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Stralsund Verlogen? Badrow greift Landesregierung scharf an
Vorpommern Stralsund Verlogen? Badrow greift Landesregierung scharf an
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07:05 02.03.2018
Der Stralsunder Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) hat den Mitgliedern der Landesregierung mit Ausnahme von Kultusministerin Birgit Hesse (SPD) ein gespaltenes Verhältnis zur Wahrheit unterstellt. Quelle: Christian Rödel/hst
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Stralsund

Der Stralsunder Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) hat den Mitgliedern der Landesregierung mit Ausnahme von Kultusministerin Birgit Hesse (SPD) ein gespaltenes Verhältnis zur Wahrheit unterstellt. „Birgit Hesse hat mich noch nie belogen. Das heißt was in unserer Landesregierung“, sagte er während einer Sondersitzung der Stralsunder Bürgerschaft zur Zukunft des Theaters Vorpommern. Bei den Verhandlungen zwischen Land und Kommunen um die weitere Eigenständigkeit des Theaters würde es „nicht um Fakten und Wahrheit“ gehen. Stattdessen seien „Klüngeleien“ an der Tagesordnung. „Da musst du tricksen, wenn du in Schwerin bist.“

Grund für die Vorwürfe sei das undurchschaubare Verhalten der Landesregierung gegenüber den kommunalen Theatergesellschaftern. Dies sind für das Theater Vorpommern die Hansestädte Greifswald und Stralsund sowie der Landkreis Vorpommern-Rügen. Sollte die Landesregierung ihre bisher verfolgte Verhandlungstaktik fortsetzen, werde „es laut in Vorpommern“, zeigte Badrow der Regierungsmannschaft von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) offenbar schon vorsorglich mögliche Konsequenzen auf.

Anlass der Kritik war eine Sondersitzung der Bürgerschaft am Donnerstag, die die Fraktion „Bürger für Stralsund“ (BfS) beantragt hatte, um Auskunft darüber zu erhalten, wie die Zukunft des Theaters finanziert werden soll. Impuls dafür war der Umstand, dass der jährliche Theaterzuschuss im Haushalt der Stadtverwaltung ab 2018 im Vergleich zum vergangenen Jahr sprunghaft um 500 000 Euro von 3,1 auf 3,6 Millionen Euro erhöht worden ist. Der BfS-Stadtvertreter Maik Hofmann befürchtet, dass das Geld „wie seit Jahren zum kurzfristigen Stopfen von Löchern“ verwendet werde, ohne dass ein nachhaltiges Konzept zur Theaterfinanzierung auf die Beine gestellt werde. Hofmann bezeichnete das Theater als „Fass ohne Boden“.

SPD-Fraktionschef Peter van Slooten ermahnte die „Bürger für Stralsund“ angesichts ihrer stark betriebswirtschaftlich motivierten Herangehensweise, dass „ein Theater keine Würstchenbude ist“. Die Zusammenhänge seien komplexer. Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr warf der BfS-Fraktion eine kulturfeindliche Haltung vor. „So riskieren sie die Insolvenz des Theaters.“

Im Jahr 2017 hat die Landesregierung rund acht Millionen Euro an das Theater Vorpommern überwiesen. Kurz nachdem im Dezember entschieden wurde, die ursprünglich geplante Fusion des Theaters Vorpommern mit der Theater und Orchester GmbH in Neubrandenburg und Neustrelitz auf Eis zu legen, habe das Finanzministerium die Landes-Zuwendungen aber überraschend auf die Höhe des Basiszuschusses gesenkt, was für den Bühnenbetrieb einen unerwarteten Einschnitt von mehr als einer Million Euro im Jahr bedeute, sagte Intendant Dirk Löschner. Um welchen Betrag die Landesregierung ihre Zuschüsse im Vergleich zu bisher aufstocken will, sollte das Theater Vorpommern mit der Theater und Orchester GmbH nun lediglich kooperieren statt fusionieren, ist bislang offen. Hesse hatte auch bei einer Kooperation zunächst weitere Einsparungen gefordert.

Löschner warb vor der Stralsunder Bürgerschaft um ein Bekenntnis für das Theater; so wie es die Bürgerschaft in Greifswald in der vergangenen Woche verabschiedet hat. Löschner: „Das schlechteste Zeichen wäre eine Uneinigkeit in Vorpommern.“

Benjamin Fischer

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