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Stralsund Handarbeitszirkel wollen helfen
Vorpommern Stralsund Handarbeitszirkel wollen helfen
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11:00 28.11.2018
Die Strickfrauen treffen sich einmal in der Woche auf dem Gelände der SIC, um für den guten Zweck zu stricken. Quelle: Rosa Ahrenberg
Stralsund

Bis die Nadeln glühen. Ob Halstücher, Socken, Mützen oder Kuscheltiere, die Damen der Handarbeitsgruppe sind regelrecht im Strickfieber. Die Rentnerinnen verwerten alles, was sie in die Finger bekommen und geben alles für soziale Projekte wie die Tschernobyl-Hilfe oder den Obdachlosenverband. Sie stricken und häkeln für den guten Zweck.

Als vor einigen Jahren, die Gruppe von Handarbeitsfrauen im Gebäude der Stralsunder Innovationsconsult (SIC) gegründet wurde, waren die meisten von ihnen gerade in Rente gegangen. Sie waren auf der Suche danach, etwas Sinnvolles mit ihrer freien Zeit anzufangen. Erstmalig trafen sie sich, um Spaß zu haben, verschiedene Themen zu diskutieren und natürlich, um nebenbei zu stricken. „Nach einer Weile ist ein richtiges Projekt daraus geworden“, erinnert sich Helga Köhn. Aus der geselligen Runde mit Kaffee und Kuchen wurde eine Gemeinschaft, die sich für soziale Organisationen wie die Kinder Krebsstation einsetzte. „Wir haben noch keinen genauen Namen für unsere kleine wöchentliche Zusammenkunft, aber ich nenne uns immer die Strickfrauen“, schmunzelt Barbara Rohde, eine der Gründerinnen.

Über den Kontakt mit Regina Deutscher, Vorsitzende des Vereins Tschernobyl-Hilfe, kamen sie vor zwei Jahren auf die Idee, den Opfern des Kernreaktorunfalls zu helfen. Vieler ihrer Wärme spendenden Strickarbeiten kommen nun als Spenden über den Verein zu einem Kinder- und Altenheim in Tschernobyl.

Doch diese Strickrunde ist längst nicht die einzige in der Hansestadt. Einmal in der Woche kommen die Damen des „Wollfädchens“ in den Räumlichkeiten der Volkssolidarität am Knieperdamm zusammen. Und das bereits seit 20 Jahren. Anfangs strickten die Damen für den Verkauf. Sie gingen auf Märkte oder Sommerfeste und versuchten so, ihren Kreis zu finanzieren. Doch das hat sich mittlerweile geändert. Seit etwa einem halben Jahr bieten die „Wollfädchen“ ihre Handarbeiten ebenfalls für den guten Zweck an. „Weil sich die Leute irgendwann einfach nicht mehr für die Waren interessiert haben, hat sich der Verkauf nicht mehr gelohnt. Deswegen stricken wir nun vor allem für Neugeborene im Hanseklinikum oder für die Bewohner der Obdachlosenunterkunft“, sagt Waltraud Scholz. „Dort freut man sich immer über unsere Arbeiten.“

Neben der Handarbeit genießen die Damen vor allem die Gesellschaft. Der wöchentliche Tapetenwechsel und das lustige Miteinander sind ein Fixpunkt für alle Mitglieder. „Wir können nicht den ganzen Tag nur vor dem Fernseher sitzen. Jetzt, wo wir in Renten gegangen sind, haben wir ja nicht mehr so viel zu tun. Hier wird es nie langweilig und wir haben immer etwas zu lachen“, sagt Waltraud Scholz.

Beide Gruppen haben allerdings schon bessere Zeiten gesehen. Über die Jahre leerten sich die Stühle und immer weniger Frauen kamen zu den Strickzirkeln. „Wir hatten eine Frau bei uns, die hat haufenweise Socken gestrickt. Bis zu 30 Paar. Sie ist leider von uns gegangen, aber wie ich immer sage: Sie hat ihre Spuren hinterlassen! Wir alle haben aus unserem Talent und diesem Hobby eine gute Tat gemacht“, ist Helga Köhn optimistisch. Um ihre Arbeit mit derselben Freude und demselben Erfolg weiter führen zu können, freuen sich beide Gruppen immer wieder über einen frischen Wind und tatkräftigen Neuzugang. Die Damen vom „Wollfädchen“ treffen sich dienstags, 14 Uhr im Haus der Volkssolidarität am Knieperdamm.

Rosa Ahrenberg

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