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Und dann perlt‘s doch noch

Stralsund Und dann perlt‘s doch noch

IHK-Präsident Madsen kritisiert Mindestlohndebatte: Unternehmer sind keine raffgierigen Millionäre.

Stralsund. Kompliment aus Lübeck: Die tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Gabriele Hiller-Ohm, die in Lübeck zu Hause ist, machte den Stralsundern zur Eröffnung eines tourismuspolitischen Gespräches am Dienstagabend folgendes Kompliment: „Wenn Rügen die Auster ist, dann ist Stralsund die Perle.“ Anbiederung leicht gemacht.

Ansonsten trug die Politikerin allerdings wenig erfrischendes Perlendes zu der Diskussion bei.

Ganz anders: Claus Ruhe Madsen, der Präsident der Rostocker Industrie- und Handelskammer (IHK). Er gab den recht zahlreich anwesenden SPD-Politikern und -Sympathisanten folgenden Ratschlag: „Machen Sie den Mindestlohn nicht zum Klassenkampf. Und stellen Sie die Unternehmer nicht so dar, als wenn sie nur raffgierige Millionäre wären.“ Ihn ärgere, dass bei den 8,50 Euro immer nur von einem Brutto- und nicht von einem Nettomindestlohn gesprochen werde. „Warum sagt der Staat nicht, wer wenig hat, muss noch weniger abgeben?“ Rumms! Ab diesem Moment stieg die Stimmung. Ähnlich kritisch äußerte sich im Anschluss auch der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Matthias Dettmann: „Der Mindestlohn ist eine Schikane für die gesamte Branche.“

Diese Angriffe wehrten Volker Schulz vom DGB und Frau Hiller-Ohm beinahe im rhetorischen Gleichklang ab: „Wenn Menschen arbeiten, müssen sie auch in Würde leben können.“

Von bfi

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