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Stralsund Stresower Preußensäule steht seit gestern wieder
Vorpommern Stralsund Stresower Preußensäule steht seit gestern wieder
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00:00 04.04.2014
Steinmetz Stefan Tunack verfüllt die Fugen zwischen den Granittrommeln der Preußensäule in Groß Stresow mit Bleiwolle. Quelle: Maik Trettin

Noch immer kann Friedrich Wilhelm I. nicht triumphierend über die Stresower Bucht blicken. Die Reste des Standbilds des Preußenkönigs liegen weiter in einer Dresdner Werkstatt. Doch die Säulen, auf denen die Sandstein-Figur seit 1855 ruhte, stehen seit gestern wieder. Sächsische Steinmetze haben die drei Trommeln aus Granit nach dem Vorbild des Neukamper Gegenstücks auf einen Metallpfahl „gespießt“ und die jeweiligen Fugen abgedichtet. Anschließend wurde das Kapitell, also der obere Säulenabschluss, aufgesetzt. Letzteres ist wie die Statue aus Sandstein. Zwei der drei Trommeln, aus denen die Säule besteht, waren nahezu völlig zerstört. „Die haben wir durch neue ersetzt“, sagt Rudolf Käpplein vom Schweriner Büro für Baukonstruktion. Das hat die Pläne für die Sanierung der Preußensäulen entwickelt. Auf Rügen sind die Schweriner keine Unbekannten: Unter ihre Regie wurde beispielsweise auch die Wendeltreppe im Jagdschloss Granitz wieder nach historischem Vorbild restauriert. Mit den beiden Säulentrommeln ging das leider nicht. Die, sagt Käpplein, waren zu stark zerstört. Die Nachfolger gleichen den Originalen aber aufs Haar. „Das ist Flossenbürger Granit“, erklärt Käpplein. Lange habe man nach dem Stein mit der richtigen Farbe gesucht. Schließlich sollte er sich nicht von dem Material des mittleren Teilstücks, auf dem sich die Inschrift befindet und das original erhalten und wieder aufgearbeitet werden konnte, abheben. Der Unterschied zum Vorgängerdenkmal, das 1991 wegen seines schlechten Zustands abgebaut werden musste, ist von außen nicht zu erkennen. Er befindet sich im Innern der Granittrommeln. Die wurden durchbohrt und auf einen Metallpfahl, der aus dem Sockel, dem bereits erneuerten Postament ragt, übereinandere aufgefädelt. Dadurch soll die aus drei Teilen bestehende Säule an Standfestigkeit gewinnen. Die kleinen Hohlräume zwischen der Metallstange und dem Inneren der Säulentrommeln werden mit Beton zugegossen, die Fugen zwischen den Segmenten mit Bleiwolle abgedichtet. Damit sich nirgendwo Wasser sammeln kann, bekommt das Kapitell eine provisorische Edelstahlhaube — bis eines Tages wieder das Denkmal des Preußenkönigs auf der Spitze steht. Das Original wird es vermutlich nicht sein. „Wir suchen gegenwärtig noch nach einer Lösung, um eine Kopie des stark zerstörten Standbilds zu erstellen“, sagt Henry Schmuhl, der für Planung zuständige Fachdienstleiter beim Landkreis.



Maik Trettin

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