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Stralsund „Treckeltied“ zwischen Beeren, Blumen und Bäumen
Vorpommern Stralsund „Treckeltied“ zwischen Beeren, Blumen und Bäumen
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00:00 19.09.2016
Barbara Menzel und Kurt Pagels kosten allereli Früchte, doch von den Himbeeren sind sie hin und weg. Quelle: Fotos: Susanne Retzlaff

Schon oft ist Kerstin Engelbrecht am Klausdorfer Spalierobstgarten vorbeigeradelt, und fast genauso oft hatte sie sich vorgenommen, dort einmal anzuhalten. Am Samstag nahm sich die Prohnerin endlich mal „Tied“, zwischen Äpfeln und Birnen, Beeren und Wein zu „treckeln“, erfreute sich an Pflaumen, betrachtete Birnen und nahm eine gute Idee für den eigenen Garten mit nach Hause: „So also hält man Brombeeren in Schach, das probiere ich vielleicht auch 'mal.“ Die schwarzen Früchtchen glänzten hinter einer leichten, hölzernen Umzäunung.

24 Parks und Anlagen öffneten am Wochenende ihre Türen, um Besuchern die Schönheiten auf Nordvorpommerns Gartenpfad zu zeigen

Es ist toll, was die Klaus- dorfer in ihrem Obstgarten machen, so eine schöne, gepflegte Anlage.“Barbara Menzel

„Betreten und Naschen erlaubt“, hatte die Gartenpforte eingeladen, durch die nun Barbara Menzel und Kurt Pagels den Garten mit strenger Linienführung betraten. Mauerbeet, Kernobstbeet, Steinobstbeet und Beerensträucher stehen in jeweils einer langen Reihe Spalier. „Hmm, Himbeeren, da sind wir genau die Richtigen!“ Eigentlich auf der Suche nach der „Milchzapfstelle“ ließen sie sich die frisch Vermählten von üppigen Früchten ablenken, pflückten Beeren, sammelten Pflaumen und halfen dem Wind, vorsichtig ein paar Äpfel und Birnen von den Bäumen zu schütteln und rasteten unter Quitten bei einem kleinen Früchtepicknick. „Das ist sympathisch, was die Klausdorfer hier machen, so eine schöne, gepflegte Anlage.“

Eigentlich kümmern sich alle um den Garten, erklärt Bürgermeister Thomas Reichenbach, besonders der Klausdorfer Verein für Jugend und Kultur und der Verein zum Schutze und Erhalt des Kranichrastplatzes. Aber auch die „Moosmutzel“-Kitakinder und ihre Eltern freuen sich über Klarapfel und Flaschenbirne, Kiwis, Aprikosen, Pfirsiche, Mirabellen, Süß- und Sauerkirschen, Stachel- und Johannisbeeren. Die Idee zu diesem öffentlichen Garten hatte 2007 Karl-Alfred Lein, gepflanzt wurde 2009, schließlich mussten viele der Bäume mit den teils alten Obstsorten extra gepropft werden.

Gar nicht in Reih' und Glied stehen die uralten Bäume und ihr inzwischen kräftiger Unterwuchs im Park des Wasserschlosses Divitz. Junge Ahorne sprießen unter alten Linden, ein Baum bedrängt den anderen, aus dem Park ist fast ein Wald geworden, erklärt Erich Kaufhold, Vorsitzender des Fördervereins Kulturgüter Wasserburg Divitz. Der Verein hat den 13 Hektar Park mit Schloss im Mai 2015 erworben und möchte das Denkmal nationaler Bedeutung instand setzen lassen. Sieben bis zehn Millionen Euro soll das Projekt kosten, Fördermittelanträge sind gestellt. Das Wasserschloss kann derzeit nicht betreten werden.

Enno und Karola Thoms aus aus Lendershagen hatten sich Divitz für ihre „Treckeltour“ auf Vorpommerns Gartenpfad ausgesucht, lassen sich zukünftige Nutzungsideen für das Ensemble genauso erläutern wie den Unterschied zwischen Winter- und Sommerlinde und entdecken die Früchte des Salomonssiegels. Von Kaufhold erfuhren sie, dass der Park im 19. Jahrhundert angelegt wurde. Der preußische Hofgärtner Gustav Meyer wurde mit der Gestaltung des Landschaftsgartens beauftragt. Der ließ das ganze Gelände „umformen“. , Teiche, Bäche, Hügel und eine Insel errichten. Von jedem Fenster des Schlosses aus sollte man Wasser sehen. Uralte Eichen wurden integriert, 50 bis 60 einheimische Baumarten gepflanzt.

Susanne Retzlaff

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