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Strelaback: Geschäftsführer rühren sich nicht

Stralsund Strelaback: Geschäftsführer rühren sich nicht

Alle Filialen bleiben geschlossen. Mitarbeiter hängen völlig in der Luft, weil ihr Arbeitsverhältnis noch nicht gekündigt ist.

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Wir werden versuchen, Kontakt zur Geschäftsführung aufzunehmen.“Jürgen Radloff, Chef der Arbeitsagentur

Stralsund. 65 Frauen und Männer des Bäckereibetriebes Strelaback stehen auf der Straße. Produziert wird nicht mehr. Alle zehn Filialen sind geschlossen (die OZ berichtete gestern).

Die Ratlosigkeit ist groß. Doch auch gestern meldete sich niemand aus der Sternberger Geschäftsführung in der Firma am Sund.

Und das macht die Sache für die Mitarbeiter besonders kompliziert. Rechtlich sind alle noch angestellt, auch wenn sie seit Monaten kein Geld kriegen. Bislang wurden ihnen keine Kündigungen ausgesprochen. Ein Insolvenzantrag soll noch nicht gestellt worden sein. „Grundsätzlich geht es um noch bestehende Arbeitsverhältnisse“, bestätigte Dr. Jürgen Radloff, Chef der Stralsunder Arbeitsagentur. Da bleibe den Arbeitnehmern zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur der Weg, den Arbeitgeber anzuschreiben und ihn in Verzug zu setzen, damit sie den ausstehenden Lohn bekommen.

„Wir als Agentur können keinen Insolvenzantrag stellen“, sagt Radloff. Als Agentur wäre ein Eingreifen erst dann möglich, wenn das Arbeitsverhältnis beendet ist. Radloffs Rat: Da einige der Beschäftigten aber offenbar schon über einen längeren Zeitraum kein Geld bekommen haben, könnten sie sich zumindest an das Kommunale Jobcenter wenden und einen Antrag auf Hartz IV-Leistungen stellen. „Wir werden versuchen, Kontakt zur Geschäftsführung aufzunehmen, um eine Klärung herbeizuführen“, kündigt Radloff an. Das scheint derzeit aber schwierig. Selbst Insolvenzverwalter Christian Langhoff erreicht die Geschäftsführer nicht und hat inzwischen rechtliche Mittel gegen die Investoren von der Sieben-Seen-Bäckerei in Sternberg eingelegt.

Das alles ist sehr bitter für die Betroffenen, die ohnehin nicht die Großverdiener sind. Sie erhalten Stundenlöhne von 6,50 Euro. Dennoch waren sie mit großen Hoffnungen ins neue Jahr gestartet, nachdem ein endloses Auf und Ab hinter ihnen lag. Im November 2012 hatte die Bäckerei, deren Geschichte bis in das Jahr 1960 zurückreicht, Insolvenz angemeldet. Ein scheinbar sicherer Käufer war im November 2013 abgesprungen.

Überraschend kurzfristig — innerhalb von drei Wochen — war der Insolvenzverwalter mit Bäckermeister Wilfried Schütte und Unternehmensberater Friedrich Landgraf von der Sieben-Seen-Bäcker GmbH Sternberg ins Geschäft gekommen. Im Dezember 2013 hatte die Gläubigerversammlung dem Verkauf zum 1. Januar 2014 zugestimmt. Anfang März wurden erstmals die offensichtlichen Zahlungsprobleme bekannt.

 



mw

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