg von fast 30 Prozent

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Die Frauen, zu denen alle Ja sagen: die Stralsunder Standesbeamtinnen Jana Boljahn, Christiane Mikolajtschik, Rena Stolp, Silke Boldt, Monique Stiboy und Corinna Wieck (v. l.), es fehlen Sylvia Sabiniarz und Sarah Cornils. FOTOS (2): HANSESTADT STRALSUND/PRESSESTELLE

Stralsund. Hochzeits-Boom in Stralsund: Im vergangenen Jahr haben sich in der Hansestadt 459 Brautpaare das Ja-Wort gegeben. Das ist ein Anstieg von fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als 361 Ehen beurkundet wurden. Mehr Trauungen hat es in Stralsund seit der Wende nur im Jahr der deutschen Einheit gegeben. Dabei entwickelt sich die Stadt am Sund auch noch zum Hochzeits-Mekka. Denn: Fast jedes zweite Brautpaar kommt von auswärts. Silke Boldt (46), Leiterin des Standesamtes: „Das ist ein Trend, den wir seit einigen Jahren beobachten.“ Aus ganz Deutschland melden sich Frauen und Männer an. Sogar aus dem Ausland, wie zum Beispiel aus Kolumbien, Afghanistan, Spanien, Russland, Frankreich, Kuba, Norwegen oder Österreich. Silke Boldt: „Sie bringen ihre Familien mit, ihre Traditionen. Das ist sehr interessant.“

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Im vergangenen Jahr wurden 459 Ehen geschlossen, das ist im Vergleich zu 2015 ein Anstieg von fast 30 Prozent

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Dabei ist der Hochzeits-Tourismus für Stralsund tatsächlich ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Nicht nur die Haushaltskasse der Hansestadt wird dadurch aufgebessert – die Gebühren für eine Eheschließung betragen immerhin zwischen 50 und 100 Euro – auch andere Branchen wie die Gastronomie, Modehäuser, Blumenhändler oder Fotografen profitieren davon. Da fließt Geld zu uns, das seine Quelle in anderen Regionen hat.

Natürlich ist es auch die tolle Atmosphäre im Backstein-Welterbe, die sich nicht nur deutschlandweit herumgesprochen hat und immer mehr Menschen anzieht. Es ist auch das Engagement der Mitarbeiter im Standesamt, die versuchen, alle Wünsche zu erfüllen. Neben den derzeit fünf festangestellten Standesbeamtinnen Silke Boldt, Sylvia Sabiniarz, Christiane Mikolajtschik, Corinna Wieck und Jana Boljahn gibt es auch drei so genannte Ad-hoc-Standesbeamtinnen. Rena Stolp, Monique Stiboy und Sarah Cornils arbeiten eigentlich in anderen Abteilungen der Stadtverwaltung, haben sich entsprechend ausbilden lassen und helfen in den Hochzeits-Hochzeiten von Mai bis September neben ihrer eigentlichen Arbeit im Standesamt aus. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Silke Boldt. „Nur so waren wir zum Beispiel in der Lage, im vergangenen Jahr 247 Paare an einem Sonnabend zu trauen.

Eheschließungen sind in Stralsund in vier verschiedenen Räumen möglich: im Großen Trauraum und in der Kleinen Ratsstube im Rathaus, in der Kapelle St. Annen und Brigitten in der Schillstraße sowie in der Kapitänskajüte der „Gorch Fock“ (I) im Hafen.

In diesem Jahr zeichnet sich bereits jetzt ein ähnlich großes Interesse an Trauungen in der Hansestadt ab. Für den Pfingstsonnabend gibt es 13 Anmeldungen. Für Freitag, den 7. 7. 2017, interessieren sich immerhin zehn Paare. Auch die so genannten Brückentage am 2. und 30. Oktober wurden reserviert. Silke Boldt: „Überraschend für mich ist allerdings, dass sich noch niemand den 17. 7. 2017 als möglichen Hochzeitstermin in Stralsund herausgesucht hat. An dem Montag gibt es also noch genügend freie Kapazitäten.“

Steil bergauf

Seit zehn Jahren nimmt die Zahl der Eheschließungen in Stralsund wieder zu. Vor allem in den vergangenen drei Jahren ging es steil bergauf. 2016 gab es 459 Trauungen.

Vor der Wende hatte es fast immer 500 bis über 600 Trauungen pro Jahr gegeben, 1990 waren es noch 587. Dann gab es einen Einbruch. 1991 wurden nur noch 231 Ehen in der Hansestadt beurkundet. Der absolute Tiefpunkt war dann im Jahre 2003 mit nur 207 Eheschließungen erreicht.

Jetzt ist Stralsund nicht nur ein beliebter Hochzeitsort für Einheimische. Rund jedes zweite Paar reist extra in die Hansestadt, um hier den Bund fürs Leben zu schließen.

Jens-Peter Woldt

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