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Stralsund Vom Ein-Mann-Büro zum 50-fachen Arbeitgeber
Vorpommern Stralsund Vom Ein-Mann-Büro zum 50-fachen Arbeitgeber
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00:00 29.09.2017
Kleewerk heißt das Projekt, in dem die 2007 geborene Idee des Kleemobils weiterlebt. Es geht um die Betreuung von jungen Frauen – von der Schwangerschaft bis weit nach der Geburt des Kindes. Quelle: Fotos: Oz

Stralsund. Das wohl bekannteste Projekt des Verbundes für Soziale Projekte (VSP) in Stralsund ist das Kleemobil, das sich inzwischen zu einem Kleewerk entwickelt hat. Doch die Betreuung der schwangeren Frauen in Grünhufe durch Hebammen und die dazugehörige Hilfe für die Familien durch Sozialarbeiter ist eine so genannte freiwillige Aufgabe – deshalb war die Finanzierung des Projektes nach Auslaufen der großzügigen Förderung immer schwierig. Egal, wie toll alle das Angebot fanden...

Betreutes Wohnen, Erziehungshilfe und Schulsozialarbeit – Verbund für Soziale Projekte seit 25 Jahren in Stralsund

Zunächst gab die Stadt ein wenig Geld, das reichte allerdings nur für eine abgespeckte Variante. Nach der Kreisgebietsreform hat sich der Landkreis zu diesem Projekt bekannt. „Wir sind zwar immer noch bei einer Minimalvariante, aber trotzdem sind wir froh, dass es das Kleewerk gibt. So können wir die jungen Familien auch weiterhin von der Schwangerschaft bis zur Geburt des Kindes unterstützen“, sagt Jan Peters, seit 2003 Koordinator des VSP in Stralsund.

Angefangen hatte der Verein, den es nur in Mecklenburg-Vorpommern gibt, vor 25 Jahren in einem Büro in der Kita Wiesenstraße in Grünhufe. „Martina Holst hatte damals den Auftrag, dem Verein in Stralsund auf die Beine zu helfen. Los ging es dann mit ein, zwei Mitarbeitern in der ambulanten Familienhilfe“, sagt Jan Peters, selbst Sozialpädagoge.

Die Landschaft der Freien Träger der Jugendhilfe entwickelte sich – und mit ihr der VSP. 2005 erfolgte der Umzug an den Frankendamm. „Dort haben wir gemeinsam mit Jugendlichen das Haus saniert, in dem wir heute noch sitzen“, erklärt der 41-Jährige das Wachsen der Jugendhilfestation. Viele Angebote kamen hinzu: Betreutes Wohnen, Mutter-Kind-Angebote, Tagesgruppen, soziale Gruppenarbeit. Erst im April ist ein neues Kinder- und Jugendhaus in der Alten Richtenberger Straße mit sechs Plätzen dazu gekommen. Das ehemalige Landkaufhaus wurde dazu umfunktioniert.

Doch auch mit der Erziehungsberatung, frühen Hilfen sowie der Familien- und Integrationshilfe hat sich der VSP einen Namen gemacht. Geschäftsführer Jan Peters ist zudem einer, der sich immer für die Schulsozialarbeit stark gemacht hat. „Ich habe da zwei Mitarbeiterinnen, die brennen für diese Arbeit. Dann lohnt es sich natürlich auch, dafür zu kämpfen. Und das ist bei diesen ganzen Fördermodalitäten in der EU wirklich nicht leicht“, so Jan Peters und fordert wie viele andere der Branche ein Bekenntnis von Bund und Land, um diese wichtige Arbeit langfristig auf finanziell sichere Füße zu stellen. 50 Mitarbeiter zählt der Verbund für Soziale Projekte in ambulanten und stationären Angeboten mittlerweile in Stralsund, und es werden noch Sozialpädagogen und Erzieher für neue Projekte gesucht. Ansonsten arbeiten in diesem Verein viele langjährige Kollen, so VSP-Chef Peters und erzählt nicht ohne Stolz, dass man seit 2012 den Titel „Familienfreundliches Unternehmen“

tragen darf. „Wir bezahlen gut. Und wir versuchen trotz Schichtarbeit alles so zu legen, dass die Kollegen zu Hause nicht alles im Stich lassen müssen. Da muss eben mal das Kind abgeholt oder die Elternversammlung besucht werden.“

Und welche Wünsche hat der VSP für die Zukunft? „Wir würden das Kleewerk gern auf die Insel Rügen ausweiten. Schön wäre auch, wenn die angesprochene Schulsozialarbeit fester Bestandteil der Jugendhilfe wird“, so der zweifache Familienvater. Und dann wäre da noch die Vision, dass wieder mehr Geld für Prävention zur Verfügung steht. „In der Jugendarbeit heißt das niedrigschwellige Angebote, zum Beispiel in Klubs. So wie es vor vielen Jahren unsere Jugendklubs geleistet haben“, erinnert Jan Peters und könnte sich solche Angebote auch für die ländliche Region vorstellen. „Und toll wäre auch, wenn wir wieder mehrere Streetworker losschicken könnten...“

VSP – Entstanden aus einem Modellprojekt

1991 gab es ein Modellprojekt „Jugendhilfestation“, mit dem sich der Verbund für Soziale Projekte (VSP) in Mecklenburg-Vorpommern etablierte. Im Juni 1992 wurde das Büro in der Kita Wiesenblume in Grünhufe eröffnet. Im Januar 1993 wurde der VSP gegründet.

1996 wurde eine Kinder- und Jugendwohngruppe etabliert, 1998 wurde zudem eine Tagesgruppe eingerichtet. Seit 1999 beteiligt sich der VSP an der Schulsozialarbeit. 2000 wird der Bereich Täter-Opfer-Ausgleich neu angeboten. 2001 zog der VSP von Grünhufe in die Wasserstraße. Seit 2005 gibt es die Wohngruppen samt ambulanter Angebote am Frankendamm 54, später kommt noch die Nummer 52 dazu.

2007 begann das Projekt Kleemobil, für das der VSP 2010 den Bundespreis „Soziale Stadt“ bekam.

5 Stationen hat der VSP nun: in Stralsund, Schwerin, Greifswald, Neubrandenburg und Demmin.

150 Mitarbeiter beschäftigt der VSP landesweit, 50 sind es in Stralsund.

Ines Sommer

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