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Stralsund Ungewissheit quält — keine Spur von vermisster Negasterin
Vorpommern Stralsund Ungewissheit quält — keine Spur von vermisster Negasterin
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00:00 20.04.2013
Seit 100 Tagen ist sie spurlos verschwunden, die 81-j�hrige Negasterin Christa Unger. Quelle: privat
Negast

Dröhnende Motorengeräusche am Mittwoch über Steinhagen, Negast und Krummenhagen. Ein Blick zum Himmel reicht den Menschen, um den Lärm zu verstehen: Der Polizeihubschrauber ist wieder im Einsatz. Und er sucht wie so oft in den letzten Wochen nach Christa Unger.

Die Negasterin ist seit 100 Tagen verschwunden. Am 7. Januar war sie kurz vor 16 Uhr noch im Netto-Markt in Negast gesehen worden. Dort hatte ein Mitarbeiter wegen einer Reklamation mit ihr gesprochen. Doch danach verliert sich die Spur der 81-Jährigen. Ihre metallic-blauen Nordic-Walking-Stöcke hatte sie bei sich, als sie zum letzten Mal gesehen wurde. „So kennen wir Christa Unger, sportlich fit, wenn sie unterwegs war, dann mit schnellem Schritt. Außerdem hat sie sich immer sehr im Seniorenklub engagiert“, erinnert sich Bürgermeister Dietmar Eifler.

Für die Familie waren die letzten 100 Tage die Hölle. Ständig bewegten sich Kinder und Enkel zwischen Hoffnung und Angst. Wochenlang hatte man in der Negaster Hauptstraße Nummer 7, dort wohnt Christa Unger gemeinsam mit ihrem Sohn Dirk (44), die „Suchzentrale“ eingerichtet, denn viele Menschen wollten helfen.

Hunderte Nachbarn, Freunde und Verwandte haben die Wälder durchkämmt, waren in Richtung Jakobsdorf und Nienhagen ebenso unterwegs wie in Richtung Krummenhagen oder Stralsund. Immer blieb die Suche ergebnislos. Daran änderte sich auch nichts, als Hundestaffel und Hubschrauber-Crew hinzugezogen wurden. Die Seniorin ist wie vom Erdboden verschluckt.

„Diese Ungewissheit ist am schlimmsten. Immer wieder geht einem der Weg durch den Kopf, den meine Mutter gegangen sein könnte. Und immer wieder fragt man sich: Hast du da auch richtig gesucht, hast du was übersehen? Darüber denkt man ständig nach“, beschreibt Annelore Schwittay das schreckliche Martyrium, das sie jeden Tag durchlebt — genau wie die anderen Familienmitglieder.

Auch die Polizei gibt nicht auf. Inzwischen wird der Fall nicht mehr in Grimmen, sondern vom Kriminaldauerdienst in Stralsund bearbeitet. Und so startete bereits eine weitere Suchaktion am Mittwoch.

Dabei wurde die Hubschrauberbesatzung der „Merlin I“ aus Rostock-Laage von einer fünfköpfigen Crew des Stralsunder Kriminalkommissariats unterstützt, die mit dem Geländewagen ans Ufer fuhr und dort alles absuchte. Leider wieder ohne Ergebnis.

„Wir planen noch einmal eine große Suchaktion, dann in Zusammenarbeit mit der Wasserschutzpolizei, um noch einmal die Seen unter die Lupe zu nehmen. Und wir gehen allen Hinweisen nach, die uns erreichen“, sagt der zuständige Polizeihauptkommissar Uwe Werner gegenüber unserer Zeitung. Er betont, dass man weiterhin von einem Unglück ausgehe, Anzeichen für ein Verbrechen gebe es nicht. „Aber wir hoffen natürlich, dass wir die Frau jetzt endlich finden, damit die Familie diese Ungewissheit hinter sich lassen kann“, so Werner. Ines Sommer

OZ

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