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Stralsund Taxi-Mangel in Stralsund: Grüne fordern schnelle Lösung
Vorpommern Stralsund Taxi-Mangel in Stralsund: Grüne fordern schnelle Lösung
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15:27 29.10.2018
Tagsüber ist es kein Problem, wie hier am Bahnhof ein Taxi zu bekommen. Abends wartet man vergebens. Quelle: Ines Sommer
Stralsund

Die Taxi-Not in Stralsund ist immer noch groß, deshalb machen jetzt die Grünen Druck. Wer vor allem in den Abendstunden so ein Bezahl-Angebot nutzen möchte, steht auf dem Schlauch, denn es gibt schlichtweg keine Taxis. Gerade in Bezug auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiern ein unhaltbarer Zustand. Bereits im Sommer hatte die OZ darüber berichtet, dass seit der Auflösung des Taxigenossenschaft Ende 2017 eine Riesenlücke in der Versorgung klafft. Die Grünen wollen die Lösung des Problems nun beschleunigen.

Sowohl die Fraktion in der Stralsunder Bürgerschaft als auch die des Kreistages kritisieren die unzureichende Taxiversorgung in der Hansestadt. „Gerade in Nachtzeiten ist ein Taxi oft nur schwer, nach langer Wartezeit oder gar nicht zu bekommen, aber auch tagsüber gibt es Probleme. Hierunter leiden zum Beispiel die Rentner, die zum Arzt müssen, oder die Touristen, die mit dem Zug am Bahnhof ankommen und zu ihrem Hotel wollen“, sagt Professor Ludwig Wetenkamp, Vorsitzender der Grünen-Kreistagsfraktion Vorpommern-Rügen, und meint: „ Es kann einfach nicht sein, dass die Mobilität vieler Menschen so erschwert wird, nur weil man nach der Auflösung der Taxigenossenschaft vor einem Jahr immer noch keine adäquaten Lösungen für den Taxibetrieb gefunden hat.“ Es sei Aufgabe des neuen Landrates Stefan Kerth (SPD), sich diesem Problem zu stellen und zeitnah für Abhilfe zu sorgen.

„Nachdem zuletzt Oberbürgermeister Alexander Badrow auf unsere Nachfrage in der Bürgerschaft nur lapidar antwortete, man sei nicht verantwortlich, obwohl es konkret um Stralsunder Belange geht, haben wir nun eine Anfrage im Kreistag gestellt“, so Wetenkamp, denn der Kreis habe eine Beförderungspflicht. Jürgen Suhr, Grünen-Fraktions-Chef in der Stralsunder Bürgerschaft, sieht zwei Lösungsansätze. „Entweder man vergibt mehr Konzessionen und erhöht damit das Angebot auf dem Markt –in der Hoffnung, dass sich dann Unternehmer finden, die die Abendstunden abdecken. Oder der Kreis erstellt einen Beförderungsplan, in dem Pflichtzeiten festgehalten werden.“ Der beste Weg wäre natürlich, wenn sich Kreis und Taxibetriebe an einen Tisch setzen.

Doch die Taxi-Unternehmer sind wie die Fahrgäste frustriert. „Wir werden total im Regen stehen gelassen. Wir sollten Anhörungsbögen ausfüllen, das haben wir gemacht, seitdem ruht still der See“, schimpft der Stralsunder Olaf Krause. „Früher haben wir unsere Fahrer nach Umsatz bezahlt, jetzt gibt es einen Mindest-Stundenlohn. Acht Stunden dürfen meine Leute aber nur fahren. Das rechnet sich überhaupt nicht“, so der Mann, der seit 21 Jahren einen Taxi-Betrieb hat.

Man müsse dringend mit dem Landkreis, der für die Tarife zuständig sei, über eine Preiserhöhung verhandeln. „Sonst steigen immer mehr Unternehmer aus. Und dann kriegt gar keiner mehr ein Taxi. Sicher, das trifft unsere Fahrgäste, aber wir müssen ja auch überleben.“ Olaf Krause hofft, dass ein Gespräch Mitte November beim Landrat endlich Bewegung in die Sache bringt. Ansonsten befürchtet er wie viele Stralsunder Taxi-Nutzer, dass sich bald wieder wie zu DDR-Zeiten ein Schwarz-Taxi-Markt entwickelt. Und das koste Jobs.

Der 54-jährige Taxi-Unternehmer weist noch einmal darauf, dass es trotz der Auflösung der Taxi-Genossenschaft 2017 noch eine Vermittlungszentrale gibt, sozusagen als Zweigstelle der Schweriner Genossenschaft. „Die bekannte Rufnummer 39 33 333 ist besetzt. Wir haben bei uns im Damaschkeweg Platz geschaffen für zwei Mitarbeiterinnen, die für Stralsund und Rügen Taxis vermitteln. Ist unsere Stelle nicht besetzt, übernimmt die Taxi-Genossenschaft Schwerin die Vermittlung.“ Das gelte natürlich nur für jene Unternehmer, die sich an der Vermittlungszentrale beteiligen. Krause: „Es gibt immer mehr Einzelunternehmer, die nur für sich fahren.“

Grünen-Sprecher Jürgen Suhr kann die Forderungen der Taxifahrer zwar nachvollziehen, warnt aber vor zu hohen Preisen, die dazu führen könnten, dass sich immer weniger Leute in Taxi leisten wollen. „Der Kreis als für den öffentlichen Nahverkehr Zuständige müsste die Tarife mit unseren Nachbarn vergleichen. Das haben wir jetzt noch nicht gemacht, insofern können wir die Preise jetzt nicht beurteilen.“ Aber ein Kompromiss müsse doch möglich sein.

Taxiruf 39 33 33

Die bekannte Rufnummer 39 33 333 ist auch nach Auflösung der Stralsunder Taxi-Genossenschaft Stralsund besetzt. Zwei Mitarbeiterinnen vermitteln für Stralsund und Rügen unter dieser Nummer Taxis. Sie sind nun bei der Taxi-Genossenschaft Schwerin angestellt.

Ist Stralsund nicht besetzt, springt der Anruf automatisch zur Schweriner Zentrale über, die dann auch das entsprechende Unternehmen vermittelt. Allerdings können nur jene Autos geschickt werden, deren Betreiber sich auch an der Vermittlungszentrale beteiligt. Einzelunternehmen sind unter der Rufnummer 39 33 33 meist nicht eingebunden.

Ines Sommer

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