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Stralsunder Chefarzt gründet Stiftung

Stralsund Stralsunder Chefarzt gründet Stiftung

Matthias Birth möchte Krebspatienten bei der Bewältigung der Krankheit und des Alltags helfen.

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Prof. Matthias Birth (50) wählte als Symbol der Stiftung „Betroffen“ für Krebskranke den Windflüchter — einen Baum, der vom Sturm gezeichnet ist, dem Wind aber dank seiner guten Verwurzelung auch trotzen kann.

Quelle: Marlies Walther

Stralsund. Als Arzt ist Matthias Birth seit über 20 Jahren in der Tumorchirurgie tätig. Hautnah erlebt er die zahlreichen Probleme und Auswirkungen mit, die das Krankheitsbild für die Bewältigung des Alltags hat. Nicht nur für die Patienten selbst, sondern auch für die Mitmenschen.

„Keine Erkrankung bringt so viel Angst und Ungewissheit mit sich wie die Tumordiagnose“, sagt Prof. Birth. Welche dramatischen Einschnitte damit verbunden sind, hat er bis in die eigene Familie gespürt. Sein Vater ist an Krebs gestorben.

Nach dem ersten Schock würden sich die Betroffenen viele Fragen stellen: Warum gerade ich? Wie geht es jetzt weiter? Was bedeutet dies für mein weiteres Leben? Kann ich gesund werden? Wie sage ich es meinen Angehörigen? Und immer ist neben der körperlichen Beeinträchtigung auch die Psyche betroffen. Kollegen und Freunde sind ebenso wie Familien verunsichert im Umgang mit dem Patienten — vor allem, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist.

Besonders schwer ist es, wenn Kinder erkranken. Nicht nur für die kleinen Patienten, sondern auch für die Geschwister, weil plötzlich ihre Welt zusammenbricht und sich alles nur um den anderen dreht.

Um bei dieser Vielzahl von Problemen, die oft auch mit finanziellen Nöten verbunden sind, Unterstützung geben zu können, hat Professor Birth jetzt die Stiftung „Betroffen“ gegründet. „Ich möchte dort helfen, wo unser Gesundheitssystem dies noch nicht vermag, wo aber zugleich rasche Hilfe ganz praktisch die Lebenssituationen verbessern kann“, sagt der Mediziner. Denn das sei gerade in unserer einkommensschwachen Region dringend nötig.

Birth, der seit zehn Jahren als Chefarzt der Chirurgie am Helios Hanseklinikum tätig ist und hier auch die Funktion des Ärztlichen Direktors ausübt, gibt zu, dass er „in einer privilegierten Situation“ sei. Als 50-Jähriger blicke er auf ein „bisher erfülltes, glückliches Leben zurück“. Davon wolle er nun gern etwas zurückgeben. Deshalb habe er sich zusammen mit seiner Frau entschlossen, privat diese Stiftung ins Leben zu rufen.

Als Symbol hat Birth den Windflüchter gewählt. Das sei für ihn ein Zeichen im doppelten Sinne: „Der Baum ist durch den Wind gezeichnet, kann dem Sturm aber trotzen, weil er gut verwurzelt ist.“

Zugleich stehe er als Wahrzeichen für die Region. Auch die Betroffenen seien durch Krebs gezeichnet. Ihnen will die Stiftung Halt geben.

„Diese Unterstützung kann sämtliche Bereiche — sowohl materieller wie auch immaterieller Natur — umfassen. Sie rückt aber immer die Krankheits- und Alltagsbewältigung in den Mittelpunkt“, sagt Birth.

Dazu zählen auch Beratungsangebote. Wichtig sei ihm, dass es sich um eine treuhänderische und gemeinnützige Stiftung handelt. Über die Verwendung der Gelder entscheidet ein Kuratorium.

Birth selbst hat einen fünfstelligen Betrag in das Grundkapital eingebracht. „Um helfen zu können, sind wir aber auf Spenden angewiesen“, macht er deutlich. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite der Stiftung, über die es auch möglich ist, online zu spenden. Außerdem sei persönliches, ehrenamtliches Engagement immer willkommen. Geplant sind zudem verschiedene Charity-Veranstaltungen. „Wir hoffen, dass es etwas Gutes wird. Ein Pflänzchen, das Schritt für Schritt wächst“, sagt Birth.

Siebenköpfiges Kuratorium entscheidet
Die treuhänderische Stiftung „Betroffen“ , deren Gemeinnützigkeit bestätigt ist, will Tumorpatienten beziehungsweise deren Angehörige in der Region Vorpommern-Rügen unterstützen. Dabei geht es um die Krankheits- und Alltagsbewältigung. Hierzu zählen psychosoziale Hilfs- und Beratungsangebote. Es ist geplant, einen Härtefonds für jene einzurichten, die durch die Krankheit in eine finanzielle Notlage geraten sind.
Über die Verwendung der Stiftungseinkünfte und Spenden entscheidet ein Kuratorium, das aus sieben Mitgliedern besteht: Neben Chefarzt Prof. Matthias Birth sind das Landrat Ralf Drescher (CDU); Prof. Harald Freyberger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Helios Hanseklinikum; Thomas Wolff, Chef der Onkologie; Privatdozent Dr. Rainer Möllmann aus Greifswald; Petra Voß, ehemalige onkologische Schwester, sowie der Stralsunder Rechtsanwalt Arnd Schulte.
Wer die Stiftung unterstützten möchte, kann spenden oder zustiften. Das Spendenkonto: Sparkasse Vorpommern
IBAN: DE89 1505 0500 0102 044899
BIC: NOLADE21GRW
• www.stiftung-betroffen.de.

 



Marlies Walther

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Prof. Matthias Birth gründete die Stiftung „Betroffen“, um Krebspatienten und deren Angehörige zu unterstützen. Als Symbol wählte der Mediziner den Windflüchter.

Der Chirurg Prof. Matthias Birth aus Stralsund möchte Krebspatienten bei der Bewältigung der Krankheit und des Alltags helfen.

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