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Stralsund Vom Goldanteil in Eheringen und Zahnrädchen in Taschenuhren
Vorpommern Stralsund Vom Goldanteil in Eheringen und Zahnrädchen in Taschenuhren
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00:00 22.06.2016
Uhrmachermeister Martin Kaczke lässt Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) während seines Firmenbesuchs in eine Schweizer Taschenuhr aus dem Jahr 1900 blicken. Quelle: Jörg Mattern

Deckel auf und einen Knopf gedrückt, da ertönt aus der Schweizer Taschenuhr von 1900 ein verstimmtes Läutwerk. Eine Stimmgabel ist abgebrochen. Ein Fall für Uhrmachermeister Martin Kaczke. Und da Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) neugierig ist, klemmt er sich eine Lupe ins Auge und schaut ins Uhrwerk. „Unglaublich, wie klein hier drin die Zahnräder sind“, so sein Fazit. Der OB schaute gestern zum 89. Firmenbesuch seit 2009 bei Juwelier Kaczke am Neuen Markt vorbei.

Ein Besuch, der auch Selbstversuche zulässt, etwa als das Stadtoberhaupt seinen Ehering in den Röntgen-Fluoreszenz-Analysator legt. Kurz darauf erscheint auf dem Bildschirm die Massenanalyse des Schmuckstücks: Der Feinheitsgrad des Goldes liegt bei 587. Dazu enthält der Ring Silber, Kupfer und etwas Zinn. „Diese Zugaben erhöhen die Stabilität des Goldrings“, erläutert Martin Kaczke.

Der Handwerksbetrieb am Neuen Markt ist ein klassisches Familienunternehmen. Seit 62 Jahren übrigens. Über die Hälfte der sieben Mitarbeiter sind Familienmitglieder. Zum Firmenprofil gehören sowohl das Handwerk an Uhren und Schmuck sowie der Handel damit zu einem nicht unwesentlichen Teil. Wie Martin Kaczke erläutert, reicht das von Batteriewechsel an Uhren, über deren Reparatur bis hin zu Reinigung und Reparatur an Schmuckstücken. Klar werden in Zeiten industrieller Massenproduktion Elektronikbauteile oder Zahnrädchen bei der Uhrenreparatur einfach ausgetauscht. Doch der Uhrmachermeister kümmert sich auch um so manches barocke Schätzchen seiner Kundschaft. Und da hilft dann mitunter nur das gute alte Handwerk weiter, wenn kaputte Teile eigens angefertigt werden müssen.

Die Kundschaft dankt es mit Treue. Kaczkes Kunden kommen aus Stralsund, Greifswald, von Rügen, sogar aus Skandinavien. Und für seine Kunden wünscht er sich, dass bei einer künftigen Umgestaltung des Neuen Marktes nicht so viele Parkplätze verloren gehen. „Dann wäre der Standortnachteil gegenüber dem Strelapark am Stadtrand noch größer“, sagt der Meister. Alexander Badrow weiß um diese Schwierigkeiten. „Wir können mit den Parkplätzen hier auch nicht einfach unter die Erde gehen, da im Welterbe bei einem Bodendenkmal auch gleich Fachleute von der Icomos aus Paris mitreden“, sagt der OB. Der sich aber auch vorstellen kann, dass ein attraktiv gestalteter Neuer Markt mit weniger Parkplätzen dennoch Leute anziehen wird.

Jörg Mattern

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