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Stralsund Von der Kaserne zum Campus
Vorpommern Stralsund Von der Kaserne zum Campus
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00:05 26.10.2016
Studenten verfolgen in einem Hörsaal der Fachhochschule Stralsund eine Vorlesung der Fachrichtung Maschinenbau. Fotos (3): Stefan Sauer/dpa

Als die Fachhochschule Stralsund vor 25 Jahren gegründet wurde, war sie tatsächlich das Ergebnis einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) – angesiedelt bei der Stadtverwaltung. Dr. Rudi Wendorf füllte sie mit Leben aus. Der ehemalige Leiter eines Lehrstuhls an der zu dem Zeitpunkt nicht mehr existierenden Offiziershochschule der Volksmarine und einige Mitstreiter hatten die Idee, den Standort als zivile Bildungseinrichtung in die neue Zeit zu retten. „Unser Ziel war eine Hochschule mit einem praxisnahen und ergänzenden Angebot zur Uni Greifswald“, erinnert sich der heute 65-Jährige.

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Innerhalb eines Jahres wurde die Idee von einem praxisnahen Studium am Sund Wirklichkeit

Kräftigen Rückenwind gab es vom damaligen Oberbürgermeister Harald Lastovka (CDU) und anderen politischen Entscheidungsträgern in der Hansestadt. Schließlich wurde auch die neue Regierung in Schwerin überzeugt. Dann ging alles ganz schnell. Schon am 1. September 1991 wurde die Fachhochschule Stralsund gegründet. Wendorf: „Berater aus dem Westen prophezeiten uns damals, dass wir mindestens zwei bis drei Jahre benötigen würden, um mit dem Lehrbetrieb anzufangen. Sie irrten sich. Tatsächlich begann er nur sechs Wochen später. Ja, es war eine verrückte Zeit. Und ich durfte dabei sein.“

Im Oktober 1991 wurden 175 Studenten in drei Studiengängen immatrikuliert. Erster Rektor war damals Prof. Günter Jorke aus Rostock. Inzwischen hat sich die Hochschule mit aktuell rund 2300 Studierenden zu einer bundesweit anerkannten Einrichtung entwickelt. Es werden 27 Bachelor- und Masterstudiengänge in den Fachbereichen Elektrotechnik/Informatik, Maschinenbau und Wirtschaft angeboten.

In der Amtszeit des letzten Rektors, Prof. Falk Höhn, ist die Internationalisierung der Hochschule stark vorangetrieben worden. Höhn hat das Image der Hochschule nach außen getragen wie kaum ein Rektor zuvor. Besonders hervorzuheben ist sein Kontakt nach China. Die Fachhochschule Stralsund unterhält aktuell Kontakte zu rund 90 Hochschulen in 35 Ländern.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sie weiter in der Region tief verwurzelt ist. Und das trifft auch auf viele Absolventen zu. Der Rüganer Knut Schäfer (40) zum Beispiel entschied sich im Jahr 2000 ganz bewusst für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre am Sund, weil ihm schon damals klar war, dass er im Vorpommerschen bleiben will.

Das ist der heutige Geschäftsführer der Weißen Flotte auch. Gern erinnert er sich an die Zeit seines Studiums. „Die Fachhochschule hatte schon damals einen sehr guten Ruf, auch wegen ihrer großen Praxisnähe und des guten Verhältnisses zwischen Professoren und Studenten“, betont er. Bis heute hält er den Kontakt zur Schwedenschanze, nicht nur privat, sondern auch mit der Reederei, die von der Zusammenarbeit mit Professoren und Studenten profitiert.

Militär-Vergangenheit

Das Areal, auf dem sich heute die Fachhochschule Stralsund befindet, hat

eine militärische Vergangenheit.

Am 1. Juli 1956 wurde dort die See-

offizierslehranstalt der Nationalen Volksarmee (NVA) eröffnet. Die Einrichtung war die Kaderschmiede der DDR-Volksmarine und hieß zuletzt

Offiziershochschule „Karl Liebknecht“.

Mit der Wiedervereinigung am

3. Oktober 1990 wurde die Einrichtung aufgelöst.

Neben der Fachhochschule befindet sich auf dem Gelände heute das Berufsförderungswerk.

Jens-Peter Woldt

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