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Tödlicher Streit um 30 Euro: Prozess vertagt

Neubrandenburg Tödlicher Streit um 30 Euro: Prozess vertagt

Das Urteil im neu aufgerollten Prozess um die Tötung eines Mannes mit einer Schreckschusswaffe in Anklam verzögert sich.

Neubrandenburg. Das Urteil im neu aufgerollten Prozess um die Tötung eines Mannes mit einer Schreckschusswaffe in Anklam verzögert sich. Die zuständige Kammer konnte wegen einer Erkrankung einer Richterin gestern nur zwei Zeugen hören und vertagte sich dann auf den 26. Juni. Ursprünglich sollte das Verfahren gestern enden. Wenn der Prozess nicht fortgesetzt worden wäre, hätte er aus Fristgründen ganz neu beginnen müssen. Dem 30 Jahre alten Angeklagten wird Totschlag vorgeworfen. Er hatte gestanden, im Dezember 2015 nach einem Streit um einen alten Laptop mit seiner Schreckschusswaffe auf einen 36-Jährigen in Anklam geschossen zu haben. Er habe aber die Waffe gezogen, um sich zu wehren, hatte der Angeklagte eine Art Notwehrsituation geschildert.

Wie auch einer der Zeugen gestern schilderte, war das spätere Opfer noch auf den Schützen zugelaufen, obwohl er wusste, dass dieser eine Waffe in der Hand hatte. Der Getötete soll zudem einen Schlagstock bei sich gehabt haben. Er und mehrere Bekannte hatten den Schützen trotz der Schüsse noch attackiert und zusammengeschlagen. Dieser konnte nur durch die Hilfe eines Bekannten mit einem Auto von dem Hinterhof fliehen.

Der Geschädigte wurde von vier Schüssen aus der illegalen Revolverwaffe getroffen. Er brach erst nach der Schlägerei zusammen. Zwei der Schüsse waren tödlich, hatte eine Gutachterin erklärt.

Der Getötete hatte dem Schützen eine Woche vor dem Vorfall einen veralteten Laptop für 30 Euro verkauft, wollte ihn aber trotz Mängeln nicht zurücknehmen und soll den Schützen und dessen Bekannte mehrfach bedroht haben. Der Angeklagte war im ersten Verfahren zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Dagegen hatte er Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) eingelegt. Der BGH hatte unter anderem moniert, dass die psychische Verfassung des Schützen im ersten Prozess Mitte 2016 nicht ausreichend gewürdigt worden sei.

OZ

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