Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 10 ° heiter

Navigation:
Viele Baustellen: So sollen Stralsunds Straßen leiser werden

Stralsund Viele Baustellen: So sollen Stralsunds Straßen leiser werden

Der Verkehr in der Hansestadt ist mancherorts so laut, dass er für die Bewohner kaum auszuhalten ist. Ein Lärmkonzept mit vielen Baumaßnahmen soll das ändern - es hat jedoch eine entscheidende Schwäche.

Voriger Artikel
Junges Paar startet in Barhöft durch
Nächster Artikel
Feuer in Stralsunder Schule

Die Kreuzung Carl-Heydemann-Ring/Barther Straße in Stralsund ist besonders laut – ein Kreisverkehr könnte den Knotenpunkt beruhigen.

Quelle: Christian Rödel

Stralsund. Rund 6000 Menschen und damit mehr als zehn Prozent der Stralsunder Bevölkerung sind Tag für Tag mit Lärm konfrontiert. Sie müssen täglich eine Belastung von im Schnitt mehr als 55 Dezibel ertragen. Bei mehr als 600 Betroffenen liegt der Wert sogar bei über 70 Dezibel. Das geht aus dem Lärmaktionsplan hervor, der am Donnerstag in der Bürgerschaft diskutiert wird. 

 Ab wann Lärm schädlich ist

Laut Bundesumweltamt ist tagsüber bei Mittelungspegeln über 55 Dezibel außerhalb des Hauses zunehmend mit Beeinträchtigungen des psychischen und sozialen Wohlbefindens zu rechnen. Um die Gesundheit zu schützen, sollte ein Mittelungspegel von 65 Dezibel am Tage und 55 Dezibel in der Nacht nicht überschritten werden.

Grüne Welle auf der Prohner Straße

Die Stadt ist gesetzlich verpflichtet, ein derartiges Konzept zu erarbeiten, um den Lärm für die Bewohner zu verringern. Berücksichtigt werden darin Straßen mit jährlich mehr als drei Millionen Fahrzeugen, also 8200 Stück pro Tag. Würden die darin enthaltenen Maßnahmen auf einen Schlag umgesetzt, kostete das rund zwölf Millionen Euro. 

Viele Menschen müssen im Bereich Prohner Straße/Knieperdamm/Sarnowstraße mit Krach von der Straße leben - laut Verkehrsplan sind es fast 700. Die Stadtverwaltung hat hier deswegen einen von 13 Schwerpunkten ausgemacht. Eine der vorgeschlagenen Lösungen ist die Geschwindigkeit von 22 bis sechs Uhr auf Tempo 30 zu beschränken. Außerdem könnte die Einrichtung einer sogenannten „Grünen Welle“, also aufeinander abgestimmte Ampeln, für einen stetigen Verkehrsfluss sorgen. Autos müssten nicht ständig nach Rot wieder anfahren, was besonders laut ist. Auch die Kreuzung Prohner Straße/Heinrich-Heine-Ring soll umgebaut werden. Die Kosten für dieses Paket würden sich - sparsam gerechnet - auf rund 160000 Euro belaufen. 

Der Carl-Heydemann-Ring ist besonders laut

Die Idee nächtlicher Tempo-30-Zonen gibt es auch für andere Bereiche. Dazu zählen der Tribseer Damm von Barther Straße bis Carl-Heydemann-Ring , die Karl-Marx-Straße vom Wulflamufer bis Greifswalder Chaussee sowie der Frankendamm von Frankenwall bis südliche Sackgasse

Eine weitere wichtige Verkehrsader, deren Krach viele Menschen nerven dürfte, ist der Carl-Heydemann-Ring . Für ihn und viele angrenzende Straßen hat sich die Stadtverwaltung ein ganzes Bündel an Maßnahmen überlegt. Die aufwändigste ist die Umgestaltung der Kreuzung Carl-Heydemann-Ring/Barther Straße in einen Kreisverkehr, wodurch mehr Abstand zwischen Wohnhäusern und Straßenlärm entstünde und das Beschleunigungsrauschen entfiele. Das allein würde 750000 Euro kosten. Zwischen Barther Straße und Tribseer Damm wird erwogen, die Fahrstreifen des Carl-Heydemann-Rings von vier auf zwei zu reduzieren, sowie den Verlauf der Straße im gleichen Atemzug so abzuändern, dass ein möglichst großer Abstand zu den Wohnhäusern entsteht. Kosten: 207000 Euro. Ebenfalls geplant ist die Abschaffung der Blockumfahrung am Wohnstandort Weber-Stiftung. Bisher müssen Autofahrer, die vom Carl-Heydemann-Ring kommen und in die Friedrich-Engels-Straße abbiegen wollen, den Umweg über den Jungfernstieg nehmen. Indem an der Stelle die Einbahnstraße aufgehoben wird, könnte der ohnehin schon viel befahrene Jungfernstieg entlastet werden. 

Schlechte Nachricht: Schnell gehen wird es wohl nicht

Wer jetzt allerdings auf eine schnelle Verbesserung seiner Wohnsituation hofft, könnte enttäuscht werden. Denn das Konzept hat eine entscheidende Schwäche: Es ist völlig unklar, wann welche Maßnahme umgesetzt wird und ob das überhaupt jemals geschieht.Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass es sich lediglich um ein Strategiepapier handele, das bei künftigen Planungen berücksichtigt werde. 

Heißt also erstmal leider: Abwarten und Ohren zuhalten.

Alexander Müller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Dialog mit der Zukunft
Neuer chinesische Hersteller: Ab 2019 will Byton mit einem elektrischen Geländewagen auf den Markt kommen.

Der Ehepartner, die Kinder, der Hund und jetzt auch noch das Auto: Künftig wird es auf Reisen womöglich ganz schön gesprächig. Denn Sprachsteuerung fürs Auto ist neben Autopiloten und Elektroantrieb einer der großen Trends bei der Elektronikmesse CES in Las Vegas.

mehr
Mehr aus Stralsund
Verlagshaus Stralsund

Apollonienmarkt 16
18439 Stralsund

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Benjamin Fischer
Telefon: 0 38 31 / 20 67 40
E-Mail:  stralsund@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.