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Stralsund Studenten sprechen von „Schnüffelpraxis“
Vorpommern Stralsund Studenten sprechen von „Schnüffelpraxis“
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00:00 27.04.2016
Die Stralsunder Fachhochschule will künftig verlangen, dass Studierende ihren Arzt von der Schweigepflicht entbinden, wenn sie eine Prüfung wegen Krankheit verschieben wollen. Unter den Studenten ist diese Idee umstritten. Quelle: Jörg Mattern
Stralsund

Der Plan der Stralsunder Fachhochschule, dass Studenten Krankheiten und Symptome bei der Verschiebung einer Prüfung offenlegen sollen, wird unter den Betroffenen kontrovers diskutiert. Vor allem die im Formularentwurf vorgesehene Entbindung des Arztes von seiner Schweigepflicht wird als „Schnüffelpraxis“ bewertet. Namentlich wollte sich aber keiner gestern bei einer Umfrage vor der Fachhochschule dazu bekennen. „Wir haben hier schließlich noch ein paar Prüfungen zu absolvieren“, sagt einer.

Und auch diejenigen, die für etwas mehr Kontrolle aus Fairnessgründen sind, behalten ihre Namen besser für sich. Natürlich sei es praktischer, sich krank zu melden, wenn man sich schlecht vorbereitet fühlt, als am Ende durchzufallen, meinen manche. „Das wird auch so eingesetzt“, sagt eine junge Frau, die nicht als Denunziantin geoutet werden will.

Für andere ist die bisherige Praxis völlig ausreichend, sich eine Nichtteilnahme an der Abschlussprüfung aus gesundheitlichen Gründen vom Amtsarzt bescheinigen zu lassen.

Doch für die Hochschulleitung ist eben genau dieses Verfahren nicht mehr genug. Um die Prüfungsunfähigkeit bewerten zu können, sollen Studenten der Fachhochschule Stralsund künftig ihren Arzt von der Schweigepflicht entbinden. Der soll dann in einem Formular, das der OZ vorliegt, umfassende Angaben zu Diagnose und Symptomen machen — unabhängig davon, wie intim die Leiden sind. Auf Basis dieser Daten entscheidet dann eine Kommission, ob der Student aus ihrer Sicht zu krank für einen Test ist. Ursprünglich sollte das Formular schon zum Sommersemester eingeführt werden. Der Senat der FH hat gestern jedoch entschieden, sich zunächst vom Landesdatenschutzbeauftragten in der Sache beraten zu lassen.

Norbert Zdrowomyslaw, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der FH Stralsund, nimmt selbst Prüfungen ab. Eine Tendenz, dass seine Studenten sich vor Prüfungen durch Krankschreibung drücken, kann der Professor im Fachbereich Wirtschaft nicht ausmachen. Die Hochschulleitung gibt an, nicht zu erfassen, wie oft Tests wegen Krankheiten verschoben werden.

Für Norbert Zdrowomyslaw ist es ein gängiges Verfahren, dass der Student nachweisen muss, dass er krankheitshalber nicht in der Lage ist an einer Prüfung teilzunehmen. „Das ist letztlich ein Verwaltungsakt und die Frage ist, wie weit der ausgestaltet wird“, sagt der Professor. Bislang reichte auch bei seinen Prüflingen ein Krankenschein. Und letztendlich führe sowieso nichts an einer Prüfung vorbei: „Sie muss ja absolviert werden, auch wenn sie nur verschoben ist.“Die Hochschulleitung weist daraufhin, dass der Rücktritt von einer Prüfung auch ohne Angabe von Gründen möglich ist — dann allerdings nur dreimal.

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Von Jörg Mattern und Alexander Müller

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