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Stralsund Strelapark: Rückt die Erweiterung näher?
Vorpommern Stralsund Strelapark: Rückt die Erweiterung näher?
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00:00 28.07.2018
Stralsund/Kramerhof

Bereits im Herbst soll nach OZ-Informationen erneut eine Entscheidung über eine mögliche Erweiterung des Stralsunder Strelaparks fallen. Das Vorhaben war zuletzt vor sieben Jahren von zwei Gerichten mit der Auflage gestoppt worden, dass die Stralsunder Stadtverwaltung zunächst ein Einzelhandelskonzept vorlegen müsse, aus dem hervorgeht, welche Effekte eine Erweiterung des Strelaparks für die Stralsunder Innenstadt hätte. Auch die Auswirkungen auf die Umlandgemeinden müssen darin berücksichtigt werden.

Der Stralsunder Strelapark soll seit Jahren erweitert werden. Bisher ohne Erfolg. Jetzt könnte der Prozess doch noch in Gang kommen. Quelle: Foto: Benjamin Fischer

Neues Einzelhandelskonzept liegt inzwischen vor

Das Papier mit dem sperrigen Titel „Die Einzelhandelsentwicklung im Stadtumlandraum der Hansestadt Stralsund bis 2027“ ist inzwischen fast fertig. „Die vorgelegte Entwurfsfassung befindet sich derzeit in der Abstimmung“, teilt Anke Böschow, die Sprecherin der Stadtverwaltung, auf Anfrage mit. Erstellt worden ist das Konzept von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung. Das Unternehmen berät vor allem Städte und Gemeinden in Einzelhandelsfragen. Früheren Angaben zufolge soll das Konzept 38000 Euro kosten und vom regionalen Planungsverband Vorpommern, der Landesregierung und der Stadt Stralsund bezahlt werden. Nach der Sommerpause in den Kommunalparlamenten sollen nun die Gemeindevertretung in Kramerhof und die Stralsunder Bürgerschaft erneut über die Erweiterungspläne für den Strelapark, der sich auf dem Territorium von Kramerhof befindet, abstimmen. Dem Vernehmen nach soll die Geschichte über die Bühne gebracht werden, solange CDU-Landrat Ralf Drescher noch im Amt ist. Dies wäre bis zur Amtsübergabe an den SPD-Mann Stefan Kerth am 10. Oktober der Fall. Oberbürgermeister Alexander Badrow scheint sich von seinem Parteifreund in dieser sensiblen Angelegenheit mehr Unterstützung zu erhoffen als von Kerth. Insofern würde Zeitdruck bestehen.

Strelapark soll zusätzliche Verkaufsflächen erhalten

Die Sache ist an einen pikanten Grundstücksdeal geknüpft. Demnach wollen sich die Hansestadt Stralsund und die Gemeinde Kramerhof auf folgende Variante einigen: Kramerhof darf die Verkaufsfläche des Strelaparks vergrößern lassen, wenn Stralsund im Gegenzug ein begehrtes Stück Land zwischen dem Grünhufer Bogen und der Kreisstraße in Richtung Groß Kedingshagen bekommt. Mehr Verkaufsfläche bedeutet für die Gemeinde höhere Gewerbesteuereinnahmen. Eigentümerin des Strelaparks ist die Citti Handelsgesellschaft mit Sitz in Kiel, die bereits seit Jahren für eine Vergrößerung des Einkaufszentrums kämpft. Nachdem die Bürgerschaft sich aber bereits einmal gegen eine Erweiterung ausgesprochen hatte, um die Stralsunder Innenstadthändler zu schützen, haben im Anschluss sowohl das Oberverwaltungsgericht in Greifswald und in nächster Instanz das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ähnlich entschieden. Als städtisches Zentrum kann die Hansestadt solche Entwicklungen in den Nachbargemeinden allerdings sowieso unterbinden.

Will die Stadt mehr Einwohner anlocken, braucht sie Land

Das Oberverwaltungsgericht hatte in seiner Urteilsbegründung zudem den Ansatz im Landesentwicklungsprogramm bekräftigt, wonach Großprojekte im Einzelhandel „nur in zentralen Orten zulässig sind“.

Dies trifft auf eine kleine Gemeinde wie Kramerhof nicht zu. Einziger Ausweg ist nach Ansicht der Richter ein regionales Entwicklungskonzept für den Einzelhandel, in dem die Belange aller Kommunen rund um Stralsund berücksichtigt werden, also die Einzelhandelsregion Stralsund unabhängig von den kommunalen Grenzen als Ganzes betrachtet wird. Diesen Auftrag hat die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung nun erfüllt. Lukrativer wird die Sache für Stralsund durch einen anderen Umstand, der sich inzwischen eingestellt hat. Wenn Badrow an seinem Projekt „Bald haben wir 10000 Einwohner mehr“ festhalten will, muss er neues Bauland finden, was innerhalb der Stadtgrenzen Stralsunds nur in sehr begrenztem Umfang möglich ist.

Das Stück Land am Grünhufer Bogen wäre für den OB deshalb ein wichtiges Puzzleteil, um seine Zuzugsstrategie weiter zu verfolgen. Dieses Flurstück gehört zwar zum Großteil bereits der Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft (SWG), unterliegt aber der Planungshoheit der Gemeinde Kramerhof. Badrow will erreichen, dass die Fläche Stralsund zugeschlagen und von der Stadt eingemeindet wird, um hier unabhängig von Kramerhof ein Baugebiet planen zu können. Kramerhof verlangt dafür von der Stadt ein Go für die Erweiterung des Strelaparks, das nicht der Oberbürgermeister, sondern nur die Bürgerschaft geben kann.

Benjamin Fischer

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