Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Streit um Parkplätze an St. Jakobi erstaunt Fachleute
Vorpommern Stralsund Streit um Parkplätze an St. Jakobi erstaunt Fachleute
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 15.09.2018
Geparkt wird auf dem Quartier 33 an St. Jakobi schon seit Jahren. Nach der Bebauung sollte damit eigentlich Schluss sein. Quelle: Foto: Alexander Müller
Stralsund

Weiter Streit um die Pläne für eine Bebauung der letzten freien Fläche in der Stralsunder Altstadt – dem Quartier 33 an der Jakobikirche.

Insbesondere die Anhänger von SPD und Grünen sind mit den Änderungen an der ursprünglichen Variante unzufrieden.

Dies ist der Eindruck einer überaus gut besuchten gemeinsamen Fraktionssitzung, zu der beide Parteien öffentlich eingeladen hatten. Neben dem Stralsunder Welterbebeirat raten inzwischen auch mehrere Stadtentwicklungsexperten, die bundesweit bereits ähnliche Projekte umgesetzt haben, übereinstimmend dazu, zu dem früheren Entwurf der Stadtverwaltung zurückzukehren. Demnach würde das Quartier im Innern autofrei bleiben. Zugunsten von grünen Gärten hinter den 18 geplanten Stadthäusern sollten die Parkplätze dort wegfallen. Dagegen wehren sich die Bürgerschaftsfraktionen von CDU und FDP sowie der Wählergemeinschaft Bürger für Stralsund (BfS).

Die Straßen rund um das 5100 Quadratmeter große Areal, das seit Jahren als Parkplatz genutzt wird, würden uneingeschränkt befahrbar bleiben. Die Variante, in fünf Jahren zusätzliche Stellplätze in einem Parkhaus zu schaffen, das auf der Fläche des jetzigen Polizeireviers in der Böttcherstraße erbaut werden könnte, hatten die Gegner der grünen Altstadtgärten stets als sehr vage abgetan.

Klaus Boehmer, Geschäftsführer bei dem Berliner Projektentwickler UTB, rät angesichts der Diskussionen dazu, darüber nachzudenken, wie die Anzahl der Autos reduziert werden kann, anstatt gleich neue Parkplätze ins Spiel zu bringen. Beispielsweise könnte in das künftige Parkhaus auf der Fläche des heutigen Polizeireviers ein Carsharing-Angebot integriert werden.

Boehmer: „Ein Carsharing-Fahrzeug ersetzt in der Regel fünf private Pkw.“ Die UTB entwickelt derzeit nahe des Greifswalder Stadtzentrums ein fast autofreies Wohngebiet mit 1400 Wohnungen. Die Anwohner sollen ihre Fahrzeuge später in einem Parkhaus abstellen, in dem zusätzlich Carsharing-Angebote vorhanden sind. Mit Blick in die Zukunft bezeichnet Boehmer Parkplätze als „toten Raum“, der in wenigen Jahren deutlich weniger genutzt werde als heute. Andere Experten sehen das ähnlich.

Der von der Stadtverwaltung mit der Gestaltung des Quartiers 33 beauftragte Stadtplaner Klaus H. Petersen bezeichnet grüne Grundstücke in der Altstadt als einen „Verkaufsschlager“. Er verweist im Bauausschuss der Bürgerschaft auf ein ähnliches Projekt in Lübeck.

Setzen sich in der Debatte am Ende doch die Autobefürworter durch, liegen bislang zwei Parkvarianten auf dem Tisch. Der Ersteren zufolge würden die Karossen rechtwinklig zu einer Privatstraße in den Gärten stehen. Die Straße soll quer durch das Wohngebiet führen. In diesem Fall wäre der Flächenbedarf, der zum Rangieren benötigt wird, sehr groß. Laut Variante zwei würden die Autos längs am Rand der Privatstraße parken, wodurch der Platzbedarf deutlich sinkt.

Benjamin Fischer und Ines Sommer

Elvira Schiprowski hat sich in der neuen Abteilung für plastische Chirurgie am Hanseklinikum mehreren Operationen unterzogen

15.09.2018

Lübecker investiert in Knieper West 12 Millionen Euro

15.09.2018

Annegret Bornefeld erzählt als ehemaliges Heimkind von ihren Erlebnissen in Greifswald / Gemeinsam mit Sven Wolff ist sie auf der Suche nach einer Erzieherin

15.09.2018
Anzeige