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Tribseer Damm: Bürgerschaft fordert Kreisverkehr auf Probe

Stralsund Tribseer Damm: Bürgerschaft fordert Kreisverkehr auf Probe

Damit soll getestet werden, ob die neue Verkehrsführung zu Staus führen würde / Der Testkreisel soll zusätzliche Kosten von mindestens 40 000 Euro verursachen

Stralsund. Die Fraktionen der Stralsunder Bürgerschaft befürworten im Unterschied zur Stadtverwaltung den Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Tribseer Damm/Carl-Heydemann-Ring. Allen Warnungen von Stephan Bogusch, dem Chef der Tiefbauabteilung im Rathaus, zum Trotz, soll der Verkehr nach den Vorstellungen der Stadtvertreter dort in Zukunft so ähnlich geführt werden wie im Kreisverkehr am Ärztehaus (Frankenwall/Karl-Marx-Straße) – also im Kreis sowie über einen sogenannten Bypass für Rechtsabbieger. Bogusch favorisiert indes aus Platzgründen eine Ampelanlage (OZ berichtete).

Die Kreuzung soll im Zuge der geplanten Erneuerung des Straßenabschnitts vom Bahnhof bis zur Kreuzung Carl-Heydemann-Ring komplett saniert werden. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) hat der Stadt dafür bereits Fördermittel in Höhe von 2,2 Millionen Euro zugesagt. Den bisherigen Plänen zufolge sollen die Bagger schon im nächsten Jahr anrollen.

In der Debatte während der Bürgerschaftssitzung am Donnerstag äußerten mehrere Stadtvertreter übereinstimmend den Verdacht, dass die Stadtverwaltung bereits konkrete Pläne für eine Ampelkreuzung in der Schublade habe, die sie nicht aufgeben könne oder wolle. Thomas Haack (Bürger für Stralsund; BfS): „An einer ergebnisoffenen Prüfung habe ich meine Zweifel. Ist die Kreuzung schon fertig geplant?“ Haack erinnerte daran, dass dies nicht der erste Kampf zwischen Bürgerschaft und Stadtverwaltung um einen Kreisverkehr sei. Bei der Planung des Theaterkreisels hätte sich das Stadtparlament siebenmal mit dem Thema befassen müssen, bis der Kreisverkehr dort gebaut wurde. Im Stralsunder Stadtgebiet gibt es bislang neun Kreisverkehre.

Die Union war angesichts ihrer ebenfalls klaren Haltung pro Kreisverkehr in der Zwickmühle, sich nicht offen gegen das CDU-geführte Rathaus stellen zu wollen. „Auch wir sind Verfechter der Kreisverkehr-Philosophie, gleichzeitig wollen wir die Arbeit der Verwaltung nicht infrage stellen“, beschrieb Fraktionschef Ronald Zabel das Problem. Lösungsvorschlag: Zunächst soll auf der Kreuzung nur probeweise ein Kreisverkehr eingerichtet werden, um Vor- und Nachteil im täglichen Betrieb zu testen. Zabel: „Falls später lange Staus entstehen, wollen wir dafür keine Verantwortung übernehmen.“

Dieser Kompromissvorschlag fand am Ende knapp die Zustimmung der Abgeordneten, während dem Vorschlag der BfS-Fraktion, ohne Probelauf mit dem Umbau zu starten, zwei Stimmen zur Mehrheit fehlten. Die Zusatzkosten für den Probebetrieb sollen mindestens 40000 Euro betragen.

Wenig Platz für Fußgänger und Radfahrer

Nach Angaben des Tiefbau-Chefs der Stadtverwaltung, Stephan Bogusch, spreche das hohe Verkehrsaufkommen, die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern und der fehlende Platz gegen die Einrichtung eines Kreisverkehrs an der Kreuzung zwischen dem Tribseer Damm und dem Carl-Heydemann-Ring. Besonders schwierig sei es, dort dann einen gemeinsamen Geh- und Radweg in ausreichender Breite zu berücksichtigen. Radfahrstreifen auf der gemeinsamen Fahrbahn mit den Autos soll es dem Willen der Bürgerschaft zufolge nicht geben.

In diesem Fall bliebe in dem betroffenen Bereich nur noch ein sehr schmaler Gehweg übrig. Im Vergleich zum Werftkreisel seien am Tribseer Damm durch Arbeitsagentur und Burmeister-Schule deutlich mehr Fußgänger und Radfahrer unterwegs.

Auch der von der Bürgerschaft geforderte Bypass, über den der Rechtsabbiegerverkehr zügig abfließen kann, würde laut Bogusch an dem geringen Platz scheitern. Bogusch: „Selbst wenn Sie das beschließen, scheitert es daran, dass wir das nicht bauen können.“

Benjamin Fischer

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