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Stralsund Volle Hütte zum Fest
Vorpommern Stralsund Volle Hütte zum Fest
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00:00 07.12.2017
Das Hotel „Vier Jahreszeiten“ in Binz lädt die Gäste am Heiligen Abend ins gemütliche Byntze 1318 ein. Quelle: Foto: Hotel Vier Jahreszeiten
Stralsund

Immer mehr Menschen verbringen das Weihnachtsfest nicht zu Hause – zur Freude der Hoteliers im Norden, die darauf reagieren. „Seit Jahren zeichnet sich der Trend ab, dass die Leute das Fest nicht in den eigenen vier Wänden erleben wollen“, sagt Manja Hartwig von der Hoteldirektion des Hauses „Vier Jahreszeiten“ in Binz.

Zu den Feiertagen freuen sich die Hoteliers im Landkreis über viele Gäste

Die Gründe für die Aufenthalte in Hotels sind ganz unterschiedlich. Da gibt es die Gäste, die der Einsamkeit entfliehen wollen, andere treffen sich direkt mit der ganzen Familie, und wieder andere, vor allem Paare ohne Kinder, „wollen dem Alltagsstress entfliehen und einfach nur entspannen und die gemeinsame Zeit genießen“, wie Holger Radermacher, Direktor des Steigenberger Hotels in Zingst, weiß. Das Haus mit 154 Betten ist zu 70 Prozent ausgelastet. „Mittlerweile haben wir viele Stammgäste, vor allem aus dem Raum Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt.“

Über die Jahre hat sich im Zingster Hotel fast ein traditionelles Weihnachtsfest entwickelt. Dazu zählt unter anderem, dass es am 24. Dezember eine Adventsstunde gibt, „mit dem längsten Stollen von Zingst, der über einen Meter lang ist“, wie der Hoteldirektor verrät. Auf eine Sache ist Holger Radermacher richtig stolz: „Über unser Buffet fährt eine Harzer Querbahn, das ist ein Original-Modell aus den 1950er-Jahren, und unsere Gäste lieben das.“

Seit sieben Jahren ist es für Holger Radermacher in der Adventsstunde ein Muss, Weihnachtsgeschichten vorzulesen. Damit steht er nicht allein. Auch in anderen Hotels wird am Heiligen Abend gelesen und gesungen. Etwa im Stralsunder Romantik-Hotel „Scheelehof“. Dort wird der Geschäftsführer am Nachmittag ebenfalls in gemütlicher Runde vorlesen. „Außerdem gibt es weihnachtliche Live-Musik“, verrät Direktorin Ute Reichel. Auch das Hansestädter Hotel ist mit der Vorbuchung zufrieden. „Das Haus mit 92 Zimmern ist zu 70 Prozent ausgelastet.“ Mittlerweile gebe es viele Gäste, die wiederkehren. „Ein Zeichen dafür, dass die Tendenz, Weihnachten nicht zu Hause zu verbringen, weiter steigt“, sagt Ute Reichel.

Dass viele Familien, gerade wenn sie in der ganzen Republik verstreut sind, die Feiertage nutzen, um sich in einem Hotel zu treffen, hat auch Uwe Colberg festgestellt. Der Geschäftsführer der beiden Stralsunder Hotels „Hafenresidenz“ und „Hiddenseer“ freut sich über die gute Auslastung seiner Häuser. „Das ,Hiddenseer’ ist sogar zu 100 Prozent ausgebucht, die ,Hafenresidenz’ bisher zu 55

Prozent.“ Vor allem aus dem Raum Hamburg, Bremen und Oldenburg würden die Gäste an den Sund reisen. „Witzigerweise haben wir aber auch Leute aus Neuendorf auf der Insel Hiddensee, die bei uns übernachten“, sagt Uwe Colberg.

In der Hansestadt punkten die Hoteliers mit Angeboten für die Museen und Aktionen in der Altstadt vor der Tür. „Für viele Gäste ist nicht der Preis entscheidend, sondern das Produkt“, sagt André

Kretzschmar, Leiter der Tourismuszentrale Stralsund. „Also das, was von den Häusern angeboten wird.“ Bei der Tourismusinformation merke man vor allem zwischen den Jahren, zu Silvester hin, dass viele Gäste in Stralsund sind. „Denn dann sind unsere Stadtführungen enorm gefragt.“

Bei aller Planerei hat Manja Hartwig vom Hotel „Vier Jahreszeiten“ in Binz jedoch festgestellt, dass sich die Gäste immer ein Stück Individualität und Flexibilität erhalten. „Wir haben diverse Weihnachtsangebote, aber viele wollen sich im Vorfeld nicht festlegen.“ Am Heiligen Abend haben die Gäste die Möglichkeit, im Byntze 1318, einem urgemütlichen großen Raum mit Kamin und Tresen, Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen. Genau das Ziel hat auch Heike Sommer, Direktorin des Hotels Speicher in Barth. „Wir sind gut besucht über die Feiertage und hoffen auf eine friedvolle und weihnachtliche Stimmung.“

Was alle Hoteliers unisono feststellen: Nach den Feiertagen geht es mit den vollen Häusern erst richtig los. Direkt ab dem 27. Dezember ist in vielen Hotels kaum noch ein Zimmer zu bekommen.

Teilweise war da ab September schon nichts mehr zu machen.

Miriam Weber

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