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Viel Geld für wenig Spaß

Stralsund Viel Geld für wenig Spaß

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit und Ordnung in der Hansestadt. Hier geben Stralsunder Polizisten Einblick in ihre Arbeit

Stralsund. Der Frust war noch nicht ganz verraucht, als der Mann auf dem Polizeirevier in der Böttcherstraße erschien, um eine Anzeige zu machen. Der Anlass war zwar durchaus delikater Natur, doch der Ärger musste raus.

Wie Dietmar Grotzky, Leiter des Hauptreviers, weiß, wollte der 40-Jährige eigentlich ein sehr männliches Bedürfnis auf Entspannung befriedigen. Dazu machte er einen Termin bei einer Dame aus, die auf solche Bedürfnisse spezialisiert war – allerdings nicht, ohne dafür auch einen kleinen Obolus zu nehmen.

Die erste Missstimmung kam an jenem Nachmittag offenbar schon kurz vor dem Beginn der geplanten Lockerungsübung auf. Gut möglich, dass der Verspannte bei der telefonischen Absprache kurz zuvor nicht richtig zugehört hatte oder dass sich zwischendurch die Preise geändert hatten – die Dame seiner Wahl bemängelte, dass er zu wenig Bargeld dabei hatte. Da müsse schon noch ein Fuffi mehr auf den Tisch, bevor sie Hand anlegen werde, beschied sie dem Verblüfften.

Der trottete daraufhin noch einmal zum Geldautomaten, um noch ein wenig Geld lockerzumachen. Mit 120 Euro stand er kurz darauf wieder vor der Dienstleisterin. Und die schien jetzt von dem Nachschlag einigermaßen überzeugt. Nun stand der Einleitung einer aktiven Entspannungsphase nichts mehr im Wege. Die Vorfreude beim Mann strebte dem Höhepunkt entgegen.

Diese sollte aber nicht sehr lange anhalten, wie der Revierleiter nach einem kurzen Blick in die Anzeige berichtet. Keine fünf Minuten später soll bereits alles vorbei gewesen sein.

So schnell habe er sich gar nicht entspannen können, ließ der Enttäuschte jedenfalls bei der Anzeigenaufnahme durchblicken. Aus seiner Sicht sei die Fachfrau da offenbar äußerst uninspiriert, gar lustlos zu Werke gegangen. Und habe ihn dann urplötzlich in Richtung Ausgang geschoben.

Viel Geld für wenig Spaß also. Kein Wunder also, dass der Frustrierte immer noch reichlich verspannt bei der Polizei auftauchte und Betrug geltend machte. Wie Dietmar Grotzky weiß, stritt die Fachfrau bei einer ersten Befragung ab, den Mann betrogen zu haben. Sie bestand darauf, dass ihr Kunde sehr wohl die allgemeine Erlösung von seinem Problem gefunden habe. Für die Schnelligkeit, die er dabei an den Tag gelegt habe, könne sie schließlich nichts. Aus ihrer Sicht sei das Geschäft also durchaus perfekt und rechtens abgewickelt worden.

Sehr überzeugend muss sie dabei nicht gewirkt haben. Das letzte Wort zu diesem Fall von schneller Dienstleistung hat ohnehin der Staatsanwalt.

Jörg Mattern

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