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Stralsund Von der Knie-OP bis zum Kaiserschnitt
Vorpommern Stralsund Von der Knie-OP bis zum Kaiserschnitt
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10:00 13.07.2018
Die Vorbereitungen für eine Knie-OP im Operationstrakt des Helios Hanseklinikums. Quelle: Miriam Weber
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Stralsund

Grün und Weiß und über allem der Geruch nach Desinfektionsmitteln. Das ist der erste Eindruck, der sich beim Betreten des Operationstraktes des Helios Hanseklinikums aufdrängt. Grün ist die Kleidung der Mitarbeiter, Weiß die vorherrschende Farbe. Dazu geschäftiges Treiben auf den Fluren und in den Sälen. Wie ein Ameisenhaufen, bei dem jeder weiß, was er zu tun hat und wo er hin muss.Ein Uhrwerk, so nennt Martina Pietrus den OP. „Wenn ein Rädchen in diesem System nicht funktioniert, hat das Auswirkungen auf alles“, erklärt die Leiterin des OP. Das reiche vom Patientenbegleitdienst über die Reinigungskräfte und Techniker bis hin zum eigentlichen medizinischen Personal.

Im Operationstrakt des Helios Hanseklinikums werden im Jahr durchschnittlich 10000 Patienten aus vielen verschiedenen Fachbereichen operiert. Das klappt nur mit einem ausgeklügelten Plan und einem funktionierenden Team.

Zehntausend Patienten werden pro Jahr operiert

Für die sechs Operationsäle und zwei ambulanten Säle gibt es einen festen Plan, für den Ulf Köpnick verantwortlich ist. Er ist nicht nur der OP-Koordinator, sondern auch leitender Oberarzt der Anästhesie. Etwa 10000 Patienten werden pro Jahr am Sund operiert, aus unterschiedlichen Gründen. „Wir haben Patienten aus vielen Fachbereichen hier“, erklärt Martina Pietrus. Unter anderem die Gynäkologie, Urologie, HNO, Chirurgie, Orthopädie oder die Traumatologie.

Zu einem OP-Team gehören neben den Operatueren, Anästhesisten eine sterile und eine unsterile Schwester oder Pfleger. „Eine sterile Pflegekraft ist die instrumentierende“, erklärt Martina Pietrus den Unterschied, „eine unsterile die anreichende.“Zwar gebe es einen straffen OP-Plan, erklärt Ulf Köpnick, doch auch akute Dinge gehören zum Alltag. „Solche Fälle werden dann dazwischen geschoben.“

Der Ton kann auch mal rau werden

Wer Martina Pietrus und ihre Stellvertreterin Sylvia Elsner erlebt, bekommt hautnah mit, wie viel Spaß ihnen ihr Job trotz einiger Strapazen bereitet. „Es ist oft anstrengend“, gibt Sylvia Elsner unumwunden zu. Physisch, durch das stundenlange Stehen, das Heben und Tragen. Denn oft gehört es dazu, dass die Schwestern Bleischürzen tragen müssen. „Und die sind ziemlich schwer, wenn man die die ganze Zeit auf den Schultern trägt, hat man ordentlich zu schleppen“, sagt Martina Pietrus.Aber die Arbeit im OP kann auch zu einer psychischen Belastung werden. „Der Ton wird in Stresssituationen schon mal rauer“, sagt Martina Pietrus und fügt mit einem Lachen hinzu: „Ich denke, hart, aber herzlich trifft es ganz gut.“

Sylvia Elsner und Martina Pietrus gehören sozusagen zum Urgestein des OP-Traktes. Beide haben zusammen in Stralsund gelernt und sind seit 1984 als OP-Schwestern tätig. „Es gibt in diesem Berufsfeld keinen Stillstand“, sagt Sylvia Elsner. Die 53-Jährige erklärt, dass es immer wieder neue Operationsverfahren gebe und man ständig dazulerne. „Da wir uns in vielen Fachbereichen gut auskennen müssen, gibt es immer wieder Fort- und Weiterbildungen.“Was allerdings auf der Strecke bleibt, ist der direkte Kontakt zu den Patienten. „Aber das ist oft von Vorteil, denn wenn man die Menschen kennt, die zur OP bei uns sind, könnte es schwierig werden“, sagt Sylvia Elsner.

Ein funktionierendes Uhrwerk

Zwar sind die OP-Säle sozusagen die Herzstücke des Traktes, doch allein damit ist es nicht getan. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der Aufwachraum. Dort überwachen Anästhesieschwestern die Patienten, die nach ihren OPs dorthin gebracht werden. „Das ist durchaus nochmal eine kritische Phase, wenn die Operierten aus der Narkose aufwachen“, erklärt Ulf Köpnick. Wie lange sie dort liegen, ist ganz unterschiedlich. „Da gibt es keine festen Zeiten.“All das läuft zusammen zu dem funktionierenden Uhrwerk, das Marina Pietrus anfangs erwähnte. Und schnell wird klar, sollte hier mal ein Rädchen stottern, kommt der ganze Betrieb ins Wanken.

Miriam Weber

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