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Stralsund Verguckt in die Locken des Autoschlossers
Vorpommern Stralsund Verguckt in die Locken des Autoschlossers
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03:57 12.09.2013
Alfred und Helga Stöhr blicken nach 65 gemeinsamen Jahren stolz auf ihre Großfamilie. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
Stralsund

Fünf Kinder, zehn Enkel und bisher acht Urenkel zählen Alfred und Helga Stöhr zu ihrer Familie. Gestern feierte das Paar seine Eiserne Hochzeit.

Nur zwei Monate, nachdem Alfred Stöhr damals aus der Gefangenschaft entlassen wurde, begegnete er im Januar 1946 erstmals seiner zukünftigen Braut in Parchim. „Ich brauchte einen Schneider — und dort sah ich Helga“, erinnert sich der 87-Jährige. Doch erst, als sich die jungen Leute Weihnachten eher zufällig wiederbegegneten, kam es zur ersten Verabredung für den Silvesterabend.

Schließlich fand auch Gerda Gefallen an den Locken des ehemaligen Soldaten, der sich als Autoschlosser sein Geld verdiente. Und seitdem ging Alfred regelmäßig bei Helga und ihrem Vater ein und aus.

Nach der Hochzeit am 11. September 1948 wartete die junge Familie — der erste Sohn kam im folgenden Jahr zur Welt — lange Zeit auf eine eigene Wohnung. Später teilte sie sich mit einer Familie eine Vier-Zimmer-Wohnung. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Stöhrs bereits drei Kinder — Jürgen, Wolfgang und Gudrun.

„Wir haben uns so gefreut, als wir dann endlich eine eigene Wohnung gefunden hatten“, schildert die 85-jährige Helga. Doch kaum waren die Sachen ausgepackt, wurde Alfred, der im Polizeidienst war, nach Rostock versetzt. Bis sie dort eine gemeinsame Bleibe fanden, blieb die junge Frau oft lange Zeit allein mit den Kindern. „Meine Frau musste in all den Jahren am meisten durchstehen. Denn zeitweise kam ich nur zweimal im Jahr nach Hause“, erzählt Alfred, der Qualifikationen in Dresden oder Berlin absolvierte. In Rostock machten inzwischen die Töchter Angelika und Petra die Familie komplett.

„Ich mochte Rostock sehr gerne, aber nach zehn Jahren wurde Alfred wieder versetzt, und so sind wir in Stralsund gelandet“, erklärt Helga. Hier fand die fünffache Mutter eine Beschäftigung, als die Kinder größer wurden. Als Schreibkraft begann sie in einem Kinderpflegeheim, bevor sie im Bleckpackungswerk als Sachbearbeiterin landete. „Man staunt selbst, wie man all die Jahre alles unter einen Hut gebracht hat, meist allein mit fünf Kindern“, blickt sie zurück.

Dafür kamen bald bessere Zeiten, in denen die Stöhrs die Sommer in ihrem selbstgebauten Häuschen in Drigge verbrachte. „Auch wenn man viel allein war, möchte man die Jahre in Familie nicht missen“, sagt die Seniorin. Heute sind die Söhne und Töchter bis Rostock, Dresden und Hamburg verstreut. Nur eine Tochter lebt in Stralsund.

Deshalb wird das Eiserne Jubiläum am übernächsten Wochenende mit den Kindern nachgeholt. Gestern wurde mit den Bewohnern der Betreuten Wohnanlage in der Klausdorfer Straße gefeiert.

Man staunt selbst, wie man das all die Jahre unter einen Hut gebracht hat, oft allein mit fünf Kindern.“Helga Stöhr (85)

Wenke Büssow-Krämer

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