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Stralsund Stralsunds letzte Schandflecke verschwinden
Vorpommern Stralsund Stralsunds letzte Schandflecke verschwinden
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00:00 30.08.2018
Eine Herausforderung waren die Lichtverhältnisse in dem einstigen Speichergebäude in der Badenstraße 42.
Stralsund

Schlussspurt: In der Altstadt gibt es nur noch wenige unsanierte Bürgerhäuser. „90 Prozent der Gebäude sind in einem guten Zustand“, erklärt Ekkehard Wohlgemuth, Leiter des Amtes für Planung und Bau. „Ein paar Brocken stehen noch an oder werden derzeit in Angriff genommen“, sagt der Amtsleiter.

In drei Monaten sollen die Bauarbeiten an der Badenstraße 42 abgeschlossen sein / Auftakt zur OZ-Serie „Stralsund renoviert“

In loser Reihenfolge wird die OSTSEE-ZEITUNG Baustellen in der Innenstadt besuchen, bei denen es gerade rund geht und vorstellen, was mit den Häusern dort passiert. So wie die Badenstraße 42. Bei dem einstigen Sorgenkind ist nun ein glückliches Ende absehbar. Bauherr Werner Kessing hat sich des Mammut-Projekts angenommen und saniert das Giebelhaus. „Ich hätte gern früher damit angefangen“, erklärt er, „doch das Haus hat nicht grundlos 25 Jahre leer gestanden.“ Wie bei vielen anderen Gebäuden waren auch bei diesem die Eigentumsverhältnisse nur schwer zu klären. Das hat sich über Jahre hingezogen.

„Das ist einer der häufigsten Gründe, warum es mit manchen Sanierungen so lange gedauert hat“, sagt Ekkehard Wohlgemuth. Außerdem hätten schlechte Bausubstanz, Auflagen des Denkmalschutzes und Engpässe im Baugewerbe oft zu Verzögerungen geführt. Mit letzteren hatte auch Werner Kessing zu kämpfen. „Weil wir keine Handwerker, in ganz verschiedenen Gewerken finden konnten, zog sich einiges hin“, sagt Bauleiter Henry Held.

Seit Sommer 2016 geht es jedoch gemeinsam mit den Architekten des Büros Könenkamp Immobilien Schritt für Schritt voran. „Wir haben ein Haupthaus, einen Kemladen und ein Querhaus auf dem Hof“, erklärt Architekt Ralph Könenkamp. Zehn Wohnungen zwischen 30 und 140 Quadratmeter entstehen. „Das einstige viergeschossige Querhaus auf dem Hof konnten wir nicht halten“, sagt Ralph Könenkamp. Dort ist ein kompletter Neubau errichtet worden. „Das ist wie ein kleines Einfamilienhaus.“

Der jahrelange Leerstand hat dem Haus nicht gut getan. „Wir mussten einiges austauschen, der Schwamm hat den Weg in Holzbalken gefunden“, sagt Ralph Könenkamp. „Trotzdem haben wir versucht, viel Altes zu bewahren.“

Etwa zweieinhalb Millionen Euro muss Werner Kessing investieren. Förderung erhält er, wie viele andere Bauherren in der Altstadt, durch die Stadterneuerungsgesellschaft (SES). „Seit den 1990er-Jahren unterstützen wir die Bauherren dank eines Förderprogramms finanziell“, erklärt Liane Hahn von der SES. Seit 1990 sind etwa 43 Millionen Euro Städtebaufördermittel für Sicherungs- und Modernisierungsmaßnahmen für private Gebäude geflossen. Da die Sanierung der privaten Häuser in absehbarer Zeit in der Innenstadt abgeschlossen sein wird, könnten Bauherren über ein neues Förderprogramm Unterstützung erhalten. „Denn an Häusern ist immer etwas zu tun. Die, die als erstes fertig waren, könnten mittlerweile schon wieder die eine oder andere Frischekur vertragen“, so Liane Hahn.

So weit ist es in der Badenstraße 42 noch nicht. „Wir hoffen, dass wir in zwei, drei Monaten mit den Bauarbeiten fertig sind“, schaut Architektin Norma Könenkamp voraus. Für sie ist dieses Projekt „auf der einen Seite eine große Herausforderung, auf der anderen aber sehr spannend.“ So musste sie eine Lösung für die schwierigen Lichtverhältnisse in den einstigen Speicheretagen finden. „Kleine Fenster, geringe Deckenhöhe und viel Tiefe. Wir haben uns schließlich entschieden, einzelne Decken wieder rauszunehmen.“ Einige alte Balken an den Wänden zeigen noch, wo einst die Decke war. „Die haben wir bewusst an diesen Stellen gelassen.“ Auch alte Türen wurden wieder aufgearbeitet, Wandmalereien dokumentiert. „Das alte Portal und die Zwischentür werden ebenfalls wieder eingesetzt“, sagt Ralph Könenkamp. „Dabei haben wir Unterstützung vom ,Bürgerkomitee Rettet die Altstadt, erhalten.“

Baugeschehen in der Altstadt

Etwa 90 Prozent der Häuser in der Innenstadt sind in einem guten Zustand. Nach 1990 gab es etwa 740 Sanierungen und 240 Neubauten.

Derzeit leben 6100 Menschen in der Altstadt. Werden alle freien Flächen bebaut sein, könnte die Einwohnerzahl auf etwa 7000 steigen.

Viele private Bauherren haben bei den Sicherungs- und Modernisierungsmaßnahmen finanzielle Unterstützung von der Stadterneuerungsgesellschaft erhalten. Insgesamt sind seit 1990 etwa 43 Millionen Euro Städtebaufördermittel geflossen.

Bei einigen der wenigen verbliebenen Häuser laufen derzeit Bauarbeiten oder wird es bald losgehen.

Die OZ wird in den kommenden Monaten Baustellen besuchen und über die Zukunft der Häuser berichten. Achten Sie einfach auf das Logo „Stralsund renoviert“. Die nächste Folge erscheint im September.

Miriam Weber

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