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Stralsunds berühmteste Fassade wird saniert

Stralsund Stralsunds berühmteste Fassade wird saniert

Am kommenden Montag wird mit der Montage des freistehenden Baugerüsts begonnen / Mitte November soll alles fertig sein

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Stralsunds berühmteste Fassade wird eingerüstet und bis in den Herbst hinein saniert.

Quelle: Foto: Hansestadt Stralsund

Stralsund. Das wohl bekannteste Wahrzeichen der Hansestadt verschwindet dieses Jahr hinter einem Baugerüst. Für 675000 Euro soll die berühmte Schmuckfassade des Rathauses saniert werden. Am kommenden Montag beginnen Fachleute mit dem Aufbau des Gerüsts an der Vorderseite und auch an der Rückseite der rund 700 Jahre alten und über dem Dach des Rathauses freistehenden Backsteinkonstruktion. Stadtsprecher Peter Koslik: „Weil das Gerüst frei steht, also nicht an der Fassade verankert wird, ist allein sein Aufbau eine komplizierte Angelegenheit und wird bis weit in den April hinein dauern.“

 

OZ-Bild

Weil das Gerüst frei steht, also nicht an der Fassade verankert wird, ist allein sein Aufbau eine kompli- zierte Ange- legenheit.Peter Koslik, Stadtsprecher

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Notwendig ist die umfassende Sanierung, weil Wind, Wetter und der Zahn der Zeit ihre Spuren am Mauerwerk hinterlassen haben. Dabei geht es auch um jene Ziegel aus dem Mittelalter, die sich hinter der Fassaden-Verklinkerung befinden, die erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angebracht wurde. Geplant ist neben der Mauerwerkssanierung unter anderem die Verbesserung der stabilisierenden Stahlkonstruktion.

Mit dem Ende der Arbeiten und dem Abbau des Gerüstes ist Mitte November zu rechnen. Koslik verweist noch einmal darauf, dass das Betreten des Gerüstes für Unbefugte nicht gestattet ist. Im September 2015 war von einem Türmchen der Fassade eine Wetterfahne gestohlen worden.

Damals hatte dort ein Baugerüst im Zusammenhang mit den Voruntersuchungen für die Sanierung gestanden. Unter anderem wurden von Experten Ziegel als Basis für die erforderlichen Materialuntersuchungen und die Formsteinbeschaffung entnommen. Steine, die jetzt ersetzt werden sollen, weil sie brüchig sind, stellt eine darauf spezialisierte Firma im brandenburgischen Glindow her.

Bereits im Jahre 2011 waren die Schäden an der Rückseite der Schaufassade erfasst worden. Zwei Jahre später folgten ein bauhistorisches Gutachten und die Notsicherung. Letztmalig wurden in den Jahren 1993 bis 1995 sowie 1998 Fassadenteile des Rathauses saniert. Experten gehen davon aus, dass das im Durchschnitt alles 20 Jahre nötig ist.

Ernst von Haselberg gab der Fassade ihr jetziges Aussehen

Die Schaufassade des Rathauses ist mit den sechs Jochen etwa 30 Meter breit und rund 29 Meter hoch. An der Ostseite sind die zwei Joche rund 13 Meter breit. Bei einer Höhe von 14 Metern beginnen die im oberen Teil freistehenden Giebel.

Das Rathaus der Hansestadt ist etwa 700 Jahre alt. Die Schaufassade hat ihre jetzige verklinkerte Oberfläche allerdings erst seit Ende des 19. Jahrhunderts.

Die ursprüngliche Oberfläche war Mitte des 18. Jahrhunderts unter einer Putzschicht verschwunden. Dabei gingen alle mittelalterlichen Schmuckelemente verloren.

Stadtbaumeister Ernst von Haselberg ließ 1881 von den Giebeln den Putz entfernen und versah die Schaufassade bis über die großen Saalfenster mit einer neogotischen Ziegelwand. Damals wurden über den Saalfenstern, die ebenfalls verändert wurden, die Wappen der Hansestädte angebracht.

Jens-Peter Woldt

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