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Stralsund Streit um Stralsunder Präventionsarbeit hält an
Vorpommern Stralsund Streit um Stralsunder Präventionsarbeit hält an
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15:23 03.11.2018
Ob Prävention für Drogen-, Alkohol- oder Mediensucht, der Stralsunder Chamäleon-Verein ist im Landkreis ein gefragter Partner. Quelle: Raik Mielke
Stralsund

Langsam nimmt der Streit um die Finanzierung der Präventionsarbeit des Chamäleonvereins in Stralsund groteske Züge an. Nachdem man bereits monatelang im Jugendhilfe-Ausschuss diskutiert hatte, verwies der Kreistag Anfang Oktober trotz Ablehung des 30 000-Euro-Zuschusses das Thema wieder in den Aussschuss. Und der hat nun immer noch keine Entscheidung getroffen. Auf der Sitzung am Montagabend sagte Ausschussvorsitzende Kathrin Meyer (CDU): „In der Auflistung sind nicht alle Kosten nachvollziehbar, die offenen Punkte müssen nachgearbeitet werden.“ Kristine Kasten (SPD) betonte: „Wir wollen gerne helfen, es soll ja auch gezahlt werden, aber wir müssen genau wissen wofür. Ich bitte darum, dass für jedes Projekte ein Blatt mit Einnahmen und Ausgaben angelegt wird.“

Der Klausdorfer Bürgermeister Thomas Reichenbach, der ebenfalls für die CDU im Kreistag sitzt, glaubte, sich verhört zu haben. „Sie wollen für 77 Projekte ein Extra-Blatt… Außerdem verstehe ich nicht, worüber wir hier reden. Seit einem halben Jahr geht es in jeder Sitzung um die besagten Präventionsprojekte. Und jetzt stellt man fest, es fehlt die genau Kostenaufstellung?“ Reichenbach fragte sich, wer hier nun geschlafen hat, der Verein oder die Verwaltung. „Bisher ging es ja nur darum, ob wir die Zuschüsse bezahlen. Jetzt müssen wir über die genaue Höhe entscheiden. Und dafür brauchen wir diese Auskünfte“, verteidigte Kathrin Meyer die jetzige Vorgehensweise.

„Die Abrechnung für die Personalkosten hat das Jugendamt, wir sollen jetzt die Sachkosten belegen, die wir gar nicht beantragt und demzufolge auch nicht bekommen haben. Aber was bleibt uns anderes übrig. Wenn wir das Geld haben wollen, müssen wir diese 77 Blätter ausfüllen. Und das machen wir auch", will Chamäleon-Chefin Maren Bittner nicht aufgeben.

Hintergrund: Der Chamäleon-Verein hatte die bürokratisch aufwändigen Fördermechanismen der Europäischen Union und das damit verbundene „inhaltliche Verbiegen“ kritisiert und wollte sich von dieser Förderung verabschieden. „Weil man den Bedarf der Suchtprävention sah, hatten uns die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien im Juni versprochen, über den Kreistag Geld zur Verfügung zu stellen“, sagte Maren Bittner. Der Kreistag entschied dann Anfang Oktober mit einer Mehrheit von drei Stimmen dagegen, dennoch wurde das Problem noch einmal in den Jugendhilfeausschuss verwiesen. „Wir wollen helfen, wenn der Verein jetzt schnell nachliefert, können wir notfalls auch in einer Sondersitzung entscheiden“, sagte Kathrin Meyer.

Für 2019 will sich der Chamäleon-Verein in puncto Suchtprävention neu aufstellen. Um von Förderung unabhängig langfristig eine vernünftige Arbeit leisten zu können, wurde letzte Woche der Förderverein "Farbwechsel" gegründet (die OZ berichtete). Diese soll unter anderem die Personalkosten für die Sucht- und Medienprävention absichern, und das ohne Zuschüsse vom Jugendamt.

Ines Sommer

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