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Uni Greifswald öffnet ihre wissenschaftliche Schatzkiste

Greifswald Uni Greifswald öffnet ihre wissenschaftliche Schatzkiste

400 Objekte sind derzeit in der Bibliothek am Beitz-Platz zu sehen. Darunter Zähne eines Ur-Elefanten und das Elektroschockgerät „Minicoma II“.

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Hartmut Bettin tut so, als würde er seine Praktikantin Nicole Eichler mittels einer Schimmelbuschmaske narkotisieren. Die Maske — benannt nach ihrem Erfinder — ist in der Ausstellung zu sehen.

Quelle: Kai Lachmann

Greifswald. Vom fossilen Ur-Flugdrachen bis zur Eisernen Lunge: Die Universität Greifswald digitalisiert ihre wissenschaftlichen Sammlungen und macht sie so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Von den 5,74 Millionen (!) Einzelstücken in den 17 wissenschaftlichen historischen Sammlungen seien inzwischen rund 6000 Objekte digitalisiert und im Internet über eine Datenbank abrufbar, sagt Kustodin Birgit Dahlenburg.

Einige der Stücke sind schon im Eingangsbereich der Universitätsbibliothek am Beitz-Platz zu sehen. Darunter zum Beispiel ein imposanter Beinknochen eines Moas. Der flugunfähige, dreieinhalb Meter große Laufvogel lebte auf Neuseeland und wurde im 14. Jahrhundert von Siedlern ausgerottet, wie Dr. Stefan Meng, Sammlungsleiter der Geologie, erzählt.

Neben mehreren geologischen Schätzen sind auch Exponate aus der jüngsten Medizinhistorie zu sehen, die zu Zeiten der DDR zum Einsatz kamen. Interessant hierbei ist, dass auch die Geschichte hinter den Stücken nähergebracht wird. Das Greifswalder Institut für die Geschichte der Medizin ist nach wie vor auf der Suche nach Ärzten und Patienten, die Näheres zu einzelnen Geräten wissen. Dr. Hartmut Bettin, Leiter dieser Sammlung, würde beispielsweise gerne wissen, wie sich die Behandlung mit dem Elektroschockgerät „Minicoma II“ angefühlt hat.

Insgesamt werden etwa 400 Objekte präsentiert. Weitere Highlights sind die rund 80 Millionen Jahre alten Zähne eines Ur-Elefanten oder das 35 Millionen Jahre alte Schädelfragment eines Krokodils.

Wissenschaftliche Sammlungen, die vorrangig im 19. und 20. Jahrhundert aufgebaut wurden, hätten nicht nur für die Wissenschaftsgeschichte, sondern auch für die gegenwärtige Forschung einen unschätzbaren Wert, sagte Birgit Dahlenburg. So seien historische Fundstücke gerade in der Biodiversitätsforschung von großer Bedeutung. Bohrkerne oder auch Fossilien geben Auskunft über klimatische Veränderungen in den vergangenen Jahrtausenden. Mit neuen Untersuchungsmethoden wie DNA-Analysen oder der Kohlenwasserstoffmethode könnten Objekte, die seit Jahrzehnten in den Regalen schlummern, neu erschlossen werden. Nach der Digitalisierung im Internet könnten auch Wissenschaftler aus dem Ausland auf die Objekte zugreifen.

Die Geologische Sammlung ist die älteste und größte an der Greifswalder Uni. Ihr Leiter ist besonders stolz auf ein Saurierskelett und das 250 Millionen Jahre alte Fossil eines Flugdrachens. Die Potenziale seien bislang nicht annähernd erschlossen, bedauert Meng. Und bei 2,5 Millionen Objekten alleine in dieser Sammlung dürfte das auch noch einige Zeit dauern.

3. Sonderausstellung
Zum dritten Mal seit 2011 gibt die Uni mit einer Sonderausstellung Einblicke in ihre Sammlungen. Die aktuelle Ausstellung ist im Foyer der UniBibliothek bis zum 26. Mai von montags bis freitags von 8 bis 24 Uhr und sonnabends und sonntags von 9 bis 24 Uhr zu sehen.

• Mehr im Netz:
www.wissenschaftliche-sammlungen.uni-greifswald.de

Martina Rathke und Kai Lachmann

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