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Stralsund „Tanzen lässt einen den Himmel auf Erden spüren“
Vorpommern Stralsund „Tanzen lässt einen den Himmel auf Erden spüren“
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02:18 09.06.2017
Bei der Bauchtanzgruppe „Jale“ zählt der gekonnte Hüftschwung. Einmal in der Woche trainieren die Tänzerinnen. Quelle: Foto: Privat
Stralsund

Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen. Dieser Spruch prangt über dem Spiegel im Tanzsaal des Tanzsportclubs Blau-Weiß

Von Cheerleading bis Cha Cha Cha – junge Leute zieht es aufs Parkett

in Stralsund. „Tanzen lässt einen den Himmel auf Erden spüren“, sagt Jessica Nelson. Die 15-Jährige beschäftigt sich seit letztem Jahr mit dem Tanzen. Wegen des Jugendweiheprogramms ließ sie sich darauf ein, hatte zunächst ein paar Bedenken, war aber nach den ersten Tanzstunden nicht mehr vom Parkett zu kriegen.

Nun heißt es bei ihr jeden Freitag: Alles gerade rücken, eng aneinander und die Hand auf die Schulter des Tanzpartners. Für Jessica, die die Hermann-Burmeister-Schule besucht, ist Tanz „eine Art von Befreiung, denn man lernt neue Leute kennen und kann mit ihnen lachen und Spaß haben.“ Ihr Lieblingstanz ist übrigens der Walzer, weil er mit einigen kniffligen Schritten verbunden ist. In Zukunft möchte sie ihrem Hobby Tanz mehr Zeit einräumen, um auch an Turnieren teilzunehmen. „Es ist einfach eine wundervolle Erfahrung, über das Tanzparkett zu schweben.“

Musikalisches Taktgefühl und bewusstes Bewegen sind Fähigkeiten, die der 18-jährige Arne Stahl beim Standard- und Lateintanz ebenfalls beim TSC Blau-Weiß gelernt hat. „Zum Tanzen bin ich gekommen, weil ich es in einer Talentshow sah“, berichtet der Gymnasiast. Im Anfängerkurs hat er direkt eine Partnerin gefunden, mit der er mehr als drei Jahre zusammen als Paar tanzte.

An die schwierigen Anfänge kann sich Arne noch gut erinnern: „Zu Beginn hat uns ein hartes Grundlagentraining erwartet, bei dem man mehrere Minuten die Hüften bewegen musste und die Balance trainierte. Für mich war es erstmal schwer, aus meinen groben, steifen Schritten eine fließende, anmutige Bewegung zu formen.“ Schöne Hüftbewegungen helfen ihm jedoch, sich bei seinen Lieblingstänzen richtig in Szene zu setzen – wie Cha Cha, Samba und Jive, die zu den Lateinamerikanischen Tänzen gehören. „Ich tanze gerne, weil ich andere zum Tanzen auffordern möchte und wir gemeinsam Spaß haben können“, sagt der Abiturient. Privat nutzt er jede Gelegenheit, um Volkstänze zu lernen, vor allem Türkische.

Das Angebot beim TSC Blau-Weiß reicht natürlich weit über die Standard-Tänze hinaus. Seit 2003 gibt es dort unter anderem die Gruppe „Orientalischer Bauchtanz“. Zehn Tänzerinnen schwingen dort derzeit gerne und gekonnt unter dem Namen „Jale“ die Hüften.

Kerstin Puder, auch bekannt unter dem Namen Samira Oriental, leitet „Jale“. Über ihre Leidenschaft sagt sie: „Es ist so, als würde man jedes Mal aufs Neue seine eigene Eleganz und Weiblichkeit entdecken und so mit sich selber in Einklang kommen. Außerdem faszinieren mich die unterschiedlichen Tanzstile, von volkstümlich bis modern ist alles dabei.“ Um ihr Können noch eindrucksvoller zu zeigen, nutzen die Bauchtänzerinnen zusätzliche Hilfsmittel wie Tücher, Stöcker oder Fächer.

Egal, ob bei den jährlichen Leistungsshows bei privaten oder öffentlichen Auftritten: Die „Jale“-Tänzerinnen haben jede Menge Spaß an der Bewegung.

Eine Spur sportlicher wird es bei einem anderen Tanz. Teamwork, Ausdauer, Kraft, Vertrauen und Mut – diese Schlagwörter fassen die vielfältige Sportart Cheerleading gut zusammen. Das Wort Cheerleading kommt aus dem Englischen und setzt sich zusammen aus , cheer’ für Beifall und ,to lead’ für führen. Sinngemäß bedeutet es also, das Publikum zum Beifall führen. Die 17-jährige Vanessa Scharp hat viele Jahre bei der Cheerleader-Gruppe „Glamarous fighters“ (2008 bis 2016) getanzt. Die 15-köpfige Truppe war in Barth und im Umkreis sehr bekannt. „ Wir wurden zu vielen Dorffesten eingeladen. Ein besonders großes Event war immer das Kinderfest, worauf wir uns mehrwöchig vorbereitet haben.“ Trainiert wurde für gewöhnlich einmal pro Woche für zwei Stunden. Vor Wettkämpfen, wie zum Beispiel den Müritz Cup, kamen dann zusätzlich intensive Trainings-Wochenenden dazu. Und das kam des Öfteren vor, denn die „Glamarous Fighters“ nahmen regelmäßig an Meisterschaften teil.

„In unserer Sportart kommt es nicht auf die Leistung des Einzelnen, sondern die aller an. Ich denke, das ist auch wichtig für die eigene Entwicklung“, sagt Vanessa. Für sie ist das sich aufeinander Verlassenkönnen und das gegenseitige Vertrauen sehr wichtig. Gerade bei den vielen Stunts muss man sich gegenseitig absichern. Außerdem verstärkt Cheerleading viele soziale Kompetenzen. Etwas wehmütig ist Vanessa deshalb schon, wenn sie daran denkt, dass sich die Gruppe auflösen musste, weil viele der Mädchen zum Studieren in eine andere Stadt gezogen sind.

Allen Tanzgruppen ist übrigens gemein, dass sie sich über Nachwuchs freuen würden. Egal ob Standard, Latein, Bauchtanz oder Cheerleading – neue Gesichter oder viel mehr Tanzbeine sind herzlich willkommen.

Caroline Liebeskind (16) und Emely Potratz (15) besuchen die Jona-Schule. Laura Martens (15) lernt an der IGS Grünthal und Sabrina Scholz (18) legt derzeit ihr Abitur am Hansa-Gymnasium ab.

Kurse im Überblick

Den Tanzsportclub Blau-Weiß gibt es bereits seit 1957 in Stralsund. Derzeit hat er etwa 270 Mitglieder.

Die Cheerleader trainieren donnerstags von 16 bis 18.30 Uhr, Hip Hop wird dienstags von 20 bis 21 Uhr einstudiert, Orientalischer Tanz steht dienstags von 17 bis 20 Uhr auf dem Programm. Alle Kurse finden in der Maxim-Gorki-Straße 32 statt. Weitere Infos gibt es unter www.tanzsport-stralsund.de

Caroline Liebeskind, Laura Martens, Sabrina Scholz

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