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Teurer Umzug: Heimplatz kostet Senioren 400 Euro mehr

Lauterbach Teurer Umzug: Heimplatz kostet Senioren 400 Euro mehr

Das Deutsche Rote Kreuz nimmt zum 1. Mai den Neubau in Lauterbach in Betrieb.

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Bärbel Pälicke prüft im neuen DRK-Heim in Lauterbach schon mal, ob das Wasser in die Pflegewanne eingelassen werden kann.

Quelle: Udo Burwitz

Lauterbach. Das wird richtig teuer: Weil die DRK-Pflegeheime in Sellin und Sassnitz geschlossen werden, müssen deren Bewohner in die neue Residenz nach Lauterbach umziehen. Und dort kostet ein Platz monatlich bis zu 400 Euro mehr als in den alten Häusern. „Wir mussten uns am freien Kapitalmarkt Geld für die Großinvestition holen, weil es vom Bund für den Bau von Pflegeheimen keine Förderung mehr gibt“, begründet Burkhard Päschke, Sprecher des DRK-Verbandes auf Rügen. Der hat an der Chausseestraße in Lauterbach Millionen verbaut. 5,3 Millionen Euro hat der Neubau gekostet, sagt Päschke. Eine Förderung hat der Bauherr nur aus dem Topf der ARD-Fernsehlotterie bekommen — 300 000 Euro.

„Zur Goor“ heißt die neue Wohnanlage mit 44 Einzel- und 12 Zweibettzimmern, mit eigener Küche, Wäscherei und Frisör im Haus. Die Wände im Erdgeschoss des neuen Pflegeheims in Lauterbach leuchten grün, es hat den Namen „Morgentau“ bekommen. In sattem Rot präsentiert sich das Obergeschoss, es heißt „Abendrot“. Noch in diesem Monat werden dort Heimbewohner aus Sellin und Sassnitz einziehen.

„Das muss auch alles refinanziert werden“, sagt Päschke. „Weil der Bund Heimbauten nicht mehr fördert, sind die Plätze in Lauterbach erheblich teuer als in anderen Einrichtungen, die wir auf der Insel betreiben.“ Die Kosten stehen exakt fest, sind abhängig von der Pflegestufe, erläutert Jens Brauer, beim DRK Rügen für die ambulante und stationäre Pflege verantwortlich. Abzüglich des Beitrags, den die Kassen zahlen, müssen zum Beispiel Heimbewohner mit Pflegestufe III für den Platz in Lauterbach 1314,95 Euro im Monat zahlen. Für die Selliner Heimbewohner, die umziehen, ist das eine Kostenexplosion. Brauer: „In Lauterbach müssen sie im Monat 408,80 Euro mehr zahlen als in Sellin.“ Dort kostet der Platz 906,15 Euro. In den Ruin werde keiner getrieben, versichert Päschke. „Es kann eine Kostenübernahme beim Sozialamt beantragt werden.“ Die Heime in Sellin und Sassnitz schließt das DRK, weil die Gebäude nicht mehr modernen Standards entsprechen. Die hat das Rote Kreuz in Lauterbach geschaffen.

Trotz Kostenexplosion und teurer Plätze — das neue Heim ist ausgebucht. 45 Heimbewohner aus Sellin und Sassnitz ziehen ein, sagt Bärbel Pälicke. Auch die restlichen 23 Plätze sind belegt. „Und wir haben sogar noch eine Warteliste.“ Das zeige deutlich, der Bedarf ist da, fügt Päsche hinzu. Beide erneteten schon Anerkennung. „Die Zimmer sind schön hell, alle haben Sonnenschein“, lobten Mitglieder des Putbusser Sozialausschusses bei einem Rundgang durchs Haus. Sie sind sicher: Die Bewohner werden sich im „Morgentau“ und „Abendrot“ richtig wohl fühlen.

626 Heimplätze gibt es auf Rügen

9 Pflegeheime gibt es zurzeit auf Rügen mit insgesamt 626 Plätzen. Der Inselverband des Roten Kreuzes ist in der stationären Pflege besonders aktiv. Das DRK betreibt sechs Einrichtungen. Dazu gehören das Haus „Stubnitz“ in Binz mit 98 Plätzen, die Pfegeheime Gingst (70 Plätze), Glowe (40 Plätze), Sassnitz (17 Plätze), Bergen Rotensee (108 Plätze) und das Haus „Lorelei“ in Sellin mit 42 Plätzen. Außerdem gibt es das Seniorenzentrum für betreutes Leben und Wohnen der Arbeiterwohlfahrt in Sassnitz (80 Plätze), das evangelische Altenhilfezentrum Haus „Gottesgruß“ in Göhren (80 Plätze) und das Senioren-Zentrum „Am Park“ in Bergen mit 91 Plätzen (Angaben Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen).

5,3 Millionen Euro hat das DRK in das neue Pflegeheim mit 68 Plätzen in Lauterbach investiert. Die große Einweihnungsfeier ist für den 7.

Juni geplant, Bewohner der DRK-Heime Sellin und Sassnitz ziehen diesen Monat schon nach Lauterbach um. Beide Einrichtungen schließt das DRK nach Inbetriebnahme des Heimes in Lauterbach.
1017 Euro müssen Heimbewohner mit Pflegestufe I in Lauterbach im Monat für den Platz zahlen (Vergleich Sellin: 623 Euro), in der Pflegestufe II kostet der Platz 1136 Euro (Sellin: 735 Euro) und in der Pflegestufe III sind es 1314 Euro (Sellin: 906 Euro)

Udo Burwitz

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