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Stralsund Mit Begleitung durch den Prozess
Vorpommern Stralsund Mit Begleitung durch den Prozess
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10:03 06.12.2018
In der gestellten Szene sitzt ein Prozessbegleiter (l.) in einem Gerichtssaal neben einem Gewalt-Opfer. Quelle: Silas Stein/dpa
Stralsund

Es ist ein etwas sperriger Begriff, psychosoziale Prozessbegleitung. Doch dahinter verbergen sich eine verantwortungsvolle Aufgabe und vor allem ein wichtiges Hilfsangebot. Wenn ein Kind oder ein Erwachsener Opfer einer Gewalt- oder Sexualstraftat geworden sind, haben sie nicht nur das Erlebte zu verarbeiten, sondern möglicherweise einen Strafprozess durchzustehen. „An dieser Stelle treten wir auf den Plan“, sagt Ina Pellehn, die zu den drei Prozessbegleitern im Landgerichtsbezirk Stralsund gehört.

„Unsere Unterstützung kann sich über einen langen Zeitraum hinziehen“, erklärt die Sozialpädagogin, die eine Spezialausbildung zur Prozessbegleiterin absolviert hat. „Wenn unsere Hilfe in Anspruch genommen wird, dann steigen wir schon vor der polizeilichen Vernehmung mit ein.“ Das heißt, dass auch darüber beraten wird, ob es zu einer Anzeige kommt oder nicht. In erster Linie geht es darum, die Opfer bei allen Verfahrensangelegenheiten zu unterstützen – ein weites Feld. Wie läuft eine Vernehmung durch die Polizei? Was erwartet einen in der Verhandlung? Wie sieht ein Gerichtssaal aus? „Manchmal geht es einfach um logistische oder organisatorische Sachen“, erklärt Ina Pellehn, deren Stelle im Rahmen eines Projektes vom Sozialministerium gefördert wird. „Ist zum Beispiel Frühstück eingepackt, weil man morgens vor einem wichtigen Termin noch gar nichts runter kriegt oder ist das Kuscheltier für das Kind griffbereit.“

Es gehe darum, die Angst vor dem Verfahren zu nehmen, „da gehen wir dann im Vorfeld auch mal in den Gerichtssaal und schauen uns alles an, und ich erkläre, wer wo sitzt.“ Sollte es im Verfahren zu einem Aufeinandertreffen von Täter und Opfer kommen, „sind wir dafür da, auf Wunsch die Sicht zum Angeklagten zu versperren und sozusagen ein menschlicher Schutzschild zu sein.“ Mit der Urteilsverkündung ist die Aufgabe einer Prozessbegleitung noch lange nicht erledigt. „Wir werten das Verfahren aus, sprechen darüber, wie es zu dem Urteil gekommen ist. Bei den Kindern ist dann der wichtige Zeitpunkt gekommen, über Therapiemöglichkeiten zu sprechen und Hilfsangebote aufzuzeigen.

Ina Pellehn macht deutlich, dass eine psychosoziale Prozessbegleitung keine Therapie oder Beratung ersetzt, und „wir führen keine Gespräche über die Tat oder den Inhalt der Aussage.“ Das sei im Übrigen ein großer Vorteil, um selbst damit umgehen zu können, sagt Ina Pellehn. „Man kennt von den eigentlichen Details nichts, und ich versuche, das Dienstliche nicht mit nach Hause zu nehmen.“ Ihren Beruf empfinde sie auf keinen Fall als Last, denn „ich helfe diesen Menschen und dafür sind sie dankbar“. Sie versuche außerdem, sich bewusste Auszeiten zu nehmen. „In der Natur, am Meer bekomme ich meinen Kopf gut frei und mir hilft der Austausch mit Kollegen.“

Miriam Weber

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