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Stralsunds verborgene Schätze

Stralsund Stralsunds verborgene Schätze

Die OSTSEE-ZEITUNG stellt in zwei Teilen einige weniger bekannte Sehenswürdigkeiten der Hansestadt vor

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Der Störtebeker-Zyklus hängt unscheinbar in der Kleinschmiedstraße.

Stralsund. Kirchen, Ozeaneum oder Rathaus. Stralsund hat viele bekannte Sehenswürdigkeiten. Doch in den Gassen oder an Häusern sind so manche Schätze verborgen, die selbst einige Stralsunder nicht kennen.

OZ-Bild

Die OSTSEE-ZEITUNG stellt in zwei Teilen einige weniger bekannte Sehenswürdigkeiten der Hansestadt vor

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So wie die einstige Gasthauskirche St. Antonius, die in der Marienstraße 3 steht. Eine Steintafel über der Tür erinnert an ihre Geschichte. Im Jahr 1408 begannen Johannes Kulemann und Vicko Timme mit der Einrichtung eines Gasthauses, das erstmals 1430 zusammen mit der St. Antoniuskirche erwähnt wurde. Damals war das Haus eine Unterkunft für Arme und Alte, aber auch für Wandergesellen. Mit den Jahren änderte sich die Nutzung des Gebäudes.

Nachdem das Haus bei einer Explosion zerstört wurde, ließ es die schwedische Militärbehörde wieder aufbauen. Es wurde 1784 als erstes Stralsunder Krankenhaus eröffnet. Dafür hatte maßgeblich der Stadtarzt Dr. Bernhard Nikolaus Weigek (1720-1800) gesorgt. Bald wurde die Klinik jedoch zu klein. Ein Neubau, das heutige Ärztehaus am Frankenwall, musste her. Die Gasthauskirche diente fortan als Seuchenhaus. Seit 1950 befindet sich dort eine Apotheke.

Das Störtebeker-Relief dürfte hingegen vielen bekannt sein, denn die Tafeln des Künstlers Matthias Wegehaupt schmückten von 1983 bis 2010 am Ostkreuz die Blumenhalle Centraflor der Gärtnereigenossenschaft „Klaus Störtebeker“, später Sundflor. Mit der Umgestaltung des Rathausplatzes bekamen die 14 Bilder einen neuen Platz und sind nun etwas versteckt an der Fassade des Quartiers 17 in der Kleinschmiedstraße zu sehen.

Nur eine Parallelstraße weiter ist das Renaissanceportal in der Jacobiturmstraße 32 ein weiterer Hingucker. Das Portal gehört zu einem Gebäude, das im Jahr 1559 von Peter Bavemann errichtet wurde.

Zu dem dreiteiligen Ensemble gehörte auch ein Lustgarten auf dem Hof. Der nördliche Teil des Gebäudes wurde als Wohnhaus genutzt, dort befand sich ein großer Festsaal mit Kamin. Der mittlere Teil diente als Wagenhaus.

Das Renaissanceportal aus Sandstein ließ der Bauherr jedoch erst 1568 einbauen. Es ist rundbogig und wird von zwei Halbsäulen gerahmt. Im niedrigen Giebeldreieck befinden sich, eingebettet in einem Rankenwerk, die Wappen des Ehepaares Bavemann. Über dem Giebel sind drei Flachreliefs eingesetzt, die aus der berühmten Werkstatt des Lübecker Meisters Statius van Düren stammen. Während die mittlere Reliefplatte die Anbetung der Heiligen Drei Könige zeigt, sind links und rechts zwei Bildmedaillons zu sehen. Die Inschrift im Gebälk weist auf den Erbauer des Hauses, Peter Bavemann, hin.

Eine Klinik am Sund

Die Inschrift der Steinplatte in der Marienstraße erinnert an die einstige Nutzung des Hauses als erstes Stralsunder Krankenhaus. Dort ist zu lesen: „Dieses einst den heiligen Hospitalisten geweiht, aber durch eine schreckliche Pulverexplosion elend zertrümmert Haus, hat die treue Fürsorge eines Hoch Edlen Rathes wiederhergestellt und nun mehr zur Aufnahme und Heilung von Kranken bestimmt. Nach Rathsbeschluß haben es erbaut die Rathsmitglieder Kanzow, Schütt, Sohst. 11. Januar 1784“

1950 zog eine Apotheke in das Haus. Sie trägt seit 1955 den Namen des Stralsunder Chemikers Carl Wilhelm Scheele.

Miriam Weber

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