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Tonnenweise Grünzeug aus der Trebel

Nehringen Tonnenweise Grünzeug aus der Trebel

Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt lässt neue Krautentnahmestelle bei Nehringen anlegen

Nehringen. Rund 140000 Euro lassen sich Bund und Land eine nagelneue Krautentnahmestelle direkt neben der Bootsanlegestelle des Wasserwanderrastplatzes in Nehringen kosten. Seit April dieses Jahres waren dort Mitarbeiter des Bremerhagener Unternehmens Holger Roock mit schwerer Technik im Einsatz.

So viel Geld, um ein bisschen Kraut aus der Trebel zu holen? „Das sind jedes Mal so um die 30 bis 50 Tonnen“, macht Norbert Krügel klar, Sachbearbeiter für Küsten- und Hochwasserschutz beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) in Stralsund. Ein- bis zweimal pro Jahr werde entkrautet, im Frühsommer und im Herbst. Dann werde mittels Booten, die mit Schneidgeräten ausgerüstet sind, das Kraut im Fluss – zumeist Seerosen oder Schilf – unter der Wasseroberfläche abgetrennt. „Die Pflanzen steigen dann auf und fließen mit der Strömung abwärts“, erläutert Krügel.

An einem künstlich angelegten Kraut-Stau – wie in Nehringen – kann das nasse Mähgut dann per Bagger aus dem Wasser geschöpft werden. Zu diesem Zweck wird jeweils eine so genannte Krautsperre quer über die Trebel gezogen. Schwimmende Holzbalken, die durch Ketten miteinander verbunden sind, erklärt Norbert Krügel.

Warum muss das Kraut überhaupt aus dem Wasser? Kann man das nicht einfach vor sich hin wachsen lassen? „Wir wollen das Fließverhalten des Gewässers erhalten“, sagt der Mann vom StALU. „Die Pflanzen engen den Querschnitt der Trebel ein.“ Absterbende Pflanzen würden im Winter auf den Grund sinken und verschlammen. Ohne Entkrautung „würde der Sauerstoffgehalt sinken und die Wasserqualität schlechter werden“, weiß Norbert Krügel.

Was wird mit dem nassen Grünzeug, wenn es dann an Land geholt wurde? „Das Kraut liegt drei Tage, damit das Wasser rauslaufen kann. Dann kann es kompostiert werden oder es wird zur Biogasherstellung verwendet“, informiert Krügel.

Warum war der Bau einer neuen Krautentnahmestelle nötig? „Die alte Befestigung war marode und verfallen und nicht mehr betriebs- und arbeitsschutzsicher“, erläutert Norbert Krügel. Um dem Entkrautungsbagger einen festen Standpunkt zu ermöglichen, sind neben dem Wasserwanderrastplatz des Jugendgästehauses „Graureiher“ in den vergangenen Wochen 25 laufende Meter Uferbereich mit Naturschotter befestigt worden. Für die wasserseitige Sicherheit sorgen Stahlspundbohlen. Die wurden bis zu 15 Meter tief ins Moor gerammt, damit die Stabilität lange erhalten bleibt. „Das soll auf jeden Fall 50 Jahre halten“, zeigt sich Norbert Krügel optimistisch. „Die Spundwand steht, die Flächenbefestigung ist fertig. Jetzt werden noch die alten Holzpfähle der Uferbefestigung durch neue ersetzt.“

Die Nehringer Krautentnahmestelle ist nur eine von insgesamt knapp einem Dutzend an der Trebel, der Recknitz und der Barthe, die das Staatliche Amt erneuern ließ. „Die in Nehringen ist die vorletzte.

Danach folgt noch eine bei Tribsees.“ 60 Prozent der Kosten trägt der Bund, die restlichen 40 Prozent zahlt das Land.

Peter Franke

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