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Stralsund Vom Kochtopf bis zum Badeanzug
Vorpommern Stralsund Vom Kochtopf bis zum Badeanzug
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00:01 08.06.2017
Kunden wie Inge Perlitz wissen den Service von Dirk Leu im Landwarenhaus zu schätzen. Quelle: Foto: Wenke Büssow–krämer
Velgast

Alles was man zum Leben braucht und noch vieles mehr, finden die Velgaster in ihrem Landwarenhaus. Den einstigen Konsum übernahm 1992 Monika Leu. Zum Renteneinstieg übergab sie die Geschäfte vollends in die Hände ihres Sohnes Dirk. Auf 300 Quadratmetern finden sich hier Textilien, Haushaltswaren, Schreibwaren und Schulbedarf, Geschenkartikel, Spielwaren und selbst Angel- und Fahrradzubehör.

Doch wie in vielen Dorfläden – die längst geschlossen wurden – ist es auch im Velgaster Landwarenhaus ruhiger geworden. „Woran das nun liegt, lässt sich schwer sagen“, sagt Dirk Leu. „Die Bevölkerung auf dem Lande wird weniger und älter, die Konkurrenz ist riesig und noch dazu kommt das Internet“, meint der 51-Jährige.

Dabei ist solch ein Landwarenhaus nicht nur für die älteren Einwohner Anlaufpunkt. „Die Kundschaft ist durchaus gemischt. Aber meistens sind wir für die da, die beim Einkauf in der Stadt etwas vergessen haben und nicht nochmal losfahren wollen“, so Leu. Aber auch das Spektrum an Dienstleistungen ist groß. „Wir nehmen für die Textilreinigung an, machen Änderungsschneiderei, wechseln Uhrbatterien, machen Kopien und wechseln den Radfahrern denn auch mal den Schlauch“, zählt Leu auf. Doch gerade auch die Post- und Lottoecke zieht Kunden in den Laden.

Gesichter des Ladens sind von Anfang an auch Waltraut Grunert und Sieglinde Meyer. „Das Landwarenhaus bedeutet auch Leben für die Menschen, dass sie nicht abgehängt sind“, sagt Waltraut Grunert. „Wir haben es geschafft, immer noch die Vielfalt zu erhalten, wenn es auch keine Möbel und Motorräder mehr gibt.“ Als 70-Jährige ist sie hier immer noch als Halbtagskraft im Einsatz. „Ich kann es eben nicht lassen. Einer kennt hier den anderen, es macht Spaß, in Kontakt zu bleiben. Und manch ein Kunde kommt eben auch nur mal um ein Schwätzchen zu halten. Auch dafür muss man ein Ohr haben“, sagt Waltraut Grunert.

„Hier gibt es Sachen, die man woanders oft nicht bekommt“, sagt Heidi Groß, die aus Bussin öfter vorbei schaut. „Ich finde hier eigentlich immer ein Oberteil für mich und auch wenn man Ersatzteile für DDR-Produkte sucht, wird man hier noch eher fündig“, sagt die Stammkundin.

Solch ein Beispiel hat auch Bernd Tscheuschner parat. „Ich habe mal in ganz Stralsund vergeblich einen Kirschentkerner gesucht. Herr Leu hatte gleich zwei zur Auswahl im Regal. Wir können froh sein, dass es das Landwarenhaus noch gibt. Hier gibt es alles, und was es nicht gibt, besorgt er“, betont Bernd Tscheuschner.

Natürlich ist das Velgaster Landwarenhaus auch bei der 775-Jahr-Feier präsent. Seit 2014 organisiert das Team jährlich eine Modenschau zum Sommerfest.

Geschichte des Velgaster Landwarenhauses

Das Gebäude in der Ernst-Thälmann-Straße beherbergte in den 1920er Jahren eine Stellmacherei. Nach dem Krieg wurde hier das Sägewerk aufgebaut.

1949 wurde die Konsumgesellschaft Velgast gegründet, die hier ihre Büros und Verkaufsstelle hatte. 1955 wurde die Dorfgenossenschaft gegründet.

Nach der Wende wurde das Gebäude 1992 zum Landwarenhaus umgestaltet. Die Stralsunderin Monika Leu, die vorher auch in der Konsum-Verwaltung beschäftigt war, übernahm das Geschäft.

Der jetzige Inhaber Dirk Leu stieg bereits 1993 ins Geschäft seiner Mutter mit ein. Auch er arbeitete vorher für die Konsumgenossenschaft in einem Stralsunder Fernsehgeschäft. Seit 2000 leitet er das Landwarenhaus.

Zwei Halbtagskräfte sind mit Waltraut Grunert und Sieglinde Meyer bis heute noch mit Dirk Leu im Einsatz.

Wenke Büssow-Krämer

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