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Stralsund Tagesklinik öffnet ihre Türen
Vorpommern Stralsund Tagesklinik öffnet ihre Türen
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00:00 13.12.2017
Ein Teil des Behandlungsteams der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie. Quelle: Foto: Hanseklinikum
Stralsund

Es ist der Klassiker: Katrin Meier (Name von der Redaktion geändert) ist zweifache Mutter und steht mitten im Berufsleben. Vor zwei Jahren hat sie ihren Mann verloren. Zeit zum Trauern nahm sich die 43-Jährige nicht, denn sie musste weiter funktionieren, ging arbeiten und kümmerte sich um die Kinder. Dann begannen die Kopfschmerzen.

In der Klinik für Psychosomatische Medizin finden nun mehr Patienten Platz / Haus 2 barrierefrei

Zunächst konnte sie die mit Tabletten bändigen. „Später kamen mehr Schmerzen hinzu, ein diffuser Ganzkörperschmerz“, erklärt Professor Philipp Kuwert, Chefarzt der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie des Helios Hanseklinikums. Schließlich schickte der Hausarzt die Patientin zu einem Schmerztherapeuten in der Klinik für Psychosomatische Medizin.

„Bei unseren Patienten ist es so, dass sie medizinisch nicht erklärbare körperliche Symptome haben“, sagt Philipp Kuwert. Die Ursachen für die Schmerzen zu finden, ist das Ziel des Behandlungsteams im Klinikum West. Nach der Renovierung der Räumlichkeiten der Tagesklinik bieten sich noch bessere Möglichkeiten. Im barrierefrei umgebauten Haus 2 haben in der Tagesklinik und Institutsambulanz 25 statt bisher 18 Patienten Platz, die Station bietet 24 Betten. „Damit können wir auch geschlossene Therapieprogramme anbieten, das ging vorher nicht“, erklärt der Chefarzt. Davon profitieren vor allem Patienten mit körperlichen Beschwerden ohne organische Ursache, Patienten mit schweren und chronischen Depressionen und Tinnitus-Patienten.

Doch zurück zu Katrin Meier. Nach einem ausführlichen Gespräch mit den Patienten wird überlegt, ob eine Aufnahme auf der Vollstation oder in der Tagesklinik sinnvoll ist. „Im Fall von Katrin Meier haben wir uns wegen ihrer familiären Verpflichtungen für die Tagesklinik entschieden“, sagt Philipp Kuwert.

Viele Menschen, die zur Klinik kommen, haben Traumatisierungen erlebt oder sind in einem Milieu groß geworden, in dem Gefühle keine Rolle spielten. Doch dieses Nicht-Zulassen von Gefühlen holt sie irgendwann auf körperlicher Ebene ein. In der Klinik werden die Patienten durch verschiedene Methoden dazu angeregt, über ihre Gefühle nachzudenken und diese zu äußern. Es gibt Einzel- und Gruppengespräche, Kreative Therapien und Entspannungsverfahren. Eine neue Möglichkeit ist das so genannte Bio-Feedback. Dabei werden körperliche Stressfaktoren wie Kopfschmerzen oder Anspannungen der Muskulatur optisch auf einem Monitor dargestellt. „Durch Entspannungsinstruktionen kann man direkt am Bildschirm mitverfolgen, wie der Körper reagiert“, erklärt Philipp Kuwert. Katrin Meier hat besonders durch das Malen gelernt, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen und den Tod ihres Mannes zu verarbeiten.

Auch wenn es immer mehr Faktoren gibt, die psychische Probleme befördern würden, sagt Philipp Kuwert, dass die Zahlen zwar „auf einem gleichbleibend sehr hohen Niveau wären“, aber in den vergangenen Jahren nicht signifikant gestiegen sind. „Jeder vierte Mensch hat im Laufe seines Lebens eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung“, sagt Philipp Kuwert und unterstreicht damit die hohe Zahl der Erkrankungen.

Heute öffnet die Tagesklinik für Psychosomatische Medizin im Klinikum West von 15 bis 18 Uhr ihre Türen. Interessierte sind eingeladen, sich von den Mitarbeitern durch das renovierte Haus 2 führen und sich über die verschiedenen Behandlungsangebote informieren zu lassen.

Einblicke bekommen

Heute Nachmittag von 15 bis 18 Uhr öffnet die Tagesklinik für Psychosomatische Medizin die Türen für Interessierte und Besucher. Die Mitarbeiter führen durch die renovierten und jetzt barrierefreien Räumlichkeiten des Hauses 2 im Klinikum West und informieren über die verschiedenen Behandlungsangebote.

Außerdem wird ein kleiner Imbiss für die Besucher angeboten.

Tagesklinik und Institutsambulanz bieten 25 Plätze, auf der Vollstation stehen 24 Betten zur Verfügung.

Miriam Weber

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