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Stralsund Stralsunder machen Wallenstein Beine
Vorpommern Stralsund Stralsunder machen Wallenstein Beine
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07:38 21.07.2016
Diese Experten haben das Störtebeker-Bier der Stralsunder Wallensteintage für gut befunden (v.l.): Bürgerschaftspräsident Peter Paul, Andrea Herrmann aus dem Kulturbüro der Stadtverwaltung und Thomas Schulz, stellvertretender Bürgerschaftspräsident. Quelle: Alexander Müller

Die Stadt ist belagert. Gaukler, Markttreibende in historischen Kostümen und Landsknechte haben Stralsund fest in der Hand. Es gibt keinen Zweifel mehr daran, dass in der Hansestadt ab heute Abend die traditionellen Wallensteintage gefeiert werden.

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Die Festtage erinnern an die historische Belagerung der Hansestadt im Sommer 1628. Der historische Festumzug startet am Samstag um 16 Uhr am Hansa-Gymnasium. Vorher gibt es auf dem Alten Markt einen Aufmarsch der Landsknechte.

Mit diesem Volksfest wird alljährlich an den Sieg über General Wallenstein und seine Truppen im Jahr 1628 erinnert. Los ging es schon gestern Abend vor dem Rathaus, als Oberbürgermeister Alexander Badrow gemeinsam mit Wolfgang Michallik, Organisator und Chef der Veranstaltungsagentur Basic Events, das diesjährige Festbier zu dem historischen Spektakel angestochen hatte.

Während es heute Abend auf dem Alten Markt mit mittelalterlicher Musik auf der Bühne und einem Konzert der Folkband Sallys Gardens fast gemächlich losgeht, jagt ab morgen ein Höhepunkt den nächsten.

Der traditionelle Festumzug, der um 16 Uhr am Hansa-Gymnasium startet, und bei dem über 500 Teilnehmer erwartet werden, darf bei diesem historischen Spektakel auf keinen Fall fehlen. Zuvor sorgen jedoch um 14.45 Uhr die Landsknechte beim ersten Aufmarsch auf dem Alten Markt mit Waffenschau und Musketenschießen für ordentlich Radau.

Dort und in der Mühlenstraße konzentriert sich das historische Treiben, mit Ständen und einer Bühne, auf der es abwechselnd Musik, Gaukelei, Feuershows und Schauspiel gibt. Gruselig wird es morgen Abend vor dem Rathaus. Dann setzt sich um 22.15 Uhr der Pestzug in Bewegung, mit dem an das Jahr 1629 erinnert werden soll, als dem „schwarzen Tod“ ein Großteil der Stralsunder Bevölkerung zum Opfer fiel.

Entlang der Semlower Straße, in der Stände zum Verweilen und Schauen einladen, geht es in Richtung Hafen, wo hinter dem Ozeaneum ein Biergarten und eine Bühne aufgebaut sind, auf der Konzerte unter anderem von der Rostocker Celtic-Rockband Bad Penny zu erleben sind.

Wer durch die Schillanlagen und über die Hansa-Wiese schlendert, um sich in den Feldlagern der Landsknechte, Musketiere und Kanoniere umzuschauen, die in diesem Jahr sogar aus England und Tschechien anreisen, ist schon mal am richtigen Ort, um sich den Anlandungsversuch der Kaiserlichen Truppen an der Sundpromenade anzuschauen. Sie werden am Sonnabend um 14 Uhr von der Wasserseite aus versuchen, die Stadt zu belagern und mit Sicherheit auf bewaffneten Widerstand treffen.

Die Ohren zuhalten sollten sich die Zuschauer am Sonnabend um 18 Uhr und am Sonntag um 15 Uhr auf der Hansa-Wiese, wenn der Kampf um Stralsund mit Musketen- und Kanonenschießen nachgestellt wird. Und da sich die Sanierung der Rathausfassade um einige Zeit verschiebt, kann sie auch bei den diesjährigen Wallensteintagen mit einem Barockfeuerwerk in Szene gesetzt werden.

Zur Kinderspeisung wird am Sonntag um 14.15 Uhr auf den Alten Markt eingeladen. Einst bekamen die Kinder aus den Armen- und Waisenhäusern der Stadt von den betuchteren Bürgern Spenden. Daran soll die Kinderspeisung erinnern. Nur dass heute in der Hansestadt symbolisch leckerer Blechkuchen verteilt wird. Im Anschluss daran erklingen die Trompeten zum sogenannten Hohnblasen, um den Abzug der wallensteinschen Truppen lautstark zu feiern.

Umfangreiche Informationen unter www.wallensteintage.de

Koboldspucke und Met

Am Semlower Kanal hinter dem Ozeaneum haben der Biergarten mit Live-Musik und der Rummel am Hafen heute bis 23 Uhr, morgen von 11 bis 0 Uhr, Sonnabend von 11 bis 1 Uhr und Sonntag von 11.30 bis 20 Uhr geöffnet.

Auf dem Alten Markt und in der Mühlenstraße treffen Besucher zu diesen Zeiten auf offene Stände. Dort gibt es Tavernen mit Honigbier und Koboldspucke. Brätereien und Bäckereien verleihen dem Markt neben Kunsthandwerk und vorführendem Handwerk eine besondere Atmosphäre.

Für Besucher der Wallensteintage wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen. Die Altstadt sollte nach Möglichkeit weiträumig umfahren werden.

Am Veranstaltungswochenende verkehren die Busse der Linie 7 auch am Sonntag zwischen dem P+R-Parkplatz an der Werftstraße und der Altstadt.

Bewohner der Innenstadt mit den Parkausweisen der Zonen 3 und 6 können während der Veranstaltung alle Bewohnerparkflächen in der Altstadt nutzen. Zusätzlich werden die Parkplätze Am Fährwall, Ippenkai und Frankendamm für Bewohner mit Parkausweis Nr. 1, 3 und 6 frei angeboten.

Morgen verschiebt sich die Öffnung der Querkanal- und der Langenbrücke wegen des Festumzuges um mehrere Minuten. Sobald der Zug die Brücken passiert hat, werden diese für den Schiffsverkehr geöffnet.

Miriam Weber

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