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Stralsund Umwege und Stillstand drohen: Auf Urlaubs- folgt Stausaison
Vorpommern Stralsund Umwege und Stillstand drohen: Auf Urlaubs- folgt Stausaison
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00:01 09.09.2016

Rügens Autofahrer brauchen auch nach dem Ende der Hauptsaison starke Nerven. Auf den Ansturm der Urlauber folgt ein ganzes Heer von Bauarbeitern, die in den nächsten Wochen und Monaten wichtige Straßenabschnitte reparieren und umbauen werden. Betroffen ist vor allem die Bundesstraße B 196. Hier wird es gleich an mehreren Stellen Vollsperrungen geben.

Aber auch auf der B 96 müssen sich Autofahrer in Geduld üben: In diesem Jahr sind Arbeiten an der Fahrbahn in Höhe Kubbelkow geplant, im kommenden soll die wichtigste Verkehrsader der Insel voraussichtlich ab dem Frühjahr zwischen Strüßendorf und Ralswiek komplett gesperrt werden.

„Viele Vorhaben bedingen einander“, begründet Ralf Sendrowski, Leiter des Straßenbauamtes, den Umfang des Straßenbaus auf der Insel. So soll ab dem 19. September mit dem Bau eines provisorischen Kreisverkehrs am Abzweig Karow begonnen werden. Ein genauer Anfangstermin stehe noch nicht fest, mit einer Vollsperrung müsse aber im ungünstigsten Fall bis Ende des Monats gerechnet werden.

Dieser Kreisel ist notwendig, weil voraussichtlich ab dem kommenden Frühjahr die Fahrzeuge, die in den Norden der Insel wollen beziehungsweise von dort kommen, nicht mehr die B 96 benutzen können. Die wird außerhalb der Hauptsaison zwischen Ralswiek und Strüßendorf gesperrt sein. Der Verkehr soll dann über Mukran, Prora, Karow und Bergen umgeleitet werden. Dass es dort einigermaßen fließt, erhofft man sich von einem Kreisverkehr in Karow.

Mit dem Bau der provisorischen Lösung soll eine weitere Baustelle auf der B 196 eröffnet werden: Zwischen Zirkow und Pantow wird von Ende September an die Fahrbahnoberfläche erneuert. „Dort werden wir die alte Deckschicht abfräsen und eine neue aufbringen“, so Sendrowski. Bis zum 21. Oktober müssen die Insulaner mit einer Vollsperrung des genannten Abschnitts rechnen.

Eine Umleitung wird über Binz beziehungsweise Putbus ausgeschildert, wobei die Umfahrung über Rügens größtes Ostseebad auch nicht staufrei vonstatten gehen dürfte. Denn am Abzweig Serams wird der Verkehr ab Anfang Oktober zweitweilig nur halbseitig per Ampel an einer Baustelle vorbeigeführt. Bis Ende Juni kommenden Jahres soll dort ein Kreisverkehr entstehen. „Der Ablauf wird ähnlich wie seinerzeit beim Bau des Kreisverkehrs an der Göhrener Kreuzung sein“, sagt Sendrowski.

Und auch seine Kollegen von der bundeseigenen Fernstraßenbaugesellschaft Deges lassen auf Rügen die Bagger rollen: Vor wenigen Tagen haben die Arbeiten zur Verlegung der B 96 zwischen der Kubbelkower Kreuzung und der Esso-Tankstelle begonnen. „Damit schaffen wir Baufreiheit für die übrigen geplanten Baumaßnahmen, zum Beispiel für den Bau der Brücke über die Bahnanlagen“, so Deges-Sprecher Michael Zarth. In etwa drei Monaten soll der Verkehr dann über diese provisorische Trasse geführt werden. Zum Ende des Monats wird im Auftrag der Deges die B 196 zwischen der Kubbelkower Kreuzung und dem Bahnübergang in Richtung Bergen voll gesperrt. Voraussichtlich vom 27. bis zum 29. September wird dort die Fahrbahn erneuert. Die Fahrzeuge werden dann über die Gingster Kreuzung umgeleitet.

Wer in den kommenden Wochen auf Rügen von A nach B kommen will, muss vorher gründlich über die mögliche Strecke nachdenken – so wie die Planer beim öffentlichen Personennahverkehr. Betriebsleiter Ronald Keil und seine Rügener Kollegen bei der Verkehrsgesellschaft Vorpommern- Rügen (VVR) sind schier am Verzweifeln. „Ich weiß mittlerweile gar nicht mehr, wo wir noch langfahren sollen“, klagt er. Das Schlimmste: Das Nahverkehrsunternehmen werde kurz vorher vor vollendete Tatsachen gestellt und im Vorfeld gar nicht im Detail über die Planungen informiert geschweige denn einbezogen. Erst kurz vorher erfahre die VVR von Sperrungen und solle dann auf die Schnelle reagieren.

Schon der Ironman am Sonntag wird für die Busfahrer und -passagiere voraussichtlich zur Geduldsprobe. Für die Linie 24 mussten sie wegen der Sperrung zwischen Zirkow und Pantow einen komplett neuen Fahrplan entwickeln. Für die Grund- und Regionalschüler werde man zusätzliche Shuttlebusse einsetzen. Die bisherigen Anschlüsse an die Züge werde man aber nicht gewährleisten können. Während der dreitägigen Sperrung bei Kubbelkow werden die Busse auf den betreffenden Linien innerhalb von Bergen nur am Busbahnhof halten können.

Maik Trettin

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