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Toter auf Hiddensee: Polizei erst drei Stunden später vor Ort

Vitte Toter auf Hiddensee: Polizei erst drei Stunden später vor Ort

Am Dornbusch ist am Sonntag ein Mann ums Leben gekommen / Gemeinde kritisiert, dass die Polizeistation nicht ausreichend besetzt sei

Vitte. Der Streit um die Polizeipräsenz auf der Insel Hiddensee ist entbrannt. Einen weiteren Anlass dafür lieferte der vergangene Sonntag. Am Vormittag war am Leuchtturm Dornbusch ein Toter gefunden worden. Der 68 Jahre alte Lübecker soll, so die Stralsunder Polizeisprecherin Antje Unger, unter natürlichen Umständen ums Leben gekommen sein.

„Als ob das nicht schon tragisch genug wäre. Unser Notarzt, Rettungsdienst, Feuerwehr waren seit Stunden vor Ort. Nur keine Polizei. Die war gegen 10.30 Uhr alarmiert worden und kam gegen 13.30 Uhr mit dem Schlauchboot im Hafen Kloster an“, beschreibt Bürgermeister Thomas Gens das Problem, das mit der Ankunft der Beamten noch nicht gelöst gewesen sein soll. Denn: „Das neue Polizeiauto stand leider im Stall, daher musste dann unsere Feuerwehr mit ihrem Auto die Beamten im Hafen abholen.“

Dass die Polizeistation seit dem Frühjahr in der Woche nur mit einem Polizisten besetzt ist und am Wochenende gar nicht, ist den Hiddenseern ein Dorn im Auge.

Aktuell gibt es auf Hiddensee zwei Polizisten. Der eine lebt auf der Insel in Neuendorf, soll aber für länger erkrankt sein und geht im Frühjahr 2017 in den Ruhestand. Der Lebensmittelpunkt des anderen ist nicht Hiddensee. Er ist nur in der Woche da und hatte kürzlich darum gebeten, nach Grimmen versetzt zu werden.

Gens hatte sich schriftlich an den Innenminister gewandt, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Für Ernüchterung sorgt die Antwort. Die personelle Besetzung der Dienststelle soll auf nur einen Beamten zurückgefahren werden. Zudem ist die von der Gemeinde angebotene Dienstwohnung abgelehnt worden. Das Land hat eigene Räume. „Ein Mitarbeiter verrichtet künftig dort über das ganze Jahr hinweg seinen Dienst. Dieser Mitarbeiter soll auch dauerhaft auf der Insel wohnen“, teilt Pressesprecher Michael Teich mit. Und dieser eine Polizist soll während der Zeit des Bäderdienstes, also während der Saison, von einem zweiten Beamten unterstützt werden. „Im Bedarfsfall kann kurzfristig eine Kräftenachführung mit polizeieigenen Booten oder mittels Wassertaxi erfolgen.“

Chris-Marco Herold

OZ

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