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Stralsund Trauercafé als besonderes Hilfsangebot
Vorpommern Stralsund Trauercafé als besonderes Hilfsangebot
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00:05 19.11.2016

. Der Tod eines geliebten Menschen bedeutet für Betroffene einen schmerzlichen Verlust, der oft schwer zu verarbeiten ist. Das weiß auch Pastor Philip Stoepker, der aus genau diesem Grund vor gut einem Jahr zusammen mit weiteren Mitstreitern wie Trauerbegleiterin Dorothea Siebeneicher ein Trauercafé ins Leben rief. „Einmal monatlich, immer am 1. Mittwoch von 16 bis 17.30 Uhr, treffen wir uns im Bistro ’Alte Sternwarte’ in der Lutherstraße zu einer Gesprächsrunde“, schildert er. Es sei eine offene Runde, jede könne, aber niemand müsse teilnehmen, betont der erfahrene Seelsorger.

Für den Greifswalder Manfred Hoppe, dessen Frau vor fünf Jahren verstorben ist, war es genau das richtige Angebot zur richtigen Zeit. „Ich war anfangs Teilnehmer des Trauerkreises, suchte nun in einer offenen Runde Anschluss an Menschen, die das gleiche Schicksal wie ich teilen und auch nicht allein sein wollen“, berichtet der 56-Jährige. Als angenehm empfindet er beim Trauercafé, dass jeder zu bestimmten Stichpunkten seine Sicht darlegen kann.

Dorothea Siebeneicher ist es wichtig, dass die Teilnehmer am Trauercafé nur das freigeben, wie sie auch selbst möchten. „Hier gibt es keine Bauanleitung fürs Leben, wohl aber viele warmherzige Gespräche“, betont sie. Siebeneicher bringt während der Runde verschiedene Stichpunkte, die mit der Aufarbeitung des Verlustes und Trauer zu tun haben, ein – beispielsweise Tränen und Weinen.

Jutta Lubczynski, der Ehemann im vergangenen Jahr verstorben ist, empfindet das Trauercafé als angenehme Runde, „weil wir eben nicht nur traurig sind, sondern auch oft lachen“, berichtet sie. Wichtig sei aber, dass man den ersten Schritt zur Teilnahme von allein machen müsse. Damit es ihr nicht so schwerfalle, sei anfangs ihre Tochter mitgekommen. „Jetzt komme ich allein hierher“, so die 68-Jährige. Sie freut sich über den Zusammenhalt der Teilnehmer. „Ich telefoniere zum Beispiel oft mit Herrn Hoppe, da kann man auch über ein Thema sprechen, wo mir im Trauercafé die Runde zu groß

ist“, sagt sie – und lächelt.

Nach Philip Stoepkers Worten habe das Trauercafé in der Regel sieben bis zehn Teilnehmer. Gern würden er und Dorothea Siebeneicher weitere Trauernde im Biobistro in der Lutherstraße begrüßen.

Cornelia Meerkatz

Trauercafé: nächster Treff

am 7. Dezember um 16 Uhr

OZ

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