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Stralsund Stralsund soll leiser werden
Vorpommern Stralsund Stralsund soll leiser werden
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03:43 31.08.2013
Besonders laut: Der Knieperdamm und die Prohner Straße sind stark belastet. Quelle: Jens-Peter Woldt

Es ist einfach zu laut. Zum Beispiel an der Prohner Straße, auf dem Carl-Heydemann- Ring, am Tribseer Damm. Sogar der sanierte Frankendamm überschreitet Grenzwerte. Die liegen in der Nacht bei 55 dB (Dezibel) und am Tage bei 65 dB. Alles, was wir dauerhaft darüber ertragen müssen, kann uns krank machen. Weil das so ist, gibt es seit 2002 eine Umgebungslärmrichtlinie der EU. Die wurde erarbeitet, um die Bürger vor schädlichem Straßenverkehrslärm zu schützen.

Das Ingenieurbüro Umweltplan aus Stralsund hat jetzt für die Hansestadt einen Aktionsplan vorgelegt. Der enthält Vorschläge, die Stralsund Schritt für Schritt leiser machen können. Konkret zielt er auf Straßen ab, auf denen täglich im Durchschnitt mindestens 8000 Fahrzeuge fahren.

Der Physiker Rainer Horenburg stellte den Entwurf des Plans am Donnerstagabend im Löwenschen Saal des Rathauses vor. „Verkehrslärmminderung zieht viele andere positive Effekte nach sich“, sagte er während der Veranstaltung, zu der allerdings nur ein Dutzend interessierter Bürger gekommen war.

Gesteigert werde nicht nur die Lebensqualität der Einwohner, es werde zudem unter anderem der Schadstoffausstoß gesenkt und die Sicherheit auf den Straßen erhöht. Denn: Fast alle Maßnahmen zur Reduzierung der Beschallung der Anwohner von stark befahrenen Straße basieren auf der Reduzierung von Verkehr.

So schlägt Horenburg in dem Gutachten zum Beispiel vor, auf der Prohner Straße nachts Tempo 30 vorzuschreiben. Es gebe Erfahrungswerte, so der Physiker, dass eine Reduzierung der Geschwindigkeit im Stadtverkehr um 20 km/h kaum Zeitverlust bedeute. Die Kreuzung mit dem Heinrich-Heine-Ring oder die Einmündung der Spielhagenstraße in den Knieperdamm könnten zu Kreisverkehren umgebaut werden, um den Verkehr besser fließen zu lassen. Ständiges Stoppen und Anfahren der Kraftfahrzeuge verursache besonders viel Lärm. Mehr öffentlicher Personennahverkehr, lärmschluckende Fahrbahnbeläge und die Verlagerung des Autoverkehrs auf Umgehungsstraßen seien weitere Möglichkeiten, den Lärm zu reduzieren. Radfahr- und Parkstreifen entlang breiter Straßen könnten zudem die Akzeptanz bei Autofahrern für Tempo 30 erhöhen.

Jens Taubenest aus der Vogelsangstraße kritisierte die Vorschläge. „Wir müssen Verkehr ermöglichen und nicht reduzieren“, sagte er. Von einem Ingenieurbüro erwarte er mehr Einfallsreichtum, um dem Problem Lärm entgegenzuwirken. Enttäuscht waren auch Anwohner der Reiferbahn, die sich Maßnahmen gegen den Krach der Hafenbahn erhofft hatten, oder des Voigdehäger Wegs, die unter starkem Lkw-Verkehr leiden. Beide Probleme fallen jedoch nicht in die Zielgruppe des Lärmaktionsplans, der ausschließlich Straßen mit mehr als 8000 Autos am Tag betrifft. Dennoch wurden sie von Mitarbeitern der Stadtverwaltung aufgenommen, um nach Lösungen zu suchen.

Im September befassen sich die Gremien der Bürgerschaft mit dem Entwurf. Dann wird er veröffentlicht und kann diskutiert werden.

Verkehrslärmminderung zieht viele andere positive Effekte nach sich.“Rainer Horenburg, Physiker

Jens-Peter Woldt

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