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Stralsund Von Ganoven im Kloster und geizigen Ratsherren
Vorpommern Stralsund Von Ganoven im Kloster und geizigen Ratsherren
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00:00 12.05.2017
Die Stralsunder Stadtschauspieler Anke John-Wittkowski, Thilo Klang, Angrit Schmidt und Harald König (v. l.) gehen im Innenhof des Stralsund Museums auf Schatzsuche und erleben eine heftige Überraschung. Quelle: Foto: Marlies Walther

In andere Rollen schlüpfen, sich verkleiden und über alte Zeiten schnacken – das ist eine Leidenschaft, die sie in ihrer Freizeit verbindet: Thilo Klang (62), Anke John-Wittkowski (48), Angrit Schmidt (50) und Harald König (63). Als „Stralsunder Stadtschauspieler“ gehen sie nun bereits in die 5. Saison. Gemeinsam bieten die Laiendarsteller Stadtführungen der anderen Art an, vermitteln Wissenswertes über die Historie auf spielerische Art. Ihre Bühne ist die Hansestadt selbst. Der Nikolaikirchhof oder das Johanniskloster zum Beispiel bieten ihnen die besten Kulissen.

Jetzt haben sie mit dem Stralsund Museum, das sich im früheren Katharinenkloster befindet, eine weitere Spielstätte in ihr Programm aufgenommen und dafür neue Texte geschrieben. Unter dem Motto „Klosterplünderung und geizige Ratsherren“ geht es um Intrigen und Machtgerangel, um die Wirren der Reformation, aber auch um Bürgerstolz unter schwedischer Herrschaft. „Unser Publikum kann erleben, wie der mittellose Stadtschreiber Bandelin ein großes Geschäft mit einem reichen Pfeffersack einfädeln will und der hochwohlgeborene Generalgouverneur zum Gespött der Leute wird“, sagt Thilo Klang.

Dazu gehört auch eine Schatzsuche im Museumshof. Zwei Ganoven, die Wirtsleute Herbert und Hermine, haben mitbekommen, als die Mönche von einem versteckten Klosterschatz erzählten. Heimlich haben sie sich auf einem alten Stofffetzen einen Lageplan skizziert. Aber die Suche verläuft zunächst vergeblich. Bis sie eine alte Kiste entdecken. „Was da drin ist, verraten wir natürlich nicht“, macht Thilo Klang neugierig. Nur soviel: Das Geheimnis ist nichts für schwache Nerven. Dieser unterhaltsame Rundgang durch die Altstadt, der auf dem Museumshof endet, findet ab 17. Mai bis 4. Oktober immer mittwochs um 14 Uhr auf Voranmeldung statt. Ein weiterer fester Termin ist ab morgen immer samstags, ebenfalls um 14 Uhr. Dann kann man dabei sein, wenn unter dem Titel „Kirchenbrechen und rote Schuhe“ Mönch Nikolaus gegen die losen Sitten und den Verfall der Moral zu Felde zieht. Und wer wissen möchte, wie die Nudel nach Stralsund kam, oder gern mal Lügengeschichten hört, ist bei den Stadtschauspielern genau richtig.

„Wenn wir ein neues Stück entwickeln, spielt sich bei uns so etwas wie ein Kopfkino ab“, erzählt Anke John-Wittkowski über die Entstehung der Spielszenen. „Die Leute haben großen Spaß, auf diese lockere Weise etwas über die Stadtgeschichte zu erfahren“, sagt Angrit Schmidt. Eine Besonderheit sei „die Nähe zum Publikum“ beschreibt Thilo Klang, was ihn an seinem Hobby reizt. „Denn wir beziehen die Zuschauer gern mit ein“, beschreibt er. Und für Harald König, der den Kirchherrn Hyppolytus Steinwehr gibt, ist es „einfach die Freude am Spiel“, die ihn bei der Truppe hält.

Lügentour und Kirchenbrechen

Die Stadtführungen der anderen Art finden samstags und mittwochs um 14 Uhr sowie zu weiteren festen Terminen statt. Es wird um Voranmeldung gebeten. Außerdem kann man die Stadtschauspieler für Gruppen ab vier Personen buchen.

Angeboten werden die Führungen: „Rote Schuhe und das Kirchenbrechen“, „Klosterplünderung und geizige Ratsherren“, „Wie die Nudel nach Stralsund kam“ und die Lügentour „Hei lücht“.

Weitere Infos: www.stralsunder-stadtschauspieler.de, ☎ 0160/93509622.

Marlies Walther

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