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Stralsund Teures Fahrrad mit etwas Nervenkitzel zurückerobert
Vorpommern Stralsund Teures Fahrrad mit etwas Nervenkitzel zurückerobert
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00:01 04.06.2016

Die Situation schien durchaus überschaubar zu sein. In den Treppenflur des Altstadthauses kam nur hinein, wer über einen Schlüssel verfügte. Also stellte der 18-Jährige sein BMX-Rad in den Flur, ohne es abzuschließen. Dann besuchte er seine Freundin, die ein paar Stockwerke höher wohnte. Als er am nächsten Morgen aufbrechen wollte, war das 1300 Euro teure Zweirad verschwunden.

Serie

Polizeigespräch

„Noch bevor der Mann den Verlust bei der Polizei anzeigen konnte, bekam er eine Nachricht über eines der sozialen Netzwerke“, erzählt Jana Henning. Die Kriminaloberkommissarin weiß, dass ein Kumpan dem Bestohlenen darin erklärte, er wisse, wo sein Fahrrad abgeblieben sei. Gegen 30 Euro Finderlohn könne er es wiederbekommen.

Das ließ den Radler dann doch stutzig werden. Der Arbeitsplatz des 20-jährigen Nachrichtenschreibers befand sich zufällig in dem Haus, aus dem das BMX-Rad verschwunden war. Zudem hatte er seinem Spezi ab und zu mal kleinere Geldbeträge geliehen, ohne je etwas davon wiederzusehen. So wunderte es ihn also auch nicht, dass zum Schluss der Nachricht auch noch die Forderung nach einem kompletten Schuldenerlass auftauchte.

„Aber der Mann wollte sein Fahrrad zurück und ging auf das Angebot ein“, sagt die Kriminalistin. Ein Treffen wurde verabredet, zu dem der BMX-Besitzer nicht ganz unvorbereitet erschien. Er hatte zwei Zeugen dabei, die auf der Straße blieben, als der Mann mit dem Tippgeber in einem Hinterhof verschwand, um nach dem Fahrrad zu sehen. Tatsächlich – da stand das gute Stück. Sein Eigentümer wollte erst einmal sehen, ob das Velo noch fahrtüchtig war, und lotste Zweirad und Kumpan auf die Straße zurück. „Hier kam es dann zum Streit, da der 18-Jährige offenbar gar nicht daran dachte, den Finderlohn zu zahlen“, berichtet die Ermittlerin. Da zog sein Gegenüber ein Messer und drohte, damit zuzustechen, wenn kein Geld fließe.

Bevor die Situation aus dem Ruder laufen konnte, kam zufällig ein Streifenwagen die Straße heruntergefahren. Der Messerschwinger ging sofort stiften. Einer der beiden Zeugen stellte das Rad sicher, während der andere mit dem Besitzer dem Flüchtigen hinterhereilte. Und der lief tatsächlich dorthin, wo das teure Fahrrad verschwunden war. Übers Handy verständigt, kam kurz darauf die Polizeistreife hierher. „Der Delinquent stritt ab, ein Messer gezogen zu haben, was die Zeugen aber anders gesehen hatten“, sagt die Kommissarin. Jedoch fanden die Beamten auch keins bei ihm. Dennoch gab es erst einmal Anzeigen wegen Bedrohung und Fahrraddiebstahls. Der Einladung zur Gespräch auf dem Kommissariat folgte der Verdächtigte nicht. Er wird wissen, warum – schließlich ist er bei der Polizei kein Unbekannter. Der Rest ist Sache des Staatsanwalts.

Jörg Mattern

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