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Stralsund Viel Betrieb im Sozialkaufhaus Ribnitz
Vorpommern Stralsund Viel Betrieb im Sozialkaufhaus Ribnitz
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00:01 01.11.2016

Über Mangel an Arbeit kann sich Thomas Schumacher nicht beklagen. In seinem Sozialkaufhaus in der Rostocker Straße in Ribnitz-Damgarten herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Auf 600 Quadratmetern finden Kunden Wohnzimmermöbel, Küchenspülen, Geschirr, Küchengeräte, Badezimmermöbel, Bekleidung für Erwachsene und Kindersachen, Spielzeug und auch Weihnachtsdeko. Es sind unter anderem Rentner, Auszubildende und alleinerziehende Frauen, die das Angebot nutzen. Menschen, die jeden Cent dreimal umdrehen müssen, sagt Schumacher.

„Immer wenn ich in Ribnitz bin, komme ich hierher“, erzählt eine Saalerin. Ihren Namen möchte die Rentnerin lieber nicht in der Zeitung sehen. „Ich entdecke immer etwas, was ich gebrauchen kann, und ich finde auch jedes Mal jemanden, mit dem ich reden kann.“

Es sind nicht nur die kleinen Preise und die Gespräche, auf die sie sich freut. Ihr gefalle auch die Lockerheit von „Toni“, wie hier die meisten Thomas Schumacher nennen. „Er hat immer einen flotten Spruch auf den Lippen. Wenn man das Kaufhaus verlässt, hat man eigentlich immer gute Laune.“

Die Rentnerin hebt lobend hervor, dass das Kaufhaus gut sortiert sei. Daran haben Erika Pathe aus Gelbensande und Anett Burmeister aus Ribnitz-Damgarten einen sehr großen Anteil. Sie arbeiten seit Sommer dieses Jahres ehrenamtlich im Sozialkaufhaus. „Ohne sie und die anderen Helfer, die mich unterstützen, könnte ich das Kaufhaus gar nicht am Laufen halten“, erzählt Thomas Schumacher.

„Mir macht die Arbeit viel Spaß, vor allem der Umgang mit den sehr unterschiedlichen Menschen, die hierher zum Einkauf kommen“, sagt Anett Burmeister. Ihr gefalle auch die familiäre Atmosphäre. Gern bringe sie ihre Tochter, wenn sie sie nachmittags aus dem Kindergarten geholt habe, mit ins Kaufhaus. „Für sie ist das hier eine einzige Spielwiese.“

Erika Pathe ist gewissermaßen „vorbelastet“. Die Rentnerin arbeitete viele Jahre als Verkaufsstellenleiterin im Einzelhandel. Die Waren, die im Sozialkaufhaus angeboten werden, stammen unter anderem aus Haushaltsauflösungen. Auch zahlreiche Vermieter, die ihre Ferienwohnungen neu einrichten wollen, stellen Möbel, Geschirr und anderes zur Verfügung, erzählt Schumacher. Viele Menschen, die das Sozialkaufhaus unterstützen möchten, laden ausrangierte Dinge in ihr Auto und bringen sie vorbei. Mitunter befinden sich darunter Sachen, die noch neuwertig sind.

Schumacher freut sich, gut erhaltenen, gebrauchten Dingen ein zweites Leben „einhauchen“ und sie für einen kleinen Preis in seinem Sozialkaufhaus anbieten zu können. Bei diesen Worten weist er auf eine Küchenspüle. Die stamme aus einem Hotel und werde garantiert schnell einen Abnehmer finden, so Schumacher. Wenn sie nicht ins Sozialkaufhaus gekommen wäre, dann wäre sie auf dem Müll gelandet.

Thomas Schumacher hatte bereits vor sechs Jahren gemeinsam mit seiner damaligen Lebenspartnerin das Sozialkaufhausprojekt gestartet. Dann kam das Aus. Am 1. November 2015, also vor einem Jahr, wagte er solo einen Neustart. Kredite habe er damals nicht bekommen, irgendeine Förderung auch nicht, blickt der 48-Jährige zurück. Dass der Neustart geglückt sei und es das Sozialkaufhaus noch gibt, sei der großen Unterstützung durch Freunde und Kunden zu verdanken. Diese Hilfsbereitschaft sei in diesem einen Jahr nicht kleiner geworden, das Gegenteil sei sogar der Fall, freut sich Schumacher.

Geöffnet ist das Sozialkaufhaus montags bis freitags jeweils in der Zeit von 9 bis 18 Uhr.

Weitere Infos: ☎ 0152/37170043

Edwin Sternkiker

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