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Stralsund Tauziehen um einen Tarifvertrag
Vorpommern Stralsund Tauziehen um einen Tarifvertrag
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00:00 05.08.2016
Zeichen auf Sturm: Hestia-Wohnheim in Viermorgen. Quelle: Ines Sommer

Die Zeichen bei Hestia stehen auf Sturm. So hat die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ihr Statement zur Tarifpolitik in der Stralsunder Pflege- und Heimeinrichtung überschrieben.

Wenn sich die Geschäfts- führung weigert, mit uns zu sprechen, dann wird im September bei Hestia gestreikt.“Mario Klepp, ver.di Fachbereichssekretär

Und ver.di grollt: Trotz mehrmaliger Aufforderung seitens der Gewerkschaft lehne die Geschäftsführung die Aufnahme von Tarifverhandlungen ab.

Hestia-Geschäftsführer Christian Offermann sieht dazu keinen Gesprächsbedarf. „Zum einen ist es nicht so, wie die Gewerkschaft behauptet, dass wir hier eine tariflose Zone seien. Zum anderen haben wir erst 2015 eine Einmalzahlung an unsere 140 Mitarbeiter ausgeschüttet und in diesen Jahr gibt es zweimal zwei Prozent Tarifanhebung.“ Laut Offermann orientiert sich Hestia an dem einstigen Tarifwerk BAT-Ost aus Nachwendezeiten, mit allen Zulagen, die da möglich seien.

Jedoch hält offenbar auch die Belegschaft die Zeit reif für einen besseren Tarif. Wie es aus dem Betriebsrat heißt, sei die Unruhe unter den Mitarbeitern deutlich zu spüren. Es herrsche Verärgerung darüber, dass die Geschäftsführung sich so unnachgiebig zeige. Das werde auch deutlich an grün-weißen Ansteckern und Aufklebern mit der Aufschrift „Adé BAT 99“.

Für Mario Klepp heißt das: „Es wird Zeit, zu handeln.“ Der Fachbereichssekretär Gesundheit beim Landesbezirk ver.di-Nord verweist auf den hohen Organisierungsgrad bei Hestia. „70 Prozent der Mitglieder sind in der Gewerkschaft.“ Für sie und deren Kollegen will verd.di jetzt einen angemesseneren Tarif aushandeln. Laut Klepp gehe es zunächst um eine vernünftige Entwicklung und nicht darum, den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) durchzudrücken. „Es muss doch möglich sein, zunächst erst einmal miteinander ins Gespräch zu kommen.“

Christian Offermann spürt den Druck, den die Gewerkschaft da aufbaut. Die Geschäftsführung versucht über Aushänge und Rundschreiben, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Etwa, dass es bislang gelungen sei, ohne Ausgliederungen in andere Tarifbereiche für alle Belegschaftsmitglieder Arbeitsbedingungen zu schaffen, die weit über gesetzliche Regelungen hinausgingen. Für Offermann ist es ein Erfolg, dass so die Mitarbeiter der Haustechnik nicht ausgegliedert werden mussten. Und zum Beweis dafür, dass Hestia beim Lohn im Durchschnitt der Pflegebranche liegt, enthielten die Aushänge auch Jahrestarifgehälter – wie etwa vom DRK Sachsen oder dem Internationalen Bund West.

Mario Klepp indes kontert: „Da hat sich Hestia höchstens nach unten verglichen.“ Ihm fehlen da die deutlich besseren Löhne, die etwa die Awo in Rostock oder Bad Doberan zahlt. Und Klepp lässt keinen Zweifel daran, was das heißt: Zeichen auf Sturm. „Wenn sich die Geschäftsführung weigert, mit uns zu sprechen, dann wird im September bei Hestia gestreikt.“ Alles werde rechtzeitig angekündigt, damit die Geschäftsführung Notfallpläne für die Betreuung der Heimbewohner erstellen kann.

Jörg Mattern

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