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Stralsund Vom Eheproblem bis zur Stadtführung auf Arabisch
Vorpommern Stralsund Vom Eheproblem bis zur Stadtführung auf Arabisch
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00:05 26.04.2017

3526 Ausländer leben in Stralsund. Die größte Gruppe kommt aus Syrien (1299 Menschen). Platz zwei nehmen polnische Staatsbürger ein (328), gefolgt von Ukrainern (188), Rumänen und Russen (jeweils 169) sowie Afghanen (143). Griechen, Spanier, Chinesen und Vietnamesen platzieren sich auf den Rängen sieben bis zehn in der Statistik des Einwohnermeldeamtes.

Anja-Isabelle Schmuck (55), Migrations- und

Integrationsbeauftragte der Hansestadt.

FOTO: MARLIES WALTHER

Die Zugewanderten haben einen so genannten Aufenthaltstitel und stammen aus insgesamt rund 100 Nationen.

Die Integration dieser Frauen, Männer und Kinder in das Leben und den Alltag am Sund voranzubringen, ist für Anja-Isabelle Schmuck nicht nur ein persönliches Anliegen. Seit dem 18. Januar macht sie den Job auch beruflich: Als Migrations- und Integrationsbeauftragte der Hansestadt. Morgen ist die ausgebildete Juristin, die in den letzten zwölf Jahren in der Tourismuszentrale gearbeitet hat, 100 Tage in ihrem neuen Amt. Und bereits in diesen ersten drei Monaten habe sich gezeigt, dass die Hansestadt „eine richtige Wahl getroffen“ hat, wie der erste Stellvertreter des Oberbürgermeisters, Holger Albrecht, gestern betonte. Die Stelle war aufgrund einer längeren Krankheit ihrer Vorgängerin über ein Jahr unbesetzt. Arbeit wartete also genug auf die Frau, die sich als „Interessenvertreterin und Ansprechpartnerin“ versteht. Nicht nur für Flüchtlinge, sondern für Ausländer überhaupt. Gleich am ersten Arbeitstag standen sechs Rumänen vor ihrer Tür, die Probleme mit ihrem Arbeitsvertrag bei einer Zeitarbeitsfirma hatten. Ihnen konnte sie ebenso helfen, wie einem Senegalesen, der mit einer Deutschen verheiratet ist, von der Ehefrau aber ausgesperrt wurde und Angst um sein Bleiberecht hatte. Problemlösung auch für diesen Flüchtling: Ein junger Vater lebte in einer winzigen Ein-Raum-Wohnung und brauchte mehr Platz, denn seiner Frau und seinen fünf Kindern wurde der Nachzug genehmigt. Das erfuhr Anja Schmuck nur fünf Tage vor der Ankunft der Familie. „Die Menschen haben eine andere Mentalität“, sagte sie. Deshalb sei es so wichtig, Netzwerke mit vielen Partnern zu knüpfen.Und dafür tritt die 55-Jährige mit einem ganzen Spektrum an Ideen an. So möchte sie Stadtführungen auch auf Arabisch anbieten, einen Wohn-Leitfaden erarbeiten oder einen Flyer mit Piktogrammen über das richtige Verhalten als Radfahrer im Straßenverkehr auflegen, den auch Menschen verstehen, die nicht lesen und schreiben können. Marlies Walther

Kontakt: ASchmuck@Stralsund.de, Hafenstraße 20, ☎ 03831/252 763.

OZ

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