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Tierische Seltenheit: Gänsegeier landet auf Rügen

Dranske Tierische Seltenheit: Gänsegeier landet auf Rügen

Bei einem Spaziergang stieß die Wieker Künstlerin Dany Rohlfs auf einen toten Greifvogel, der vermutlich verhungert ist. Nun soll er genauer untersucht werden.

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Obwohl Nele (14), Tochter des Rügener Naturfotografen Rico Nestmann, mit ihren 1,76 Metern nicht gerade klein ist, kann sie mit den gewaltigen Ausmaßen des Gänsegeiers nicht konkurrieren.

Quelle: Rico Nestmann

Dranske. Einen wahrhaft tierischen Fund machte die Wieker Künstlerin Dany Rohlfs am Wochenende an der Ostseeküste von Wittow: Dort stieß sie auf einen toten Gänsegeier. Dany Rohlfs geht gern an der Ostseeküste Wittows spazieren, um Fossilien zu sammeln und sich für ihre Arbeit an der Staffelei inspirieren zu lassen. Am Sonnabend stieß die Malerin an der Ostseeküste nahe Dranske auf einen riesigen Greifvogel, der tot auf dem Steinstrand lag. Im Glauben, einen verendeten Seeadler gefunden zu haben, informierte Rohlfs den Rügener Naturfotografen Rico Nestmann. Der passionierte Ornithologe staunte nicht schlecht, denn bei dem toten Greifvogel handelte es sich um einen Gänsegeier. „Es ist ein junger Gänsegeier, der bei der Wanderung und auf der Suche nach einem eigenen Revier wohl mächtig vom Weg abgekommen ist“, weiß Nestmann den Fund zu kommentieren. Ornithologisch betrachtet sei der Fund am Ostseestrand von Rügen eine kleine Sensation, denn Gänsegeier leben laut Nestmann in den Bergregionen Spaniens und Frankreichs. Die mächtigen Greifvögel, die eine Flügelspanne von bis zu 2,80 Metern besitzen und bis zu zehn Kilogramm auf die Waage bringen können, ernähren sich ausschließlich von Aas. „Der Geier ist wohl verhungert, denn er war bis auf die Knochen abgemagert“, sagt Nestmann. Dass es sich bei dem verendeten Gänsegeier um ein Wildtier und nicht um einen so genannten „Gefangenschafts- Flüchtling“ handele, beweise die Tatsache, dass der Geier keine Ringe oder sonstige Markierungen trage, sagt Nestmann. In der Vergangenheit ist es immer wieder vorgekommen, dass Geier auf Rügen nachgewiesen werden konnten. Nach dem Erstnachweis eines Bartgeiers im Jahre 2002 — ebenfalls auf Wittow — tauchten in den Jahren darauf auf Deutschlands größter Insel auch wiederholt Gänsegeier und Mönchsgeier auf, beispielsweise auf Jasmund. Wegen des außergewöhnlichen Fundes wandte sich Nestmann an Christof Hermann vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG). „Um solche Totfunde seltener Tiere aufzubewahren, gibt es an verschiedenen Stellen auf Rügen Kühltruhen, in denen diese aufbewahrt und dann entweder von der Uni Greifswald oder dem Meeresmuseum in Stralsund abgeholt werden“, erklärt Hermann. Eine solche für den Bereich Nord-Rügen steht auf dem Bauhof der ABM-Koordinierung in Altenkirchen. „Ich habe den Gänsegeier gestern dorthin gebracht“, sagt Nestmann. Nun soll dieser als wissenschaftlicher Fund untersucht und dokumentiert werden. Laut Hermann könnte er später eventuell sogar als Präparat zu sehen sein.

Zweifarbige Flügel

10 Kilo kann ein Gänsegeier auf die Waage bringen. Er ist durch seine Größe und die zweifarbigen Flügel in Europa kaum zu verwechseln. Das Verbreitungsgebiet umfasst Teile der südwestlichen Paläarktis und reicht im Norden bis in das südliche Mitteleuropa.

 



Steffi Büssing

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