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Stralsund Tatort Ball: Blutig, kriminell und witzig
Vorpommern Stralsund Tatort Ball: Blutig, kriminell und witzig
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00:00 31.03.2014
Gemordet wurde schon bei Verdi: Theater-Sängerin Anna Wagner überzeugte in der Rolle der kindstötenden Asucena. Fotos (8): Christian Rödel

„Halten Sie die Augen auf“, rief die junge Detektivin Nele Labrenz immer wieder den eintreffenden Gästen des Theaterballs am Samstagabend im Stralsunder Musentempel zu. Die 16-jährige Hansa-Schülerin vom Theaterjugend-Club drückte den festlich gekleideten Gästen auch noch eine aktuelle Ausgabe des Stralsunder Tageblatts zu, in dem unter der Schlagzeile „Leichenteile gefunden“ über gar schauerliche Ereignisse in der Hansestadt berichtet wird.

Neles Kollege ist an diesem Abend der 17-jährige coole Humphrey-Bogart-Darsteller Philip Bluhm, der bereits zum zweiten mal den Theaterball mitgestaltet. „Wir haben auch Zeugen vernommen, um die schrecklichen Morde aufzuklären“, so der Hansa-Schüler. Sehr blutig, höchst kriminell, aber auch witzig ging es also zu beim diesjährigen Theaterball unter dem Motto „Tatort Ball“ zu. Als Schirmherrin agierte in der Ballnacht die renommierte Berliner Krimi-Autorin Claudia Rusch und erklärte dem staunenden Publikum, dass sie 1971 in Stralsund geboren wurde, auf Rügen aufgewachsen und im jugendlichen Alter mit ihrer Mutter nach Berlin gezogen ist. „In den Ferien habe ich immer meine Großmutter, die in der Nähe des Hafens wohnte, besucht“, beschrieb die erfolgreiche Autorin, deren im angesehenen Fischer-Verlag erschienenen Bestseller „Meine freie Deutsche Jugend“ für Furore im Literaturbetrieb sorgte, ihre Verbundenheit mit Stralsund.

Temperamentvoll machte die Krimi-Autorin auch etwas Werbung in eigener Sache und stellte kurz den Inhalt ihres jüngsten Romans „Zapatek und die strafende Hand“ vor. Die meisten Orte der Handlung sind bestens bekannt, denn Kommissar Zapatek trifft seine alte Jugendliebe just in den Parkanlagen des Stralsunder Schill-Denkmals zufällig wieder. Mehr wurde nicht verraten.

Auf der Bühne wurde wenig später klar, dass die gesamte Opernliteratur sprichwörtlich von Toten lebte. Die Sängerinnen Linda van Coppenhagen, Anna Wagner und Luibov Belotserkovskaya bewiesen stimmgewaltig, wie Neid, Eifersucht, Gier und Hass die Menschen zu Mördern werden lassen können. Aus Verdis „Il trovatore“ und „Macbeth“ trugen die drei grazilen Damen Sangesszenen vor, die zuhauf kriminelle Energien aufwiesen. Da hatten ihre männlichen Sängerkollegen Thomas Rettensteiner und Alexandra Contantinescu nichts zu lachen. Es wurde gemeuchelt — ohne Rücksicht auf Verluste! Einen echten Tatort mit einem echten Forensiker bei der Arbeit erlebten die Ballgäste in der ersten Etage des Theaters: Hier demonstrierte Kriminalkommissar Timo Tolksdorf vom Stralsunder Kriminaldauerdienst (KDD), wie beispielsweise diverse Fingerabdrücke an einer Fundstelle mit einem Toten gesichert werden. „Ich möchte den Leuten zeigen, welche Unterschiede es zwischen Fernseh-Krimi und der Realität im Alltag bei der Kripo gibt“, meinte der 43-jährige Kriminologe, der seit 20 Jahren in diesem speziellen Polizeibereich tätig ist. Ein besonderer Überraschungsgast betrat zu vorgerückter Stunde die Bühne: Der Berliner Solo-Posaunist und Komponist der Polizeiruf-110-Erkennungsmelodie Hartmut Behrsing setzte sich ans Klavier und legte trotz seiner 72 Jahre mit einem musikalischen Drive los, der das Ballpublikum begeisterte. „Ich war mehrere Jahrzehnte an der Komischen Oper Berlin und habe nebenbei Aufträge bekommen, die Filmmusiken für den Polizeiruf 110 zu schreiben“, so der Komponist. In den 60ern war er schon mal in Stralsund, als hier die große Opernlegende Harry Kupfer arbeitete.



Christian Rödel

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