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Stralsund Trotz Neubau: Bund gibt eine Million für Mehmel-Orgel
Vorpommern Stralsund Trotz Neubau: Bund gibt eine Million für Mehmel-Orgel
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02:20 27.06.2017

Klares Bekenntnis aus Berlin: Obwohl die Stralsunder Mehmel-Orgel in der St. Jakobikirche im Zuge ihrer Sanierung faktisch durch einen Neubau ersetzt werden soll, will die Bundesregierung daran festhalten, das Projekt mit einer Million Euro zu unterstützen.

„Wenn die Experten der Bundesbeauftragten zu dem Ergebnis kommen, dass die Orgel-Sanierung den Förderbedingungen entspricht, freut mich das für uns Stralsunder.“ Sonja Steffen (SPD)

Dies geht aus einem internen Schreiben hervor, in dem die Förderfähigkeit des Projektes nochmals unterstrichen wird, nachdem bekannt geworden war, dass die langersehnte Sanierung der Orgel keine reine, an den Vorstellungen des Stralsunder Orgelbauers Friedrich Albert Mehmel (1827-1888) orientierte Rekonstruktion bedeuten würde. Dennoch lässt die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), betonen, dass die Umsetzung der Maßnahme planmäßig voranschreite. „Alle Leistungen wurden ausgeschrieben. Die eingesetzte Orgelkommission aus sechs renommierten Sachverständigen hat eine Bestandsaufnahme durchgeführt.“

Im Ergebnis seien nur etwa 20 Prozent des Bestandes am Orgelwerk überhaupt erhalten. „Aufgrund des Schädigungsgrades des Originalinstrumentes, der baulichen Änderungen im Kirchenturm und der bautechnischen Schäden am Tragwerk kam die Orgelkommission zu dem Ergebnis, dass die Restaurierung des Orgelwerks nicht authentisch durchführbar ist und hat die Orgelrekonstruktion neu ausgerichtet.

Dies fand die Zustimmung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern“, wird in dem Schreiben weiter ausgeführt. Der Zuwendungsempfänger, die Stralsunder Stadtentwicklungsgesellschaft (SES), habe am 28. April einen entsprechenden Zwischenbericht vorgelegt und „über die Änderungen unterrichtet. Die Darlegungen sind nachvollziehbar begründet. Die Förderung ist nicht gefährdet“, heißt es in dem Schriftwechsel.

Das Geld, mit dem der Bund den Neuaufbau der Orgel unterstützen will, stammt aus dem „Programm zur Sanierung und Modernisierung national bedeutsamer Orgeln“. Insgesamt soll die Wiederherstellung rund 2,8 Millionen Euro kosten.

Eine Million gibt der Bund, eine weitere die Stadt Stralsund. Die restlichen 800000 Euro sollen über Spenden eingeworben werden, wofür bereits vor Jahren von der Stralsunder Herbert-Ewe-Stiftung eine Kampagne gestartet worden ist; allerdings mit dem Ziel, die Orgel so wieder aufzubauen, wie Mehmel sie 1877 an die damalige Kirchengemeinde übergeben hat. Inwiefern die Spender sich jetzt hinters Licht geführt fühlen könnten, bleibt abzuwarten. Der CDU-Haushaltsexperte im Bundestag, Eckhardt Rehberg, hatte Anfang Juni davor gewarnt, dass angesichts der Neubaupläne die Bedingungen für die bereits zugesagte Förder-Million verletzt sein könnten (die OZ berichtete). Dieser Befürchtung tritt der Bund nun entgegen. Gleichwohl geht aus den Bestimmungen für die Verwendung der Fördermittel des Bundes hervor, dass „Rekonstruktionen, die einem Neubau gleichkommen, grundsätzlich nicht förderfähig sind“.

Die Stralsunder SPD-Bundestagsabgeordnete Sonja Steffen begrüßt die Klarstellung des Bundes. Wichtig sei, dass die Fördergelder ordnungsgemäß verwendet würden. „Wenn die Experten der Bundesbeauftragten zu dem Ergebnis kommen, dass die Orgel-Sanierung den Förderbedingungen entspricht, freut mich das für uns Stralsunder.“

Benjamin Fischer

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