Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Verstörende Szenen aus einer namenlosen Stadt am Meer

Stralsund Verstörende Szenen aus einer namenlosen Stadt am Meer

Deutschlands meistgespielter Dramatiker Roland Schimmelpfennig stellte seinen neuesten Roman in Stralsund vor

Voriger Artikel
Lautstarker Protest für mehr Vielfalt
Nächster Artikel
Fusionsidee spaltet Altefähr

Roland Schimmelpfennig nach der Lesung im Gespräch mit den beiden STiCer-Theaterpädagoginnen Carolin Gierer (links) und Mary Greer, die ab Juli ein Stück des Schriftstellers proben werden.

Quelle: Foto: Christian Rödel

Stralsund. Es geschehen wundersame Dinge in der nebligen, von starken Gewittern heimgesuchten Küstenstadt am Meer, wo Isabel gemeinsam mit ihrem Freund nach neunjähriger Abwesenheit eintrifft. Oberflächlich betrachtet hat sich nicht viel verändert in dem knappen Jahrzehnt ihrer Heimatabstinenz und doch ist gerade etwas im Wandel in dieser namenlosen Stadt, die aus der Zeit und dem Raum gefallen zu sein scheint.

Märchenhafte Züge haben Roland Schimmelpfennigs Erzählstränge in seinem aktuellen Roman „Die Sprache des Regens“. Am Wochenende las Deutschlands meistgespielter Dramatiker im Festsaal des Wulflam-Hauses aus seinem jüngsten Buch. In dem an Romanfiguren nicht armen Prosawerk laufen verstörende Szenerien ab: Lebensgefährliche Mutproben von Halbwüchsigen, die gewaltsame Schließung eines kleinen, herunter gekommenen Provinz-Kinos namens „Tornado“, die grundlose Festnahme von Isabels Mutter und das brutale Erschlagen eines Hundes durch mehrere Frauenhände.

Die unerfüllte Liebe von König Vadim von Reval und Riga, der sich unsterblich in die Königin von Kastilien verliebt hat und wegen der emotionalen Ablehnung durch die Angebetete den Verstand verliert, ist gerade Unterrichtsthema an einer Schule der Küstenstadt, die im Baltikum verortet werden könnte. Vadim soll in seiner Verzweiflung 90 000 Meilen um den Globus herumgeirrt sein, sich unter Baumwurzeln verkrochen haben und die Sprache der Steine, der Blätter und eben des Regens erlernt haben. Es ist also schwer was los in dem zweiten Roman von Schimmelpfennig, der auf Einladung der Stralsunder Strandläufer-Verlagsbuchhandlung in die Hansestadt gekommen war.

Das Strandläufer-Buchverleger-Ehepaar Katrin und Peter Hoffmann war von Schimmelpfennigs zweitem Roman, der es sofort auf die Shortlist der Leipziger Buchmesse 2017 geschafft hat, absolut begeistert und fragten deshalb beim S.Fischer-Verlag an, ob der Autor nicht an den Sund kommen könne. Schimmelpfennig sagte sofort zu und sorgte damit für eine restlos ausverkaufte Lesung.

Christian Rödel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Sassnitz
Tabea Seidel mit ihrem Papa Torsten.

Das kleine Mädchen (3) aus Sassnitz wurde gehörlos geboren. Ein Implantat im Stammhirn ermöglicht es ihr, akustische Reize wahrzunehmen.

mehr
Mehr aus Stralsund
Verlagshaus Stralsund

Apollonienmarkt 16
18439 Stralsund

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Benjamin Fischer
Telefon: 0 38 31 / 20 67 40
E-Mail:  stralsund@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.