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Stralsund Vize-OB sollte Sportbund-Präsident werden
Vorpommern Stralsund Vize-OB sollte Sportbund-Präsident werden
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12:06 13.04.2018
11 000 Stralsunder treiben Sport in einem Verein und sind damit Mitglied im Stadtsportbund. Über 1000 spielen Fußball - wie hier beim FC Pommern. Quelle: Anja Krueger
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Stralsund

Der Chefsessel des Sportbundes der Hansestadt soll heute Abend neu besetzt werden. Präsident Georg Weckbach (76), der nach fast 20 Jahren im Amt seinen Rückzug ankündigte, und sein Präsidium hatten mit Holger Albrecht (CDU) einen Nachfolger vorgeschlagen. Doch vielen Sportlern stieß sauer auf, dass der Vize-OB, gleichzeitig oberster Verantwortlicher des Sportamtes, nun auch für die Vereine sprechen sollte.

„Das sehen wir als klassischen Interessenkonflikt zwischen Beruf und Ehrenamt. Ich kann nicht auf der einen Seite die Position der Verwaltung durchdrücken, die ja immer den Haushalt im Blick hat, und andererseits kämpfe ich für die Vereine, weil die zum Beispiel eine neue Sporthalle wollen“, sagt Maik Hofmann von den Rettungsschwimmern der DLRG, der auch für „Bürger für Stralsund“ in der Bürgerschaft sitzt, und ergänzt: „Der Sportbund ist das Sprachrohr der Vereine, versteht sich als Verhandlungspartner in den Gesprächen mit der Stadt. Wir schätzen Herrn Albrecht, aber er kann doch nicht mit sich selbst verhandeln, wenn es beispielsweise um die Vergabe der Sportfördergelder geht. Da sollte der Verwaltung dann schon ein Vereinsvertreter auf dem Präsidentenstuhl gegenüber sitzen.“

Holger Albrecht kann die ganze Aufregung nicht verstehen und möchte aus der Debatte rausgehalten werden. „Ich habe mich zu keiner Zeit als Kandidat beworben. Ich wurde gefragt, ob ich Sportbundpräsident werden möchte. Ich habe gesagt, ich überlege – und bin dann zu dem Schluss gekommen, dass ich das nicht will“, sagt der 64-Jährige, der das Ganze als reine Privatsache sieht, die nichts mit seiner Arbeit im Rathaus zu tun habe.

Bleiben noch zwei Bewerber im Rennen. So hat sich Maik Hofmann entschlossen, für den Chefposten des Sportbundes zu kandidieren. „Wir sind 11 000 Sportler in dieser Stadt, das ist doch eine Macht. Wir brauchen aber eine noch bessere Lobby, müssen mehr Druck machen, dafür trete ich an. Ich möchte die Vereine besser zusammenbringen, den Austausch vorantreiben – ganz ohne Neid“, so der 42-jährige Fachpfleger für Psychiatrie, der seit neun Jahren in der zweitstärksten Fraktion der Bürgerschaft mitarbeitet und den Ausschuss für Kultur und Sport leitet.

Auch Steffen Täubrich vom 1. Volleyballclub möchte heute Abend Präsident des Stralsunder Sportbundes werden. „Ob nun Sportamtsleiter oder Sportausschuss-Chef, ich finde, in beiden Positionen gerät man in gewisse Konflikte. Ich sehe mich als jemand aus der aktiven Sportarbeit, eben als reinen Vereinsvertreter“, sagt der 62-Jährige. Der kaufmännische Angestellte, der als geringfügig Beschäftigter beim VC angestellt ist, wird nächstes Jahr Rentner und möchte sich dann für ein besseres Miteinander der Stralsunder Sportvereine einsetzen. „Über den Sportbund können wir viele Aufgaben in Angriff nehmen, uns zum Beispiel für neue Sportstätten stark machen.“

Sowohl Hofmann als auch Täubrich hoffen, dass heute Abend möglichst viele Vereine ihr Stimmrecht wahrnehmen. Nur so könne man etwas verändern. Der Sporttag mit der Neuwahl des Sportbund-Präsidiums startet heute um 17.30Uhr im Stralsunder Bootshaus. Auf dem Kandidatenzettel für den Vorstand stehen außerdem Gerd Habedank, Elke Glasow, Thomas Hector, Arndt Melms, Manfred Blessin und Olaf Wermke. „Natürlich ist es möglich, dass heute noch jemand aufsteht, der auch kandidieren möchte“, sagt Dr. Georg Weckbach.

Sommer Ines

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